Westland Sea King Mk. 41Deutsche Marine, 1992von Ralf Kurz (1:48 Airfix)
Dies ist mein zweiter Sea King von Airfix und wurde im vergangenen Jahr gebaut. Der erste stammt aus dem Jahr 2024 und ist ein HAS.1 der Royal Navy, der in der MV-Galerie zu sehen ist (Link).
Geschichtliches
Die deutsche Marine war der erste Exportkunde des Westland Sea King, der wiederum ein Lizenzbau des amerikanischen S-61 Sea King war. 22 Maschinen wurden ab 1972 beschafft, die auf der englischen HAS.1-Version basierten. Der Hauptunterschied zwischen der Sea King HAS.1 und der Sea King Mk.41 liegt im Verwendungszweck und der Ausrüstung. Die HAS.1 war eine für die U-Jagd entwickelte Version der Royal Navy, während die Mk.41 eine Such- und Rettungsvariante war, die keine U-Jagd-Ausrüstung besaß. Die deutsche Version hatte zudem eine größere Kabine mit mehr Fenstern und besaß eine wesentliche verbesserte Funkausrüstung.
Nach mehreren Upgrades und Nachrüstungen wurden die deutschen Mk.41 im August 2024 offiziell außer Dienst gestellt und teilweise an die Ukraine abgegeben.
Das Modell
Der Bau des Modells erforderte eine aufwendige Recherche im Vorfeld. Durch die vielen Antennen, Sensoren und sonstigen Anbauten, die im Laufe der Jahre an die Maschinen an- und auch wieder abgebaut wurden, war es nötig, sich auf einen bestimmten Zeitpunkt festzulegen, der im Modell verwirklicht werden sollte. Ich entschied mich schließlich für die Maschine mit der Kennung „89+69“, wie sie im September 1992 aussah. Quelle des nächsten Bildes: https://www.airfighters.com/photo/134807/M/Germany-Navy/Westland-Sea-King-Mk41/89-69/
Dazu wurde zuerst der Innenraum fast komplett neu gebaut. Dafür gingen knapp zwei Monate drauf. Leider ist auch bei geöffneten Türen davon nicht mehr viel zu sehen. Die Rumpfunterseite musste ebenfalls komplett neu angelegt werden. Es wurden alle vorhandenen Sockel, Anschlüsse usw. entfernt und neu aufgebaut. Die meisten Teile für die Umrüstung stammen vom SeMa-Umrüstsatz für die Mk.41-Version, der ein 3D-Druck ist. Dazu gehören der Frachtrahmen, etliche Antennen und u.a. die Halterungen für die Flare-Dispenser hinten am Rumpf. Zusätzlich wurden noch einige Antennen im Eigenbau hergestellt. Auf den Radom vorne am Bug habe ich verzichtet, weil er den Gesamteindruck des Modells stört. So kam u.a. auch das Datum der Darstellung zustande. Die Ketten und Spannschlösser, mit denen der Hubschrauber auf dem Deck befestigt ist, waren nichts für schwache Nerven. Der Abziehbildersatz stammt von DF HeloStuff, ebenso wie die sehr schöne Rettungswinde über der Schiebetüre. Im Internet habe ich dann noch den „Main Rotor Support Frame“, gefunden, den ich noch als „Eyecatcher“ verwenden wollte. Da ich mir nicht sicher war, ob die Marineflieger dieses Teil verwendeten, war erst wieder eine langwierige Suche im Internet nötig, um einen deutschen Sea King mit solch einem Rotor-Stützrahmen zu finden. Schließlich ist es mir doch noch gelungen, ein einziges Foto zu finden, Quelle dieses nachstehend gezeigten Bildes: https://www.airhistory.net/photo/616221/8953
Alle Umbauten und Änderungen hier zu beschreiben würde den Rahmen der Vorstellung sprengen. Nur so viel: die verwendeten Aftermarket-Produkte waren um ein Mehrfaches teurer als der Bausatz selbst.
Insgesamt dauerte der Bau und die Fertigstellung (mit Unterbrechungen) ca. ein Jahr. Eine Arbeit, die trotzdem viel Bastelspaß mit sich brachte. Bei der ‚Euro Model Expo 2026‘ in Lingen gewann das Modell die Goldmedaille in der Kategorie „Hubschrauber, alle Maßstäbe“, der oben erwähnte Royal Navy Sea King bekam die Silbermedaille. Ralf Kurz Publiziert am 02. Mai 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |