World of Warcraft - Thrall(Revell - Nr. 03516)
Produktinfo
BesprechungZum Original:World of Warcraft ist ein Massively Multiplayer Online Role-Playing Game (MMORPG), das seit 2004 eine der prägendsten Spielwelten der Videospielgeschichte darstellt. Das Spiel verbindet klassische Fantasy-Elemente mit einer außergewöhnlich dichten Hintergrundgeschichte, die sich über zahlreiche Erweiterungen hinweg weiterentwickelt. Besonders bekannt ist World of Warcraft für seine ikonischen Charaktere, klaren Fraktionsstrukturen und den hohen Wiedererkennungswert von Rüstungen, Waffen und Architekturen. Für den Modellbau bietet das Warcraft-Universum eine Vielzahl markanter Vorlagen, da Designs oft bewusst überzeichnet, kontrastreich und symbolisch gestaltet sind – ideal für eindrucksvolle Figurenmodelle.
Thrall, mit bürgerlichem Namen Go´el, gehört zu den zentralen Leitfiguren des Warcraft-Universums und verkörpert den Wandel der Orks von einer von Dämonen manipulierten Invasorenrasse zu einem stolzen, ehrhaften Volk. Aufgewachsen als orkisches Findelkind in menschlicher Sklaverei und ausgebildet zum Gladiator, kämpfte er sich in die Freiheit, vereinte die zersplitterten Stämme und stieg zum Kriegshäuptling der Horde auf. Anders als klassische, rein auf Zerstörung ausgelegte Ork-Archetypen steht Thrall für diplomatische Weitsicht, Ehre und eine tiefe spirituelle Verbindung zur Natur als mächtiger Schamane. Optisch verbindet Thrall die martialische Ästhetik eines orkischen Kriegers mit den mystischen Elementen der Schamanenmagie: Die imposante, schwarze Plattenrüstung, ursprünglich getragen vom legendären Kriegshäuptling Orgrim Schicksalshammer, symbolisiert Führungsanspruch und Schutz. Ergänzt wird diese oft durch feine Leder- und Stoffelemente sowie Symbole der Elemente. Seine ikonische Waffe, der Schicksalshammer, ist ein gewaltiger, runenverzierter Kriegshammer, der nicht nur für physische Durchschlagskraft steht, sondern als Kanal für Blitze, Erdbeben und Stürme dient.
Nachdem Revell den Lichking veröffentlichte, musste man als World-of-Warcraft-Fan etwas Geduld haben, bis im November auch der Orkhäuptling Thrall erschienen ist. Weitere Bausätze sind in der Serie bisher nicht erschienen oder angekündigt. Der Karton ist im Hochformat gehalten und als Klappkarton gestaltet. Neben den beiden Gussrahmen befinden sich auch die Anleitung, ein kleiner Decalbogen, Namensschild und Sockelrahmen darin. Da es sich um ein Geschenkset für Einsteiger handelt, liegen auch Kleber, Pinsel und zehn Farbtöpfchen bei. Das Ganze wird bei Revell für knapp 41 € angeboten, wie wir sehen werden, ein ehrgeiziger Preis. Starten wir wieder bei den Zugaben. Es befindet sich eigentlich das Übliche darunter: eine kleine Flasche Revell Contacta, ein Pinsel der Stärke 2 und zehn Aqua-Color-Farbtöpfchen: 76 Hellgrau, 364 Laubgrün, 91 Eisen, 85 Braun, 16 Sand, 56 Blau, 84 Lederbraun, 90 Silber und 08 Schwarz. Für Einsteiger und Gelegenheitsbastler besonders praktisch: Die beiden Farbmischungen liegen bereits fertig, ebenfalls in zwei Farbtöpfchen, bei. Was jedoch negativ auffällt: Einige der Farbdosen sind nicht richtig verschlossen, laufen teilweise aus oder trocknen am Rand aus, sodass die Dose nicht mehr richtig schließt.
Die Zugabe solcher Sachen ist auch Teil von Revells Strategie, vermehrt auf Lizenzen zu setzen, um den ein oder anderen Fan doch an das Hobby heranzuführen. Die Zukunft wird zeigen, ob sich das durchsetzt, andernfalls sind dieses Jahr (2026) weniger Lizenzthemen angekündigt. Was ich jedoch schon als Feedback bekommen habe, ist, dass es der Zielgruppe häufig auch an Feilen oder geeigneten Seitenschneidern fehlt. Ggf. wäre es künftig noch möglich, diese beizulegen.
Kommen wir nun zum Plastik. Man merkt, dass die beiden WoW-Bausätze artverwandt sind, denn der Aufbau ist weitgehend gleich geblieben. Leider ist auch beim Orkhäuptling wieder dieser unschöne Namensaufsteller dabei. Das Ding macht leider wirklich absolut nichts her, wenn man es wenigstens noch mit ein paar Verzierungen versehen hätte. Aber warum integriert man das Namensschild nicht einfach auf dem Sockel für die Figur? Das würde wenigstens etwas hermachen und eine sehr gut gebaute Figur im richtigen Licht erstrahlen lassen. Der Sockel selbst ist ebenfalls wieder der gleiche wie beim Lichking. Sicher hätte man den Boden noch strukturieren und Felsen andeuten können, das ist aber vielleicht nicht jedermanns Sache und selbst tätig kann jeder von uns werden. Der Boden befindet sich übrigens auf dem Gussrahmen B, lediglich der Rand liegt separat bei. Hätte man das direkt als ein Teil entwickelt, so hätte man diesen auch bei anderen Figuren direkt beilegen können. Aber das ist ja eher ein Herstellerproblem und nicht das der Modellbauer.
