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Dlogo jeszcze - Dioramenbau und KI

von Thomas Ehrensperger

Warnung: Bei allen unseren Tipps & Tricks immer an die Sicherheit denken und wenn möglich erst an einem Probestück ausprobieren.


Dlogo jeszcze - Dioramenbau und KI

Der aktuelle Anlass

Ich habe im Bastelregal zwei Resinfiguren des polnischen Herstellers Rado Miniatures (# 35018) liegen, die zwei Widerstandskämpfer des Warschauer Aufstandes von 1944 darstellen, und einen Bausatz des „Kubus“ (Mirage # 355026).

https://www.modellversium.de/kit/artikel.php?id=10406

Wie üblich steht am Anfang eines Projektes Recherche: v.a. historischer Hintergrund, Besprechungen und Bauberichte zu den Modellen sowie Photos interessieren. Nach wenigen Stunden ist bereits einiges zusammengekommen, so dass sich erste Ideen aus anfänglichen Nebeln konkretisieren.

Schnell wird klar, dass das in 13 Tagen in Stanislaw Kwiatkowskis Werkstatt improvisiert aus einem LKW zusammengebaute gepanzerte Fahrzeug nicht gerade selten ist, auch als Mittelpunkt einer Vignette mit etwas Trümmerumfeld. Deutlich wird auch, welche Bedeutung das Fahrzeug für die Wahrnehmung der eigenen Geschichte in Polen spielt. Es gibt neben dem restaurierten Originalfahrzeug, das im polnischen Armeemuseum steht, einen Nachbau, der im Museum des Warschauer Aufstandes ausgestellt ist.  

Die Idee:

„Doo goo jesch tsche“ – so (oder so ähnlich) soll es sich anhören, wenn sich jemand in Polen umgangssprachlich, in ärgerlichem Ton Luft verschafft: „Wie lang dauert das noch?“ Sagt mir zumindest die KI, die seit geraumer Zeit von der genutzten Suchmaschine zusätzlich angeboten wird. Und so soll der Titel des künftigen Dioramas einmal lauten: Dlogo jeszcze. Zwei Mitglieder der Heimatarmee tauchen mit dieser Frage in Stanislaw Kwiatkowskis Werkstatt auf, in der gerade das Fahrzeug zusammengebaut wird. Damit war klar, welche Richtung das Projekt nehmen wird. Es wird wohl doch keine Vignette … eine Werkstatt, Mechaniker, die am Kubus arbeiten – die Spannung zwischen den bewaffneten Kämpfern und den Mechanikern soll deutlich werden. Ungeduld gegenüber konzentrierter Arbeit. Selbstredend eine fiktive Szene, wie man sie sich aber vorstellen könnte. Erste Skizzen entstehen. Erste Entscheidungen stehen an: soll ich einen Laserbausatz einer (Panzer-)Werkstatt nehmen oder die Werkstatt doch selbst bauen? Was gibt es auf dem Markt für passende Mechaniker in 1:35, die sich glaubwürdig ins Warschau des Jahres 1944 versetzen ließen? Ein Blick ins Bastelregal fördert schon mal Maler und Schweißer von Miniart zu Tage, Tank Repairmen von Master Box und Tamiya. Das würde thematisch passen bzw. passend gemacht, aber passen sie zu den Resinfiguren von Rado?

Mit KI lässt sich ein Diorama auch zum Leben erwecken, wie hier bei Andy Hartungs Leopard 2A7V
Mit KI lässt sich ein Diorama auch zum Leben erwecken, wie hier bei Andy Hartungs Leopard 2A7V

Dabei war dieses Bild die Vorlage
Dabei war dieses Bild die Vorlage

Digitaler Exkurs

Mit der neuen digitalen Hardware hat im Haushalt auch neue Software Einzug gehalten, quasi ungefragt mitgeliefert: Ein KI-gestützter digitaler Assistent, der auf der Technologie von OPEN-AI basiert. „Wirst Du sowieso nicht brauchen“, sagte der Verkäufer und tat dieses Thema als Spielerei ab. Die positive Interpretation: Vielleicht wollte der nur meine Neugierde wecken… 

Auf jeden Fall habe ich einfach mal etwas in die freundlich blinkende Eingabezeile eingetippt: „Diorama in 1:35 - alte Autowerkstatt – Warschau 1944 (Kubus)“. 

