Grumman F-14A Tomcat(Revell - Nr. 03782)
Produktinfo
Besprechungzum Vorbild:Die Grumman F-14A Tomcat wurde Ende der 1960er Jahre als neuer trägergestützter Luftüberlegenheitsjäger für die US Navy entwickelt. Sie entstand als Nachfolger der F-4 Phantom II und profitierte von den Erfahrungen aus dem Vietnamkrieg, in dem sich die Notwendigkeit eines leistungsfähigen Langstreckenjägers mit moderner Sensorik gezeigt hatte. Ihren Erstflug absolvierte die F-14 am 21. Dezember 1970, die Indienststellung bei der US Navy folgte 1974. Charakteristisch für die F-14A waren ihre schwenkbaren Tragflächen, das leistungsfähige AWG-9-Radar und die Fähigkeit, bis zu sechs AIM-54 Phoenix-Langstreckenlenkwaffen gleichzeitig einzusetzen. Damit war sie in der Lage, mehrere Ziele über große Entfernungen gleichzeitig zu bekämpfen, eine Fähigkeit, die speziell zur Abwehr sowjetischer Bomberverbände entwickelt worden war. Die F-14A blieb über drei Jahrzehnte das Rückgrat der US-amerikanischen Trägerluftverteidigung und kam unter anderem im Libanon, über dem Irak sowie in den Balkankonflikten zum Einsatz. Ab den 1990er Jahren übernahm sie zunehmend auch Aufgaben der Präzisionsbodenunterstützung. Mit der Einführung der F/A-18E/F Super Hornet wurde die Tomcat schrittweise ausgemustert; ihr letzter Einsatz bei der US Navy erfolgte 2006. Heute ist der Iran der einzige Staat, der die F-14, ursprünglich noch vor der Islamischen Revolution beschafft, in modernisierter Form weiterhin betreibt.
Grumman F-14 Tomcat im Modellbau:Die Grumman F-14A Tomcat ist mit über 600 Bausätzen im Modellbau hervorragend vertreten. Dabei sind alle gängigen Maßstäbe ebenso vertreten wie sogenannte Egg-Planes und Kleinstmaßstäbe für den Schiffsmodellbau. Mit rund 280 Bausätzen bietet der Maßstab 1:72 die größte Auswahl. Auch im Airlinermaßstab sind inzwischen über 160 Bausätze aus 13 verschiedenen Formen erschienen. Die erste Form in diesem Maßstab erschien 1974 bei Otaki. Es folgten Formen von Crown und HobbyCraft. Ende der 1980er-Jahre kamen schließlich neue Werkzeuge von Dragon und Revell hinzu, wobei es sich dabei nicht um den hier vorgestellten Bausatz handelt. Die hier vorliegende Form erschien 2004 bei ACE Corporation und wurde zeitgleich auch von Revell aufgelegt. Sämtliche Revell-Ausgaben dieser Form, die Black Tomcat von 2004, die F-14D Super Tomcat von 2006 und die F-14A Tomcat von 2013, wurden auf unserer Seite bereits vorgestellt. Darüber hinaus sind noch Bausätze von Trumpeter, Doyusha und F-Toys auf dem Markt.
zum Bausatz:Im kleinen Seitenöffner mit einem sehr schönen Cover der recht bunten Maschine befindet sich ein zugeschweißter Beutel mit den fünf Gussrahmen. Diese sind sauber gegossen und zeigen nette Oberflächendetails. Weiterhin befinden sich die Anleitung und ein Decalbogen im Karton. Die neueren 1:144-Jets von Revell bieten im Gegensatz zu den älteren Bausätzen aus den 80er-Jahren ein recht detailliertes Cockpit für diese Größe. So beginnt auch der Bau dieser Maschine genau hier. Das Cockpit besteht zum Großteil aus einer Wanne, in die dann die zwei Instrumentenbretter, die beiden Pilotensitze und ein Steuerknüppel eingesetzt werden sollen. Die Oberflächen sind dabei jedoch weitgehend flach gehalten; man hat also keine angedeuteten Instrumente, Schalter oder Hebel. Dafür bekommt man aber Decals zur Darstellung der Anzeigen. Es wäre schön gewesen, wenn solche auch für die Sicherheitsgurte der Sitze beiliegen würden, gerade weil sie farblich auf den dunklen Sitzen auffallen. Das Cockpitteil beherbergt gleichzeitig auch eine Reliefandeutung für das Bugfahrwerk.
