Lamborghini Revuelto(Revell - Nr. 07723)
Produktinfo
Besprechung
Der Revuelto ist der neueste Stier aus dem Hause Lamborghini. In seine Entwicklung sind die neuesten Erkenntnisse des modernen Fahrzeugbaus eingeflossen. Er verfügt über ein Carbonfaser-Monocoque, welches sich über den gesamten Vorderwagen erstreckt. Das Chassis mit diesem zentralen Monocoque, gefertigt mit einer speziellen Technologie (Forged Composites) verfügt über eine außerordentliche Torsionssteifigkeit und Festigkeit. Sie bietet den Insassen maximalen Schutz im Falle eines Unfalls. Das ist bei der zur Verfügung stehenden Leistung auch dringend geboten. Als erstes Hybrid-Modell von Lamborghini verfügt der Revuelto über einen klassischen V12-Motor und drei Elektromotoren (zwei an der vorderen E-Achse, einer hinter dem Verbrennungsmotor). Der V12-Motor zeichnet sich durch ein neues, effizienteres Verbrennungssystem, einer neuen Abgasanlage mit weniger Gegendruck bei hohen Drehzahlen, ein überarbeitetes Ansaugsystem mit Drehmoment- und Leistungssteigerung, neue Schmier- und Kühlanlage, verbesserter Ventiltrieb mit Hydro-Tassenstößeln für hohe Geschwindigkeiten und zu guter Letzt durch eine Gewichtseinsparung von 33,5 kg aus. Der V12-Motor erzeugt in Verbindung mit den Elektromotoren eine beachtliche Systemleistung von 1015 PS. Das reicht für eine Höchstgeschwindigkeit von 350 km/h.
Damit diese Power auch auf die Straße gebracht werden kann, ist der Revuelto mit einem quer hinter dem Motor eingebauten Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe ausgestattet. Das hat Vorteile in Sachen Gewichtsverteilung, Platzangebot im Innenraum und bei der Nutzung des hinteren Elektromotors. Verschiedene Schaltprofile stehen zur Verfügung, damit ist man sowohl im Stadtverkehr als auch bei maximaler Beschleunigung optimal unterwegs. Lamborghini teilt diese in vier Hauptkategorien auf: Città (vollelektrisch, Allradantrieb bei Bedarf), Strada (Komfort und Laufruhe), Sport (Reaktionsfreudigkeit und Fahrspaß) und Corsa (Nervenkitzel und ultimative Performance). Das hauseigene LDVI-System (Lamborghini Integrated Vehicle Dynamics) verteilt das Drehmoment je nach Fahrsituation gezielt auf die einzelnen Räder. Das System ist in der Lage, den Grip des Untergrunds vorherzusehen und die Leistungsverteilung beim Beschleunigen und Bremsen anzupassen, um die bestmögliche Performance und Kontrolle zu gewährleisten. Das Grundmodell ist für schlappe 600.000 Euro zu haben, allerdings ist die Liste der möglichen Ausstattung endlos. Da landet man in fünfstelligen Einzelschritten auch mal schnell jenseits der 750.000 Euro.
Dieses Bauteil wird fast komplett mit Carbon-Decals belegt Der Bausatz ist eine komplette Neuentwicklung von Revell. Die knapp über 100 Bauteile, überwiegend in diesem sehr angenehmen grauen Kunststoff, sind von sehr guter Qualität und Detaillierung. Die Karosserie besteht aufgrund der komplizierten Formen aus mehreren Teilen. Die Trennstellen wurden geschickterweise so gewählt, dass man die einzelnen Segmente vor dem Zusammenbau lackieren kann. Die Auswerfer liegen im nicht sichtbaren Bereich, Grat ist kaum vorhanden und es gibt lediglich zwei kleine Sinkstellen, die man bearbeiten muss (eine am Außenspiegel, eine an der Karosserie). Beim Motor hat man sich auf das Wesentliche beschränkt. Das Meiste davon verschwindet in den Tiefen der Karosserie und ist am fertigen Modell kaum zu sehen. Die Bemalung des sichtbaren Teils ist eine kleine Herausforderung, da es sich im Wesentlichen um ein, zwei Bauteile handelt. Achsen und Unterboden sind ebenfalls sehr einfach aufgebaut, deswegen aber nicht weniger gut detailliert. Die Vorderräder können lenkbar angebaut werden und mit etwas sauberem Arbeiten bleiben die Räder am fertigen Modell drehbar. Aber Vorsicht! Die Passung der Radbolzen ist sehr eng, man bekommt sie kaum noch einmal auseinander wenn sie mal "sitzen". Die vier Bridgestone Sport ZRF-Reifen hat Revell sehr gut wiedergegeben. Das