Nach kurzer Zeit – gefühlt keine halbe Minute (ohne Glasfaser) – bekomme ich Antwort: Das Diorama zum genannten Thema sei ein großartiges, atmosphärisches Projekt. Aha. Daran hatte ich keinen Zweifel. „Wenn Du möchtest, kann ich dir helfen, es historisch glaubwürdig, modellbauerisch spannend und visuell stimmig aufzubauen. Hier ist eine kompakte, aber inspirierende Grundlage, die du weiter ausarbeiten kannst.“ Danach folgte ein Konzept zum Projekt, eine lange Liste, meist als Punktaufzählung, wie sich „eine improvisierte Autowerkstatt während des Aufstandes 1944 in der Nähe eines Barrikadenbereichs, in dem der polnische „Kubus“-Panzerwagen repariert oder vorbereitet wird“ umsetzen lässt.

Themen wie Stimmung und Atmosphäre, aber auch Gestaltungsideen werden im Telegrammstil aufgelistet. Neben Gebäuden samt Umgebung – eine halbzerstörte Backsteinwerkstatt mit offenem Dach wird vorgeschlagen, alte Reklameschilder, verschiedene Requisiten der Szenerie wie eingestürzte Balken und zerbrochene Fenster benannt – gibt es außerdem noch Hinweise zu den Fahrzeugen.

Zum „Kubus“ wird auf „improvisierte Panzerplatten“, „Schweißnähte, unregelmäßige Kanten“, „Tarnung: meist grau oder improvisiert“ hingewiesen. Als Möglichkeit wird vorgeschlagen, den „Kubus“ in Reparatur, geöffnet, von Werkzeug umgeben zu zeigen. Weitere Hinweise beziehen sich auf zivile Fahrzeuge und Figuren. Was zuerst noch recht allgemein gehalten war, wurde nun konkreter: von Szenenideen bis zu Farb- und Alterungstipps. Last but not least: „Zubehör, das gut passt“. Alles in allem bisher aber doch recht allgemein gehalten, nichts worauf ein „alter Hase“ oder ein „schlauer Fuchs“ nicht selbst kommen könnte, wenn er sich Bilder einer alten Werkstatt anschaut. Möchte man meinen. Zumindest wird weitere Hilfe angeboten: bei der Erstellung eines kompletten Bauplanes, mit einer Material- und Bausatzliste, dem Entwurf einer Skizze, historischen Referenzen zum Kubus, Ausarbeitung einer Schritt-für-Schritt-Anleitung. Mir hilft auch, wenn ich weiß, dass ich etwas nicht so mache …

Skizze

Ich entscheide mich für das Erstellen einer Skizze, da ich diese schon nach meinen eigenen Vorstellungen gezeichnet hatte. Eine Werkstatt im angenäherten quadratischen Format, den Kubus vor der Verheiratung, was die Arbeit an Chassis und Aufbau ermöglicht, den Motor und die wenigen Details des Bausatzes nicht im Dunkeln verschwinden lässt. Aber auch mehr Fläche in Anspruch nimmt. Die ungehaltenen Kämpfer, die dringend auf das Fahrzeug warten. Nun bin ich gespannt, was die KI anbietet.

Die Skizze einer eingestürzten Werkstatt aus Backstein ist eine mehr oder weniger lineare Abfolge von Strichen, zwischen denen Begriffe wie Werkbank, Werkzeug, Reifenstapel, Kubus, Barrikaden, Straßenpflaster angeordnet sind und die Szenerie grob in drei Bereiche unterteilt. Eher wenig gewinnbringend. Aber was habe ich erwartet?

Trotz Vorlage: beim Panzer II kam die KI an ihre Grenzen.
Trotz Vorlage: beim Panzer II kam die KI an ihre Grenzen.