Die Bauweise des Rumpfs kennt man bereits von anderen 1:144er-Jets, zuletzt auch bei der Neuauflage des 1:144er Tornados gesehen. Dabei ist der hintere Rumpf horizontal geteilt und mit schwenkbaren Flügeln versehen, während der vordere Teil mit dem Cockpit klassisch vertikal geteilt ist. Die Passung ist dabei absolut unproblematisch und am Ende muss auch nicht viel geschliffen werden. Die versenkten Gravuren sind nett und auffällig, für den Maßstab aber sicher zu prominent und wären hochskaliert ganze Schützengräben. Die Flügel sind einteilig und besitzen am Ende eine Zahnradkonstruktion. Dadurch können die beiden Flügel, die in den Rumpf eingesetzt werden, auch parallel geschwenkt werden. Wichtig ist hier, den Kleber nur in kleinen Mengen zu verwenden, damit auch alles beweglich bleibt.
Die Cockpitsektion wird anschließend an den hinteren Rumpf gesetzt, danach folgen die beiden Seitenleitwerke. Hier kann es aber zu kleineren Spachteleien kommen, die aber fast nicht der Rede wert sind. Kleinere Bauteile wie der Fanghaken, die Nachbrenner sowie der Chin-Pod unter der Nase, ein Bauteil mit verschiedenen Sensoren und Optiken, werden anschließend angebracht. Weiterhin wird das Fahrwerk, welches weitgehend einteilig ist, montiert. Auch hier wirken die Details überzeugend. Die Fahrwerksklappen sind ebenfalls einteilig und müssen selbstständig getrennt werden, wenn man sie geöffnet darstellen möchte. Leider sind diese für den Maßstab ebenfalls zu dick. Die Cockpithaube ist ebenfalls einteilig und kann nur geschlossen dargestellt werden; auf dem Aftermarket gibt es bei Bedarf aber Alternativen. Unsere Tomcat hier ist bis an die Zähne bewaffnet. Links und rechts befinden sich je ein Pylon mit einer AIM-9 Sidewinder (eine wärmesuchende, selbstgelenkte Luft-Luft-Kurzstreckenrakete) und einer AIM-7 Sparrow (eine überschallschnelle, radargesteuerte Luft-Luft-Mittelstreckenrakete). Zwischen den beiden Triebwerksläufen befinden sich noch zwei Zusatztanks und zwei AIM-54 Phoenix (Luft-Luft-Langstreckenraketen). Wenn diese, vorzugsweise nach der Lackierung, angebracht sind, ist der Bau auch schon beendet.
