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Deutsche Offiziere

(HobbyBoss - Nr. 84406)

HobbyBoss - Deutsche Offiziere

Produktinfo

Hersteller:HobbyBoss
Sparte:Figuren
Katalog Nummer:84406 - Deutsche Offiziere
Maßstab:1:35
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:2019
Preis:ca. 8 €
Inhalt:
  • 1 sandbeiger Spritzlingsrahmen

  • 1 kleine PE-Platine (2 Brillengestelle)

  • Landkarten (Aufdruck auf den Seitenlaschen der Verpackung)

Besprechung

Zeitgenössische Spritzgussfiguren überzeugen oft durch ein Maximum an mimischem wie körpersprachlichem Ausdruck. Gestik und Faltenwurf der Uniformen bzw. der Kleidung stehen alternativen Kleinserienmodellen oft kaum noch nach. Auch die Körpergröße und -proportionen sind in den meisten Fällen gut getroffen. Das war nicht immer so. Während die einen von der Körpergröße her viel zu klein waren, kamen die anderen mit der Anmutung einer Schaufensterpuppe, in einer Art Kreuzung von Moonboots und Skistiefeln daher.

Es gab auch Sets, die ihrer Zeit weit vorauswaren. Die Rede ist von den alten, längst vergriffenen Tristar-Figuren aus Hongkong. Unter der Nummer 006 gab es auch eine Packung „German Officers Field Session Set“, die bereits 2010 auf MV (Link) vorgestellt wurde. 

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Da ich mir kürzlich das Nachfolge-Set (nun von HobbyBoss) für die Gestaltung eines Dioramas zugelegt habe, drängte sich ein vergleichender Blick zu damals auf. Außer den verschwundenen Schuhnägeln, dem Schriftzug am Spritzling und dem Text auf der Verpackung hat sich wohl wenig geändert. Auch die Karten zum Ausschneiden gibt es noch. *)

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Die Figuren

Die Packung enthält nach wie vor einen Spritzlingsrahmen, mit dem sich aus 34 Teilen vier Figuren bauen lassen. So wie man sie der Packung entnimmt und das Deckelbild nahelegt, handelt es sich um:

1. Einen Offizier mit Mantel und Schirmmütze. Eher eine Nebenperson. (Figur A)

2. Einen General mit roten Lampessen an den Hosen, Reithosen mit ausgestellten Schenkelpartien; Standbein und Spielbein unterschiedlich belastend, die linke Faust in die Hüfte gestemmt. Die Rechte am Koppel. (Figur B)

3. Einen Adjutanten mit Aktentasche. Brillenträger. Kopf mit angegossenem Schiffchen. Hat mit Aktentasche und einer großen, gefalteten Karte alle Hände voll zu tun. Nebenperson. (Figur C)

4. Ein (auf dem Deckelbild) schwarz Uniformierter, den man auf den ersten Blick als Angehörigen der Panzertruppe identifizieren möchte, nur die rosafarbenen Kragenspiegel erscheinen mir etwas zu rot. Dafür hat er zwei Totenköpfe am Kragen, die ihn damit eindeutig als Panzermann der Wehrmacht ausweisen: Das Kennzeichen der kaiserlichen Husaren. (Figur D)

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Ein weiteres Indiz stellt der Reichsadler dar, der bei der Wehrmacht auf der Brust getragen wurde. Die Körperhaltung kann man als Ausdruck eines überzogenen Elite-Verständnisses sehen. Breitbeinig dastehend, mit Überfallhosen, steht er im Kontrast zur restlichen Figurengruppe; er strotzt förmlich vor Überlegenheit, was ihn zusätzlich der auch in der damaligen Realität durchaus gegebenen Verwechslungsgefahr aussetzt. Allerdings trugen die Herren von der Konkurrenz nur einen Totenkopf, am anderen Kragenspiegel die Runen und den Reichsadler am Ärmel (Wenn ich mir alles richtig gemerkt habe).

Mit den Figuren lässt sich sehr glaubwürdig eine Besprechung im Felde darstellen. Körpersprachlich kann man eine gewisse Spannung zwischen dem General (B) und dem Panzerführer (D) ablesen. Aber letztendlich liegt es am Dioramabauer selbst, wie er Situatives einbringt, um eine recht ruhige, aber doch lebendige wie spannungsgeladene Szene entstehen zu lassen.

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Einige Anregungen liefert das Deckelbild. Die dargestellte Situation unter einem Baum im Hintergrund angeschnitten ein Einheits-PKW, ein Horch? Der General mit Teilen seines Stabes trifft auf den Führer einer Panzerabteilung: Lagebesprechung – Einweisung oder Bewertung der Lage – Meinungsverschiedenheiten – gar ein Konflikt? Der schwarzen Waffenfarbe zufolge handelt es sich um Pioniere. Aber letztendlich hängt das alles nicht vom Deckelbild, sondern vom Geschick und der Gestaltungsabsicht des Modellbauers ab.

So kann ich mir zumindest drei der vier Figuren auch in einer besetzten Stadt gut vorstellen. **)

Für Zusammenbau und Bemalung liefert die Rückseite des Kartons die entsprechenden Hinweise. Die Farbtabelle umfasst sechs Hersteller, so dass für jeden etwas dabei sein sollte (u.a. Tamiya, Humbrol, Vallejo, Mr. Hobby). Alle Figuren sind in Front- wie Rückenansicht abgebildet.

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Einsatzmöglichkeiten

• Kurz gesagt: fast überall, wo man „Knobelbecher“ trug

• Allerdings schränken Handschuhe bzw. ein Mantel temperaturmäßig bzw. jahreszeitlich ein

• zeitlich: Der „Gefrierfleischorden“ weist die Figuren (A, C, D) als ehemalige Teilnehmer der „Ostschlacht 1941/42“ aus ***)

Stärken:
  • Sehr gute Ausführung und Ausstattung

  • Feinste Details

  • Unschlagbarer Preis

.

Schwächen:
  • Keine – selbst der produktionsbedingte Versäuberungsaufwand hält sich in engen Grenzen

.
Anwendung:

Schöner, vor allem günstiger Einstieg in den Figurenmodellbau, an dem auch der Freund von Wehrmachtsdioramen seine Freude haben kann.

Fazit

Preis und Produkt sind nach wie vor herausragend. Absolut empfehlenswert!

Weitere Infos

Anmerkungen:

*) Das Ausschneiden, Einweichen und Abziehen des Kartendruckes von der Kartonschicht funktioniert ganz gut; allerdings sollte man die glänzende Oberfläche noch mit Mattlack überziehen.

**) Zur persönlichen Nutzung:

Drei Figuren werden nach Ste.-Marie-sur-Mer versetzt. Irgendwie fällt mir General Burkhalter (Hogan’s Heroes) ein, und von der Leibesfülle her könnte der General auch prima Oberst Schinkenhäger, den Standortkommandanten von Ste.-Marie abgeben, wie er auf dem Balkon des Rathauses steht und mit einer Wehrmachtshelferin plauscht … Der Panzermann wird freigestellt – quasi zbV.

***) gestiftet am 26.5.1942; offiziell: Medaille „Winterschlacht im Osten 1941/42“, wurde an Überlebende des Extremwinters 1941/42 verliehen und erhielt in Anspielung auf massenhafte Erfrierungen in der rauen Soldatensprache seinen Suggestivnamen.

Diese Besprechung stammt von Thomas Ehrensperger - 15. Juli 2026

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