Obwohl die Ausgangslage recht deutlich war. Weitere Versuche waren ähnlich erfolglos.
Obwohl die Ausgangslage recht deutlich war. Weitere Versuche waren ähnlich erfolglos.

Eine „praxisnahe Schritt-für-Schritt-Anleitung“

Diesen Vorschlag schaue ich mir ebenfalls an. Ausgehend von der Grundplatte werden die Maße 25 x 30 cm vorgeschlagen. Danach grob skizziert: ein angeschnittenes Gebäude, der Hof der Werkstatt, die Straße (den Kubus leicht schräg gestellt.) – was die Abfolge aus der Skizze wieder erkennen lässt. Danach geht es detaillierter an den Bau von Gebäude und Fahrzeug. Aber auch das Thema Figuren lässt sich vertiefen. Auf Nachfrage werden zuerst konkrete Figurenbausätze (Miniart) benannt, die man als Mechaniker verwenden oder umbauen kann. Kritisch wird es bei Figuren der polnischen Heimatarmee, die es von Dragon, MasterBox und ICM geben soll. Ich kenne diese Angebote jedenfalls nicht, was aber von dem „Gesprächspartner“ im Brustton der Überzeugung vorgeflunkert wird. Dafür werden der Truppführer und der „Rifleman“ von Rado nicht erwähnt. Stattdessen wird etwas erfunden, was es nicht gibt. Ärgerlich? Auf jeden Fall nicht schön! Übel wird es bei der Farbe der Gasflaschen auf dem Brennerwagen: Sauerstoff = schwarz! Falsch will man ausrufen. Wobei man Tage später andere Angaben bekommt, je nach „Quellen“ aus denen geschöpft wird. Aber irgendwie bleibt das unbefriedigend. 

Dann versuchte ich das hier nochmal mit dem Panzer III von IBG
Dann versuchte ich das hier nochmal mit dem Panzer III von IBG

Nur leider hat er den Panzer nicht nur in den Wald verfrachtet, auch die Base schaffte es ins Bild
Nur leider hat er den Panzer nicht nur in den Wald verfrachtet, auch die Base schaffte es ins Bild

Beim zweiten Versuch klappte es dann. Wichtig sind dabei die Eingaben
Beim zweiten Versuch klappte es dann. Wichtig sind dabei die Eingaben

Ein erstes Fazit

Der alte Hase wird wahrscheinlich sagen, dass er den ganzen Aufwand (nicht zuletzt unter dem Aspekt „Zeitfresser“) nicht benötigt, um ein attraktives, authentisches Diorama zu bauen. Die Skizzen waren (noch) nicht überzeugend. Im Sinne eines Faulenzers, den man abarbeiten kann bzw. als Hilfe beim Organisieren eines komplexen Ablaufes (Bau eines Dioramas) – kann KI-Unterstützung nicht nur für Einsteiger positive Seiten haben. Auch Anregungen sollten immer willkommen sein, wobei sie bei zunehmender Erfahrung nicht unbedingt mehr als solche wirken. Zumindest waren für mich Lichteffekte und die Darstellung einer Schweißflamme und Funkenflug völliges Neuland! Auch wie man eine noch heiße Schweißnaht so anmalt, dass sie „heiß“ aussieht, habe ich nicht gewusst. Ob es dann auch gut aussieht, wird sich zeigen müssen.

Letztendlich bin ich noch unentschieden, ob mich KI zufriedenstellend und gewinnbringend bei der Ausübung meines Steckenpferdes unterstützen kann oder – noch wichtiger – überhaupt soll. Muss das, was mehr und mehr das berufliche Leben bestimmen soll, auch noch den Bereich meiner freien Zeit dominieren, genau das, was mir Spaß macht gar ersetzen? Wahrscheinlich bleibe ich doch beim „Hirnen“. Allerdings bin ich mir sicher, dass KI mehr als Spielerei ist – auch für den Modellbau. Ich packe den Kubus und seine Mitstreiter erst mal zur Seite. Andere Projekte warten auf ihre Fertigstellung.  