Bemalung und Abziehbilder:Der Abziehbilderbogen ist, wie bei Revell üblich, in guter Qualität gedruckt. Besonders schön finde ich, dass man seit Neuestem auch den Platz auf dem Bogen sortiert. So haben wir hier die Decals für die Waffen im unteren Bereich abgegrenzt. Neben den üblichen Markierungen haben wir hier auch einige Stencils sowie Decals für die Instrumente und Konsolen. Versatz lässt sich nicht erkennen und die Farben scheinen ausreichend kräftig zu sein. Leider hat Revell nur einen Bemalungsvorschlag für die Maschine ausgearbeitet. Dafür hat man bei Revell aber eine sehr farbenfrohe und ikonische Maschine ausgewählt, wie sie beim ersten scharfen Einsatz des Typs zum Einsatz kam. Konkret handelt es sich um die NK-114, welche bei der VF-1 „Wolfpack“ im Dienst stand. Sie trug die Werknummer 159000 und war die 59. gefertigte Maschine. Sie kam Anfang 1974 zur damals neu aufgestellten VF-1 „Wolfpack“. Auf der USS Enterprise, wo das Geschwader im September 1974 an Bord ging, erreichte sie Ende 1974 den Einsatzraum vor Vietnam. Am 28. September startete sie vor Hawaii zusammen mit anderen Maschinen zum ersten operativen Einsatz einer Tomcat-Staffel. Anschließend nahm die Staffel im April 1975 an der Operation Frequent Wind teil, wobei sie den Luftraum über Saigon sicherte und so die Evakuierung aus Saigon begleitete. Damit nahm sie noch am Schlussakt des Vietnamkriegs teil. Dabei sei auch erwähnt, dass die Maschine, zumindest den Fotos nach, mit genau der Waffenkonfiguration aus dem Bausatz flog. Im Zuge von Wartungsarbeiten wechselte sie ihre Einsatznummer zunächst zu NK-105 und später zu NK-111, weil neuere Tomcats aus jüngeren Produktionsblöcken die Maschine ersetzten. In den 80er-Jahren wurde die Zelle bei Grumman grundüberholt und kam danach zur VF-24 „Fighting Renegades“ und Ende der 80er-Jahre zur VF-194 „Red Lightnings“, wo sie auf dem Festland eingesetzt wurde. Dort flog sie dann als Aggressor zur Feinddarstellung. Die Navy entschied sich nach 16 Jahren Trägerdienst und aufgrund der entspannteren Weltlage dagegen, die ersten Blöcke der Tomcat zu modernisieren. Am 20. August 1990 endete ihre Dienstzeit und am 1. Juni 1992 wurde sie offiziell aus den Beständen gestrichen. Danach diente sie noch als Ersatzteilspender und wurde unter strenger militärischer Kontrolle verschrottet, damit keine Ersatzteile auf dem Schwarzmarkt landen und so z. B. in den Iran gelangen konnten, der die Tomcat ebenfalls verwendete.
Anleitung:Die farbige Revell-Anleitung bietet keine großen Überraschungen. Die Zeichnungen haben sich ein wenig geändert, ansonsten bleiben die Bauschritte der vorherigen Auflage identisch. Detailbemalungen werden mittlerweile farbig dargestellt und sind in jedem Schritt, wo nötig, auch gleich mit Fähnchen gekennzeichnet. Insgesamt sind 23 Bauschritte notwendig. Wie bei Revell üblich werden nur Revell-Farben angegeben. Die Farbe für die Triebwerke muss leider gemischt werden, was dieses Mal aber die einzige Mischfarbe ist. Ein kleiner Pluspunkt: Zumindest für das Grüngrau wird auch der FS-Code angegeben. Die letzte Seite widmet sich der Bemalung. Aufgrund der vielen Decals wirkt diese allerdings ein wenig überladen, gerade weil die Anleitung dieses Mal nur im A5-Format gehalten ist.
Darstellbare Maschinen:
Stärken:
Schwächen:
Anwendung: Gerade diese kleinen 1:144er Jets von Revell sind für Einsteiger gemacht. Sie sind nicht überkonstruiert und punkten meist mit schönen Vorbildern. Lediglich die Bemalung erfordert mehr Geduld. FazitDer Bausatz ist auch in dieser Auflage wieder zu empfehlen. Die kleinen Jets machen immer einen guten Eindruck in der Vitrine und sind schnell gebaut. Sicherlich wäre die Beigabe eines weiteren Bemalungsvorschlags wünschenswert gewesen. Besonders eine iranische Maschine wäre eine interessante Ergänzung gewesen. Weitere InfosReferenzen Walkaround einer Museumsmaschine:https://www.cybermodeler.com/aircraft/f-14/f-14a_walk.shtml
Anmerkungen: Link zum Hersteller: https://revell.com/products/037829090-grumman-f-14a-tomcat?srsltid=AfmBOoriKT7eNVYGDMrvn9JdIBqZr4ETHvAVctUHQLPYQuNNbZdHhadn Diese Besprechung stammt von Andy Hartung - 05. August 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |
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