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Morane-Saulnier MS 406C.1

(Special Hobby - Nr. SH 32019)

Special Hobby - Morane-Saulnier MS 406C.1

Produktinfo

Hersteller:Special Hobby
Sparte:Flugzeuge Militär WK2
Katalog Nummer:SH 32019 - Morane-Saulnier MS 406C.1
Maßstab:1:32
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:Dezember 2025
Preis:57,60 Eur (UVP)
Inhalt:
  • 73 Spritzgussteile
  • 6 Klarsichtteile
  • 21 Resinteile
  • 2 Bögen Fotoätzteile, davon einer coloriert
  • Abziehbilder für drei Flugzeuge
  • Farbige Bauanleitung im DIN-A-4 Format
  • Toploader-Karton als Verpackung.

Besprechung

Das Original

Die französiche Luftwaffe schrieb 1934 einen Wettbewerb für ein einsitziges Jagdflugzeug aus, das eine Geschwindigkeit von 450 km/h erreichen konnte und mit einer oder zwei 20-mm-Kanonen bewaffnet war. Der Gewinner des Wettbewerbs war die Morane-Saulnier MS.405C.1. Es wurden jedoch nur 16 Stück produziert, bevor die Produktion auf die modifizierte Version MS.406C.1 umgestellt wurde. Diese wurde von einem Hispano-Suiza 12Y.31-Motor angetrieben. Die Bewaffnung bestand aus einer Kanone, die durch die hohle Propellerwelle feuerte, sowie aus zwei in den Tragflächen montierten Maschinengewehren.

Bei Ausbruch des zweiten Weltkrieges war die MS.406C.1 der am häufigsten vertretene Typ der französischen Luftwaffe. Sie war zwar leistungsstärker als die deutsche Bf 109D, blieb jedoch hinter der Version Bf 109E zurück. Verbände mit der MS.406C.1 waren nicht nur in Frankreich stationiert, sondern auch in Nordafrika und Französisch-Indochina. Französische Jagdpiloten flogen die MS.406C.1 vom Kriegsbeginn bis zur Niederlage Frankreichs. An ihrer Seite kämpften auch tschechoslowakische und polnische Piloten.

Blick auf die Bauteile (Foto: Special Hobby).
Blick auf die Bauteile (Foto: Special Hobby).

Weitere Moranes wurden von der Luftwaffe des Vichy-Regimes (Armée de l´Air de l´Armistice) eingesetzt. Auch die Luftstreitkräfte des Freien Frankreichs (Forces Aériennes Françaises Libres) nutzten einige davon. Die MS.406C.1 wurde darüber hinaus an die Türkei, Finnland und die Schweiz verkauft. Nach der Besetzung Frankreichs gliederten auch die deutsche, italienische und kroatische Luftwaffe erbeutete Maschinen als Kriegsbeute in ihre Bestände ein. Weitere Maschinen wurden von Deutschland an Finnland verkauft. Durch den Einbau erbeuteter russischer Klimow-VK-105P-Motoren modifizierte Finnland einen Teil dieser Flugzeuge und bezeichnete den Typ fortan als Mörkö-Morane. Die Schweiz baute die MS.406C.1 weiterhin in Lizenz und entwickelte sie eigenständig weiter.

Bereits 1939 erkannte das Hauptquartier der französischen Luftwaffe, dass es dem am weitesten verbreiteten französischen Jäger, der MS.406C.1, an Leistung fehlte, um sich gegen die deutschen Jagdflugzeuge durchzusetzen. Daraufhin bot die Firma Morane-Saulnier eine Modifikation der bereits produzierten Maschinen an, um deren Leistung zu steigern. Die Änderungen wurden teilweise von der für die Schweiz produzierten MS-406 übernommen. Die neue Version erhielt die Bezeichnung MS.410C.1. Die Modifikationen umfassten einen neuen, starren Kühler, neue Abgasanlagen, eine gepanzerte Windschutzscheibe, einen Chauvière-Propeller sowie vier statt der bisherigen zwei in den Tragflächen montierten Maschinengewehre, die zudem diesmal über einen Gurtkanal geladen wurden.

Obwohl diese Modifikationen die MS.410C.1 zu einer weitaus besseren Maschine als die vorherige MS.406C machten, schritten die Produktion und die Montage der Umrüstsätze im kriegsgebeutelten Frankreich so langsam voran, dass bis zum Waffenstillstand nur wenige Dutzend Maschinen umgebaut werden konnten. Zudem erhielten nicht alle von ihnen sämtliche neuen Komponenten. Letztendlich profitierte Finnland von den französischen Modifikationen: das Land kaufte die von Deutschland beschlagnahmten MS.410C.1 und setzte sie im Fortsetzungskrieg gegen die Sowjetunion ein. Sie halfen dabei, die von den Sowjets im Winterkrieg besetzten Gebiete zurückzuerobern.