„Gut Ding will Weile“ würde Stanislaw K. zu den ungeduldigen Kämpfern sagen. 

Teilweise wird eine Szenerie auch recht frei interpretiert.
Teilweise wird eine Szenerie auch recht frei interpretiert.

Dlogo jeszcze - Dioramenbau und KI

Eine Zweite Meinung von Andy Hartung

Ich bin ganz ähnlich auf das Thema gestoßen wie Thomas , muss aber zugeben, dass ich bereits zuvor mit KI gearbeitet habe: unter anderem als Formulierungshilfe für Texte, zum Korrekturlesen oder auch als eine Art „bessere Suchmaschine“.

Dabei sei auch gesagt: ChatGPT, Gemini und wie sie alle heißen, ersetzen nicht das eigene Denken und werden qualitativ derzeit auch nicht grundsätzlich besser. Eine endgültige Lösung für diese Problematik haben die Programmierer offenbar noch nicht gefunden. Entscheidend ist daher, wie man KI einsetzt und was man damit macht.

Als schnellere Suchmaschine liefert sie dir Antworten, die ich mit Google ebenfalls gefunden hätte, bereitet sie jedoch direkt auf und formuliert sie so, als würde ein Mensch sie erklären – oder listet sie übersichtlich in Stichpunkten auf. Wenn es jedoch um wichtige Themen geht, sollte man immer nach den Quellen fragen. Oft erhält man dann Links oder Hinweise auf die entsprechenden Artikel.

Problematisch wird es, wenn die KI keine verlässlichen Informationen hat. Sie wird in der Regel nicht sagen: „Das weiß ich leider nicht“, sondern stattdessen eine scheinbar logische Antwort konstruieren. Fragt man beispielsweise nach dem Inhalt eines Romans, kann es passieren, dass sie den Anfang aus vorhandenen Rezensionen übernimmt und das Ende frei erfindet, sofern dieses nicht öffentlich zugänglich ist.

So erging es letztlich auch Thomas: Als er nach passenden Figuren für sein Diorama fragte, „flunkerte“ die KI und dachte sich kurzerhand einige Figuren-Sets aus. Da die genannten Hersteller im Modellbau bekannt sind, erschien es der KI plausibel, dass sie auch entsprechende Sets anbieten. 

Hier habe ich eine konkrete Idee versucht zu erstellen, das Ergebnis konnte mich nicht überzeugen.
Hier habe ich eine konkrete Idee versucht zu erstellen, das Ergebnis konnte mich nicht überzeugen.

Irgendwann kam mir die Idee: Warum nicht auch mal mit KI über Modellbau sprechen? Manchmal erhält man ja doch neue Impulse. Ich begann damit, mir über KI Informationen zu Vorbildern zu beschaffen. Außerdem nutzte ich sie als eine Art Zufallsgenerator zur Auswahl meines nächsten Projekts.

Zusätzlich beschrieb ich der KI meine Idee für ein recht umfangreiches Indochina-Diorama. Wahrscheinlich waren meine Eingaben jedoch zu umfangreich und zu ungenau. Das Ergebnis entsprach jedenfalls nicht meiner ursprünglichen Vorstellung – ganz abgesehen davon, dass sowohl die Uniformen der Figuren als auch die Fahrzeuge nicht korrekt dargestellt wurden.

Dann kam mir jedoch eine neue Idee: Warum nicht bei konkreten Bausätzen, die ich gerne in einem Diorama umsetzen möchte, die KI gezielt etwas entwerfen lassen? Ich gab also Googles KI Gemini lediglich einen Bausatz als Grundlage vor – den Einheitsdiesel von MAC Distribution – und bat um eine Dioramaidee.

Gemini lieferte mir daraufhin direkt drei verschiedene Dioramavorschläge:

Der Mercedes-Benz G3a (Einheits-Diesel) ist ein fantastisches Modell für 1:72, da er durch seine drei Achsen und das markante Fahrwerk technisch sehr detailreich wirkt. Da der Bausatz von MAC Distribution oft verschiedene Aufbauten (Pritsche, Funkkoffer, Werkstatt) bietet, habe ich hier drei unterschiedliche Szenarien für dich zusammengestellt:

1. Der "Schlamm-Spezialist" (Russland 1941/42)

Der Einheits-Diesel war berühmt für seine Geländegängigkeit, stieß aber in der russischen Rasputiza (Schlammperiode) an seine Grenzen.

  • Die Szene: Das Fahrzeug steckt bis zu den Achsen im tiefen, glänzenden Schlamm. Ein Rad steht in der Luft, während ein anderes tief eingesunken ist.
  • Details: * Soldaten mit Schaufeln und Holzbohlen unterm Arm, die versuchen, den Wagen zu befreien.
  • Tipp: Nutze glänzenden Klarlack auf der braunen Modelliermasse, um nassen Schlamm zu simulieren.
  • Warum das passt: Es zeigt das komplexe Fahrwerk des MAC-Bausatzes in Aktion
2. Die mobile Funkstation (Wüste oder Hinterland)

 

Falls dein Bausatz die Koffer-Variante (Funkkoffer) ist, bietet sich eine statische, aber detailreiche Szene an.

  • Die Szene: Das Fahrzeug steht unter einem Tarnnetz, das an einem knorrigen Baum oder Masten befestigt ist.
  • Details: Türen des Koffers stehen offen, eine Leiter lehnt am Heck. Ein kleiner Tisch daneben, auf dem ein Soldat Kaffee trinkt oder Karten studiert.
  • Tipp: Tarnnetze in 1:72 lassen sich hervorragend aus medizinischer Mullbinde herstellen, die in Leim-Wasser-Gemisch getränkt und dann bemalt wird.

3. "Werkstatt am Wegesrand" (Instandsetzung)

Der Einheits-Diesel wurde oft als Werkstattwagen genutzt. Das ist die perfekte Ausrede, um die Motorhaube des Modells aufzuschneiden.

  • Die Szene: Das Fahrzeug steht mit offener Motorhaube (oder abgenommenen Seitenteilen) da. Ein Mechaniker beugt sich über den Motor.
  • Details:Verstreute Werkzeuge, ein paar Benzinfässer und ein Ersatzreifen auf der Erde. Vielleicht ein zweites, kleineres Fahrzeug (z.B. ein Kübelwagen), das gerade gewartet wird.
  • Warum das passt: Es wirkt lebendig und erzählt eine Geschichte von harter Arbeit hinter der Front.
Ich bat Gemini daraufhin, ein Bild zum ersten Szenario zu erstellen. Das Ergebnis war meiner Meinung nach sehr gut umsetzbar und hilfreich. Allerdings handelt es sich bei dem dargestellten Fahrzeug eher um einen Hybrid aus Einheitsdiesel und Opel Blitz – was für das Diorama selbst jedoch kaum eine Rolle spielt.

Man sieht hier ein paar Detailfehler am Fahrzeug, aber sonst ist das Ergebnis gut
Man sieht hier ein paar Detailfehler am Fahrzeug, aber sonst ist das Ergebnis gut

Anschließend testete ich ChatGPT. Ich war auf die Ankündigung eines 1:72-Bausatzes gestoßen – genauer gesagt des französischen „Paper Tanks“ FCM 50t, eines schweren Panzerkonzepts aus der Nachkriegszeit, das jedoch nie realisiert wurde.

Ich bat ChatGPT, zwei Diorama-Ideen zu entwickeln: zum einen im Kontext der Operation Unthinkable – einem glücklicherweise nie durchgeführten Angriff der Westalliierten auf sowjetische Stellungen – und zum anderen eine Darstellung des FCM 50t im Einsatz im Indochinakrieg. Zusätzlich fügte ich ein Bild des FCM 50t hinzu, damit auch wirklich das korrekte Fahrzeug verwendet wird und keine freie Interpretation entsteht.

Das war die Antwort:

Andy, das Ding schreit ja förmlich nach einem atmosphärischen Diorama Der FCM 50t ist so ein herrlich „was wäre wenn“-Fahrzeug – perfekt für dich.