Die Teile für die Figur befinden sich verteilt auf zwei Gussrahmen. Wie es sich für ein New-Tool von 2025 gehört, sind die Teile sauber gespritzt und ohne Trennnähte. Die Strukturen sind gut zu erkennen, hätten aber schärfer ausfallen können und wirken mir teilweise verwaschen. Wie die Box verrät, sind 34 Teile zu verbauen, drei entfallen aber auf Sockel und Aufsteller, also bleiben noch 31 für den Ork selbst. Doch die Pose der Figur überzeugt mich nicht so ganz, da hätte man etwas Dynamischeres wählen können. Schließlich steht kaum jemand so da. Beginnen wir mit Gussrahmen B. Hier befindet sich der Deckel für den Sockel, außerdem der zweiteilige Rumpf, welcher in Vorder- und Rückseite geteilt ist. Auswerfermarken sind nur auf den Innenseiten zu finden, stören also später am Modell nicht mehr. Natürlich muss aber die Klebenaht versäubert werden. Besonders ärgerlich finde ich das Gesicht: Zwar sind Augen dargestellt, aber der Rest fehlt. Es wirkt, als hätte man begonnen, das Teil im 3D-Programm zu entwerfen, dann aber halbfertig einfach aufgehört. Jede 1:35-Figur bietet dazu mehr: Weder sind scharfe Gesichtszüge zu erkennen, noch die Augenbrauen oder der Haaransatz, noch Gehörgänge. Da muss einfach im Jahr 2025 mehr kommen, insbesondere bei einem Maßstab von 1:16. Auch der Bart mit dem Unterkiefer und angedeuteten Zähnen (Bauteil 26) überzeugt mich nicht. Neben einer wirklich ausgeprägten Haarstruktur kann man auch die Ringe im Bart nur erahnen. Deutlich besser sieht es bei der Axt aus, hier ist die Klinge zweiteilig. Außerdem liegt hier die Gürtelschnalle bei, mit drei Wolfsrunen.
Die Teile für die Extremitäten befinden sich auf Gussrahmen A. Hier fallen die Felldarstellungen schon besser auf, aber auch da ist noch Luft nach oben. Die Hände sind zwar gut modelliert, aber zweiteilig, wodurch eine Klebenaht zurückbleibt, die versäubert werden muss. Auf der anderen Seite sind trotz des großen Maßstabs keine Fingernägel oder anderen Hautdetails zu erkennen. Die Schulterpanzer sind da schon besser, doch auch hier hätten die Details einfach schärfer sein müssen. Ich kann es nur immer wieder betonen: Das bekommen Hersteller von 1:35-Figuren besser hin, und hier reden wir von der doppelten Größe. Trotzdem will ich aber betonen: Wie die Bilder vom Prototyp zeigen, kann man hier ein gutes Modell erschaffen. Bemalung und Abziehbilder:Ein kleiner Bogen liegt bei, lediglich der Schriftzug „Thrall“ liegt in zwei Varianten bei. Es gibt zwar Farben, die gemischt werden sollen, aber die liegen ja schon fertig bei. Was die Farbgebung angeht, lohnt sich allemal der Blick ins Netz, und mit einem vernünftigen Weathering kann man bei so einer Figur ohnehin richtig etwas herausholen.
Anleitung:Es handelt sich um die typische Revell-Anleitung ohne Informationen zum Vorbild, das kritisiere ich auch noch zehn Jahre nach Einführung des neuen Designs. Ansonsten ist jeder der 25 Bauschritte bereits farbig dargestellt, so ist jedes Detail gut erkennbar. Trotzdem glaube ich, dass das einzelne Bemalen nicht gerade von Vorteil ist und es doch besser ist, die Figur nach dem Zusammenbau zu bemalen oder wenigstens in sinnvolle Gruppen zu unterteilen. Ich glaube auch, dass die dauerhaft farbigen Abbildungen nicht gerade zur Übersicht beitragen. Auf der anderen Seite ist die Figur auch nicht zu kompliziert, bei einem Flugzeug oder Ähnlichem wäre das dann wohl wirklich störend.
Stärken:
Schwächen:
Anwendung: Vom Bau einfach, von der farblichen Gestaltung doch anspruchsvoll FazitAuch wenn ich gerne etwas anderes sagen würde, überzeugt hat mich der Orkhäuptling nicht. Wie an anderen Stellen im Internet schon zu lesen ist, wirkt es leider wirklich so, als hätte der Bausatz dringend erscheinen müssen. (Ich kann mir durchaus vorstellen, dass der Termindruck bei einem Lizenzthema doch enorm ist.) Dabei hätte Thrall eine fein ausgearbeitete Oberflächenstruktur sehr gutgetan. Der Lich King dagegen hat mich mehr überzeugen können. Dennoch sage ich: Man kann hier eine hervorragende Figur erschaffen und durch eine gute Bemalung und Eigeninitiative beim Nachgravieren (oder anderen Ideen) viel herausholen. Für Fans der Franchise sieht es auf dem Modellbaumarkt sowieso düster aus. Weitere InfosAnmerkungen: Hier ist der Bausatz beim Hersteller erhälltlich: https://revell.com/products/035169090-gift-set-the-orc-thrall-world-of-warcraft?srsltid=AfmBOorIdBSgBexQMIr5GwafJHpk4kRBHDdkmvx4Ifo7ZzEap92FpCYw Diese Besprechung stammt von Andy Hartung - 12. August 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |
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