Technische Daten:
  • Spannweite: 10,61 m

  • Länge: 8,15 m

  • Höchstgeschwindigkeit in 5000 m Höhe: 486 km/h

  • Aktionsradius: 1000 km

  • Dienstgipfelhöhe: 9850 m

  • Bewaffnung: 1x 20-mm-Kanone HS 404 (ehemals HS 9), 2x 7,5-mm-Maschinengewehr MAC 1934

(nach einem aus dem englischen übersetzten Text von Special Hobby)

Der Karton wir gelüftet (die Bauteile sind teilweise aus den Schutztüten herausgenommen worden).
Der Karton wir gelüftet (die Bauteile sind teilweise aus den Schutztüten herausgenommen worden).

Bausatzhistorie

Der Basisbausatz der MS-406 erschien erstmal im Jahr 2005 unter dem Label Azur mit einer Decalvariante der französischen Luftwaffe. Der Kit wurde fünf Jahre später von Special Hobby mit identischen Bauteilen, aber mit drei unterschiedlichen Decalvarianten (finnische und zweimal französische Luftwaffe) sowie zusätzlichen Auspufföfnungen aus Resin für die Maschine der französischen Luftstreitkräfte vertrieben. 

Exakt dieser Bausatz liegt nun vor, inklusive neugestalteter Bauanleitung, überarbeiteten, farbigen Ätzteilen und hochglänzend gedrucktem Decalbogen. 

Blick auf die Bauteile (Foto: Special Hobby).
Blick auf die Bauteile (Foto: Special Hobby).

Ein Blick auf die Bauteile

Die Spritzgussteile weisen fein gravierte Blechstöße und nur an wenigen Bauteilen vorhandene, sehr feine Nietendetails auf. Da der Heckbereich des Originalflugzeugs mit Stoff bespannt und der Rumpf weitgehend aus Holzprofilen ("Plymax"-Verbundstoff) besteht, sollte die Ergänzung mit Nieten beim "Pimpen" des Bausatzes wohlbedacht werden. Die Stoffbereiche zeigen die typische, leicht gewellte Struktur (abwechselnde Vertiefungen und Erhöhungen), die im Vergleich mit Originalfotos angemessen erscheint. Etwas übertrieben wirken die erhabenen Strukturen der Verstärkungsbänder für die Befestigung der Plymax-Flügelprofile auf den Tragflächenoberseiten. Der Effekt kann leicht durch Abschleifen gemildert werden.

Bei den Vorgängerbausätzen, bedingt durch die Formtechnik bei Short-Run-Bausätzen, war oftmals auf den Modelloberflächen eine leichte Textur vorzufinden, die dem Kunststoff ein mattes Aussehen verlieh. Außerdem war an einigen Bauteilen ein wenig Gratbildung zu erkennen (Höhenruder). Vorliegend zeigt sich keine Spur davon - die Bauteile haben durchgehend eine glatte Oberfläche. Unverändert bleiben einige sehr solide wirkende, recht massiven Angüsse, von denen die Bauteile vorsichtig, am besten mit einer Säge abgetrennt, und nicht mit einem Seitenschneider abgeknipst, werden sollten.

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Morane-Saulnier MS 406C.1

 

Special Hobby - Morane-Saulnier MS 406C.1

Das Höhenleitwerk verfügt über separate Ruder, im Gegensatz zu den Querrudern, die an den Tragflächen fest angegossen sind und im Falle einer dynamischen Darstellung ausgesägt werden sollten. Die Ruder weisen recht gute, scharfe Kanten auf, wenngleich die Hinterkanten der Tragflächen möglicherweise etwas dünner geschliffen werden müssen.

Der Bau beginnt mit dem Cockpit, was sehr ansprechend detailliert wird und allein deshalb diesen Bausatz emporhebt. Das Cockpit wird aus Kunststoff- und Resinteilen und Fotoätzmaterial (PE) aufgebaut – ein Stück Klarsichtfolie für das Reflexvisier soll man als Scratchteil aus der Bastelkiste beisteuern. Zum Cockpit gehört auch das Rohrgerüst für die Seiten- und Rückwand, das der Konstruktion ein sehr realistisches Aussehen verleiht. Die Sitzgurte stammen vom farbigen Ätzteilbogen. Ganze elf Fotoätzteile sollen hier verbaut werden.

Eine sehr fein gegossene Kühlerfront sowie Auspuffrohre aus Resin sind zu montieren. Die Auspufföffnungen in den Rumpfhälften aus Kunststoff müssen vorsichtig ausgefeilt werden, damit die Resin-Auspuffrohre ordentlich hineinpassen. Sobald das Cockpit eingeklebt ist, wird der Rumpf geschlossen.

Einige Bauteile im Streiflicht. (Foto: Special Hobby)
Einige Bauteile im Streiflicht. (Foto: Special Hobby)

Einige Bauteile im Streiflicht. (Foto: Special Hobby)
Einige Bauteile im Streiflicht. (Foto: Special Hobby)

Einige Bauteile im Streiflicht. (Foto: Special Hobby)
Einige Bauteile im Streiflicht. (Foto: Special Hobby)

Die Ölkühler-Baugruppe besteht aus 10 Teilen, einschließlich der Innenwände zwischen den Radkästen, was eine sehr detaillierte Darstellung ermöglicht. Dem Modellbauer stehen zudem zwei Varianten für Propeller und Spinner zur Auswahl, wobei die Bauanleitung zu Rate zu ziehen ist.

Das Fahrwerk wirkt gut detailliert; Scharniere, Streben und Einziehmechanismen sind vorhanden. Die Einziehstreben bestehen aus Resin und sind äußerst fein ausgearbeitet (bei meinem Bausatz war leider transportbedingt ein Ausleger abgebrochen). Die Räder des Hauptfahrwerks sind gut detailliert, sie bestehen aus zwei Hälften, sind vorbildmäßig ohne Profil/glatt, weisen aber keine belastungsbedingte Abflachung auf.

Den Abschluss der Montage bilden das Anbringen der Cockpithaube und des außerhalb des Cockpits auf einer Stange angebrachten Visiers. Erfreulicherweise besteht die Haube aus drei Teilen, so dass man sie geöffnet lassen und den Blick auf das Cockpit freigeben kann! Das externe Visier wird als einteilige Ausführung komplett aus dem Ätzteil 34 erstellt. Was die Bauanleitung nicht verrät: am Resingussteil mit dem Steuerknüppel befindet sich auch die dünne Haltestange für Kimme und Korn, die ergänzend/alternativ verwendet werden kann und plastischer aussieht, als das flache Ätzteil.

Einige Bauteile im Streiflicht. (Foto: Special Hobby)
Einige Bauteile im Streiflicht. (Foto: Special Hobby)

Beide Ätzteilbögen. (Foto: Special Hobby)
Beide Ätzteilbögen. (Foto: Special Hobby)

Die Klarsichtteile. (Foto: Special Hobby)
Die Klarsichtteile. (Foto: Special Hobby)

Lackierung, Decals und Markierungen

Es werden Abziehbilder für drei Maschinen angeboten: die erste Maschine ist eine finnische Morane, die das gebräuchliche schwarz-hellolive Wellentarnschema trägt und mit einem Maul mit scharfen Zähnen verziert ist. Dazu kommen zwei französische, von denen eine bei einem polnischen Verband flog und daher das polnische Schachbrettmuster an den Rumpfseiten zeigt. Sie tragen dieselben Tarnfarben, allerdings in unterschiedlichen, aber beiderfalls ansprechenden Schemen. 

Die Bauanleitung

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Morane-Saulnier MS 406C.1

 

Weitere Details des Kits (1)

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Morane-Saulnier MS 406C.1

 

Weitere Details des Kits (2)

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Morane-Saulnier MS 406C.1

 

Darstellbare Maschinen:
  • M.S. 406 - MS 311, 1/LeLv 14, Pilot: 2nd Lt L. Kurten, Tiiksjärvi/Finnland, 1943
  • M.S. 406C1 Nr. 1031, L621, GC III/1, Pilot: Kazimierz Bursztyn, Frankreich, 1940
  • M.S. 406C1 Nr. 289, N701, GC II/2, Pilot: Lt Henri de Rohan-Chabot, Frankreich, 1940.
Stärken:
  • Ansprechend dargestellte Details
  • Toll detailliertes Cockpit
  • Sinnvolle Kombination von Kunststoff- und Zurüstteilen
  • Einziges Modell dieses Typs in diesem Maßstab.
Schwächen:
  • Überbetont modellierte Flügeloberseiten
  • Räder nicht abgeflacht.
Anwendung: Aufgrund des multimedialen Ansatzes und des aufwändig zu montierenden Fahrwerks sicherlich ein Kit für gehobene Bastelfertigkeiten.

Fazit

Damals wie heute ist dieser Bausatz eine gelungene Darstellung des Originals. Schön, dass er wieder zu haben ist. Empfehlenswert!

Weitere Infos

Anmerkungen:

Der Kit ist auf der Website von Special Hobby zu finden und dort auch, Verfügbarkeit vorausgesetzt, käuflich zu erwerben.

Dort gibt es auch die Bauanleitung zum Download

Diese Besprechung stammt von Alexander Jost - 21. Juli 2026

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