Ich gebe dir zwei richtig ausgearbeitete Konzepte, beide 1:72-tauglich und mit klarer Turmausrichtung, Farbkonzept und Story. Such dir das aus, was dich mehr kickt.

Option 1: Indochina 1949 – „Route Coloniale 4“

Grundidee: Der FCM 50t als schweres Unterstützungsfahrzeug der französischen Expeditionstruppen in Indochina. Halb-improvisiert eingesetzt gegen befestigte Viet-Minh-Stellungen.

  • Szene: Der FCM steht halb schräg auf einer ausgewaschenen Lateritpiste.
  • Links vorne: Niedrige Bambus- oder Palisadenreste (zerstörte Sperre)
  • Rechts hinten: Dichte Vegetation, leicht überhängend
  • Boden: Rote Erde mit Fahrspuren, Feuchte Stellen mit Glanzlack

Option 2: Operation Unthinkable 1946 – Westdeutschland

Stell dir vor: 1946, Spannungen eskalieren, französische Einheiten stehen am Rhein. Der FCM 50t wird als Prestige- und Abschreckungsfahrzeug eingesetzt.

  • Szene:Zerstörtes deutsches Dorf.
  • Vordergrund:Kopfsteinpflaster, Trümmerhaufen, umgestürztes Verkehrsschild
  • Hintergrund: Halbzerstörte Fachwerkfassade (nur Front als Kulisse)
Danach ließ ich die KI ebenfalls die beiden Dioramen erstellen. 

Option 1: Indochina
Option 1: Indochina

Option 2: Operation Unthinkable
Option 2: Operation Unthinkable

Zuletzt noch ein Tipp. Wenn man solch ein Diorama-Konzept mit der KI aufstellen will, eignet sich das immer in einem neuen Chat. Ich hab auch schon versucht mir mehrere Dioramen hintereinander erstellen zu lassen, doch meist wurden die nachfolgenden dann nicht sonderlich gut oder fehlerhaft und vermischten die Anweisungen.

Ebenso kann man mit KI seine Dioramen zum Leben erwecken, wie ich weiter oben im bericht gezeigt habe. Allerdings ist auch hier die Fehlerquote hoch und die KI braucht kurze und klare Anweisungen. 

Eine weitere Möglichkeit für sehr kreative Menschen, die gerne eigene Dinge konstruieren, eignet sich die KI auch. So habe ich früher so mit vielleicht 12 oder 13 Jahren gerne eigene Flugzeuge konstruiert. Mit der KI funktioniert das auch und kann so sein eigenes What-If konstruieren, weiter gesponnen sogar eine eigene kleine fiktive Welt. Ein Beispiel gefällig?  

Die fiktive Bradley T.12 Sea Lance
Die fiktive Bradley T.12 Sea Lance

Sicher ein spezieller Anwendungsbereich, aber eben durchaus möglich. Ich wollte hier zum Beispiel einen fiktiven Marineflieger gegen Ende der 1930er-Jahre darstellen. Zu diesem Zeitpunkt hatte die KI jedoch noch Probleme, ihre eigenen Ergebnise im Detail konsistent auszuarbeiten und das Flugzeug beispielsweise in einer Vierseitenansicht oder aus unterschiedlichen Perspektiven darzustellen.

Das dürfte sich mittlerweile allerdings verbessert haben, denn gerade in diesem Bereich entwickelt sich KI derzeit extrem schnell. Zudem soll KI inzwischen auch in der Lage sein, solche Entwürfe in 3D-Modelle umzuwandeln und damit druckbar zu machen – was wiederum für uns Modellbauer besonders interessant sein könnte.

Abschließend finde ich: KI ist nicht die Allzwecklösung, als die sie oft dargestellt wird, aber sie ist ein spannendes Werkzeug, das unser Hobby durchaus bereichern kann.

Andy Hartung 

Thomas Ehrensperger

Publiziert am 02. Mai 2026

Die Bilder stammen von Andy Hartung (ChatGTP und Gemini)

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