Hotchkiss H39(Tamiya - Nr. 35389)
Produktinfo
BesprechungHistorische NotizDer Hotchkiss H-39 als Weiterentwicklung des H-35 wurde entsprechend der (überholten) französischen Einsatzdoktrin als leichter Kavalleriepanzer konzipiert und war eine Parallelentwicklung zum Muster von Renault. Nach der Besetzung Frankreichs durch die Wehrmacht und dem Waffenstillstand von Compiègne wurden viele französische Panzer übernommen und adaptiert (z.B. Kommandantenkuppel, Funkeinrichtung). Besondere Bekanntheit erreichten die Umbauten durch das Baukommando Becker, die auf den Fahrwerken des H-39 aufbauten, v.a. Selbstfahrlafetten für Jagdpanzer und Panzerartillerie.
Der BauplanAuf zwölf Seiten im Hochformat (175 x 280 mm) wird der Bau des Modells in 28 Bauschritten sehr übersichtlich dargestellt. Damit lassen sich die französische Ursprungsvariante und die adaptierte Version der Wehrmacht bauen. Dabei ist bei den Schritten 7, 13 – 15, 19f und 24 - 28 auf die Wahl des entsprechenden Modells zu achten:
Zum BausatzDer Bausatz ist von Grund auf neu konstruiert und besteht aus insgesamt 243 Spritzteilen, die sich auf vier Spritzrahmen verteilen.
Der Spritzling A liegt zwei Mal bei Die BauteileDie Einzelteile des Bausatzes machen insgesamt einen guten Eindruck, wie von Tamiya qualitativ und konstruktiv zu erwarten. Hierfür mag das einteilige Kanonenrohr stehen. Dabei sorgt die Kanone auch für die einzige Detaillierung im Innenraum des Panzers. Teile und Kosten sparend bleiben Motorraum, Antriebsstrang und Fahrerplatz leer, falls man das von anderen Herstellern inzwischen gewohnt sein sollte. Aber diese weitergehende Detaillierung – die man meist, besonders bei geschlossenen Luken, eh nicht sieht, würde auch für viele weitere Teile (verbunden mit höherem Bauaufwand) und einen deutlich höheren Preis sorgen. Die Panzerketten wurden modellbauerfreundlich ausgeführt; die Kombination aus Einzelgliedern und Segmentketten mit Durchhang ist für viele inzwischen so etwas wie der Königsweg und scheint sich immer mehr durchzusetzen. Die bei Tamiya bewährten Positionierungsnippel kommen dabei wieder zum Einsatz, um eine optimale Passung der Kette zu erleichtern. Dem Bausatz liegen entsprechend der baubaren Varianten zwei Figuren bei: ein französischer Panzersoldat stehend (geöffnete Heckluke), ein deutscher Panzerkommandant aus dem Turm spähend (geöffnete Turmluke). Dabei ist besonders die Konstruktion des deutschen Panzersoldaten interessant, eine Art Halbfigur, die über einen Halterungswinkel und ein Loch-Zapfen-System platziert wird. Eine gute Lösung ist das schwarze Kettchen: Lobenswert! Dieses wird allerdings nur für die französische Variante verwendet. Schließlich die bei Tamiya obligatorischen Polycaps, die langsam Kultstatus bekommen und manch einer wundert sich über Sinn und Zweck für die Darstellung des Kettenantriebs. Eine Interpretation: vermutlich stammen die Polycaps als Relikte aus einer Zeit, da das Fahrwerk über einen E-Antrieb beweglich sein musste, um Bausätze in Japan steuerbegünstigt produzieren zu können (vgl. Batteriefächer und Aufnahme für einen Elektromotor im Inneren alter Tamiyamodelle, auch die hässlichen Löcher in den Bodenteilen waren für das Ein- und Aussschalten des Motors nötig). Ein Polycap hat noch für die Höhenrichtbarkeit der Kanone eine Funktion, die so beweglich bleibt.
Bemalung und DecalsDer Bausatz sieht zwei Bemalungsvarianten vor: Eine französische Zweifarbtarnung und ein deutscher Dreifarbenanstrich (braun und grüne Streifen auf dunkelgelb). Weitere attraktive Anstriche für französische Vorbilder findet man leicht im Netz. Für eine frühe deutsche Version könnte man auch an eine panzergraue Lackierung denken. Die Decals bieten wenig Auswahl und sind überschaubar auf einem Trägerblatt mit den Maßen 53 x 35 mm gedruckt, sie machen einen guten Eindruck, den ich mir auch für die Verarbeitung erhoffe. Für die Wehrmachtvariante bestehen sie lediglich aus Balkenkreuzen.
Darstellbare Fahrzeuge:
Stärken:
Schwächen:
Anwendung: Sollte problemlos baubar sein, auch für Einsteiger lassen sich keine Fallstricke erkennen. Die Konstruktion ist weitestgehend vom Modellbauprozess her gedacht. Fazit
Weitere InfosReferenzen
Diese Besprechung stammt von Thomas Ehrensperger - 23. Februar 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |
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