gummiartige Material wirkt sehr überzeugend, die Profilierung entspricht dem Original. Die Größenunterschiede zwischen vorne (265/30 ZRF 21) und hinten (345/25 ZRF 22) wurden natürlich berücksichtigt. Da man die Bremsanlage durch die recht offenen Felgen sehr gut sieht, hat Revell diesen Bereich sehr gut gestaltet. Die Bremsscheiben haben ein Lochmuster und die angegossenen Sättel sind mit einigen schönen Details versehen. Passende Schriftzüge sind mit auf dem Decalbogen. Der Innenraum ist für mich das Highlight des Bausatzes. Zwar kann man die Türen nicht geöffnet anbauen, jedoch dürfte man durch die großzügige Verglasung am fertigen Modell noch einiges davon sehen. Man kann den Wagen als Rechts- oder als Linkslenker bauen. Revell hat sich hier sehr viel Mühe gegeben, das Ganze so nah wie möglich an das Original zu bringen. Für die Bemalung sollte man sich ein paar Fotos vom Original anschauen, je nach Ausstattungspaket variieren die Farben ein wenig. Es gibt wieder reichlich Decals für die vielen Bedienteile und Anzeigen im Cockpit. Die Karosserie wird noch mit einigen Anbauteilen versehen. Selbstverständlich sind Spiegel, Scheinwerfergläser oder der Scheibenwischer separate Bauteile. Ich habe schon mal einige Passproben vorgenommen und keinerlei Probleme festgestellt. Die Klarsichtteile sind leider wieder einmal von gemischter Qualität. Während die große Frontscheibe noch ganz ok aussieht, sind die seitlichen Fenster ein wenig schlierig. Eigentlich unverständlich, da die Teile nur leicht gebogen sind. Eine der beiden hat eine kleine Macke, trotz separatem Beutel.
Der sehr sauber in Italien gedruckte Decalbogen ist für ein Zivilfahrzeug recht üppig ausgefallen. Das liegt zum Einen an den zahlreichen Carbon Look-Decals, zum Anderen an den (leider oftmals fehlerhaften) Kennzeichen. So ist das GB-Kennzeichen noch aus der EU-Zeit, besser wäre hier UK mit einem kleinen Union Jack gewesen, zumal die "25" auf das Zulassungsjahr 2025 hindeutet. Der Bogen enthält auch alle benötigten Schriftzüge und Logos. Außerdem erleichtert Revell uns die Bemalung des Innenraums, da auch die farblich auf die Außenfarbe abgestimmten Elemente für die Türverkleidungen enthalten sind. Diese setzt natürlich voraus, dass man sich für das Orange entscheidet. Die Carbondeclas sind ein bisschen tricky, hier muss man stellenweise aufpassen, dass man die richtigen Decals verwendet. Zum Beispiel an den Innenteilen der seitlichen Lufteinläufe, hier muss man pro Seite nicht weniger als acht Decals aufbringen, alle mit unterschiedlichen Formen. Die 20-seitige Bauanleitung ist wegen der vielen Hinweise ein wenig unübersichtlich. Zwar werden immer nur wenige Bauteile verwendet, man muss aber trotzdem sehr genau hinschauen, dass alle Farben und Decals an den richtigen Platz kommen. Vor allem die vielen Grau- und Schwarztöne sind etwas verwirrend. nebenbei bemerkt sollte man bei Revell mal über eine Erweiterung der Farbpalette nachdenken. Dieses Schwarz-Dunkelgrau-Gemisch z.B. ist mittlerweile fast bei jedem Bausatz erforderlich. Auf der letzten Seite wird auch die Funktion des Plastikwinkels ersichtlich, er ist für ein kleines Namensschild. Scheint auch neuerdings immer mit dabei zu sein, sehr nützlich - Danke, Revell. Darstellbare Fahrzeuge:
Stärken:
Schwächen:
Anwendung: Revell gibt Level 3 an, ich denke, das ist vielleicht einen Tick zu optimistisch. FazitRevell kann es also noch! Nach dem Bronco vom letzten Jahr kommt mit dem Revuelto auch dieses Jahr ein echter Bausatz-Knaller in den Handel. Spritzguss (überwiegend) vom Feinsten und Details ohne Ende. Und das, ohne sich dabei in einem Bauteilejungle zu verlieren. Die Klarsichtteile sind hier aber auch wieder ein Kritikpunkt. Weitere InfosReferenzen Lamborghini.com
Anmerkungen: Ihr könnt euch den Bausatz direkt bei Revell im Onlineshop holen oder im einschlägigen Fachhandel. Diese Besprechung stammt von Frank Richter - 11. Februar 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |