TT-1 Pinto ‘US NAVY Trainer’(Planet Models - Nr. PLT287)
Produktinfo:
Besprechung:
Die Temco TT-1 ging aus einer Ausschreibung der US Air Force für einen strahlgetriebenen Trainer für die Piloten-Grundausbildung hervor. Diese wurde am 15. April 1952 herausgegeben, neben Temco nahm auch Cessna mit der T-37 am Wettbewerb teil, letztere bekam schließlich den Zuschlag. Die US Navy zeigte dagegen mehr Interesse an der TT-1 und bestellte eine kleine Serie von 14 Maschinen. Man wollte damit schauen, ob es möglich ist, die Pilotenausbildung direkt auf Jets durchzuführen, ohne vorherige Erfahrung auf Propellermaschinen. Die Tests verleifen soweit ganz gut, jedoch monierten die Besatzungen die schwachen Flugleistungen und die niedrige Perfomance der Maschine. Diese ergab sich aus dem einzelnen Triebwerk, einem Continental J-69T-2. Es handelte sich um den Nachbau des französischen Turbomeca Marboré II, welches z.B. auch in der Fouga Magister verwendet wurde. Dort allerdings zweifach, bei ansonsten vergleichbaren Abmessungen. Die Auslieferung der TT-1 begann im März 1957, bis Juli 1958 waren alle Maschinen übergeben worden. Die Erprobung bzw. das eigentliche Training wurde an verschiedenen Standorten durchgeführt: Dalles, Patuxent River, Litchfield und Saufley. Im Oktober 1960 wurden die noch vorhandenen Maschinen außer Dienst gestellt und eingelagert. Einige gingen später in private Hände. Es gab einige vielversprechende Weiterentwicklungen, jedoch konnte sich keine davon durchsetzen.
Von Special Hobby gibt es ja seit einigen Jahren bereits ein Spritzgussmodell der TT-1 Pinto im Maßstab 1:72. Die nächstgrößere Ausgabe, die uns hier vorliegt, ist komplett aus Resin gefertigt. Anscheinend ist das bei den zu erwartenden Verkaufszahlen immer noch die günsigere Alternative in der Herstellung. Der Bausatz besteht aus gut 60 Resinteilen, teilweise im klassischen Resinguss, teilweise im 3D-Druckverfahren hergestellt. Hinzu kommt noch eine Vacukanzel in doppelter Ausführung. Die gegossenen Teile sind von guter Qualität, die großen Bauteile wie Rumpfhälften und Tragflächen sind ohne Verzug und mit feinen versenkten Gravuren versehen. Natürlich braucht es eine gute Vorbereitung der Teile, damit alles zusammenpasst. Die beiden Tragflächen sind jeweils aus einem Stück und es gibt zwei Passstifte, die in passende Bohrungen am Rumpf eingesteckt werden. Das passt sogar einigermaßen gut und man bekommt auch gleich den korrekten Winkel von 6° für die V-Stellung hin. Höhen- und Seitenleitwerk sind ebenfalls einteilig mit fest angegossenen Steuerflächen. Die Kunst beim Zusammenbau besteht hier, alles korrekt zueinander auszurichten.
Das Cockpit ist relativ kleinteilig ausgeführt. Dafür gibt es eine Reihe erhabener Details sowohl an den Seitenwänden wie auch an den Instrumentenkonsolen. Die beiden ESCAPAC-Schleudersitze sind sehr gut wiedergegeben mit angegossenen Sitzgurten. Die beiden (gedruckten) Abzugsbügel müssen noch angebracht werden. Pedale und Steuerknüppel sind ebenfalls Druckteile und müssen erst noch aus dem Support befreit werden. Hier heißt es: besser zweimal hinschauen, was Bauteil ist und was zum Support gehört. Für die beiden Instrumentenbretter (gegossen) gibt es recht brauchbare Decals für den, der keine Lust zum Bemalen hat. Was noch fehlt, sind die beiden Sauerstoffschläuche der Piloten. Die Konsole mit Schaltern auf der rechten vorderen Seitenwand ist nur eine glatte Platte, schade dass hierfür nicht wenigstens ein paar Decals beiliegen. Die großzügige Verglasung, hier in Form einer einteiligen Vacuhaube, gewährt einen sehr guten Einblick ins Cockpit, auch bei geschlossener Haube.
Die Fahrwerke sind aus schwarzem Resin gedruckt, welches anscheinend etwas härter bzw. stabiler ist als das graue für die Cockpitteile (dieses ist sogar eher zu weich). Die Detaillierung der Teile ist sehr gut, sämtliche Öffnungen an den Streben sind sauber durchbrochen gegossen. Beim Bugfahrwerk hat man die Wahl zwischen mit und ohne Schutzblech um die Räder. Dieses wurde bei einigen Maschinen nachgerüstet. Die Bauanleitung geht darauf nicht ein, aber für die zweite Markierungsoption (144234) gibt es Fotos, die das Blech zeigen. Die Fahrwerksschächte sind komplett leer, allerdings ist der größte Teil davon am Boden geschlossen. Vorne gibt es sogar nur ein kleines Loch, die Fahrwerksaufnahme ist Teil des Cockpitbodens. Die Lufteinläufe sind - wie auch die Schubdüse - separate Teile mit schön dünnen Einlauflippen. Der Lufteinlauf des Wärmetauschers und weitere Kleinteile (Anlenkpunkte der Landklappen, Antenne, Hecksporn) müssen noch am Rumpf angeklebt werden. Fehlt nur noch die Bugsektion, hier sind beim Original zwei Scheinwerfer hinter einer klaren Verkleidung untergebracht. Das Bausatzteil ist sinnvollerweise ais klarem Resin gegossen. Es gibt auch eine graue Version, die aber anscheinend nur dazugelegt wurde. Was da noch fehlt, ist das Pitotrohr, wie es auf dem Deckelbild zu sehen ist.
Der Decalbogen ist von guter Qualität und ermöglicht die Darstellung von zwei der 14 gebauten Maschinen. Die Decals sind von gewohnt guter Special-Hobby Qualität. Da die TT-1 eher spärlich dekoriert waren, beschränkt sich das Ganze auf ein paar Wartungshinweise (bei weitem nicht alle!) und die jeweiligen Kennungen. Man hätte ohne weiteres alle 14 Maschinen oder wenigstens eine der in Privatbesitz übergegangenen Maschinen ohne große Mehrkosten realisieren können. Die Bauanleitung ist nicht ganz so ausführlich wie bei den Spritzgussbausätzen. Die Skizzen und die Aufteilung der Baustufen ist ok, was mir fehlt, sind gescheite Bemalungshinweise. Die gibt es nur als Liste und abgesehen vom Trainer-Gelb (Mr Hobby H/C 329) auch nur generisch ohne Referenz zu einem Farbsystem. Bei Scalemates gibt es noch die Anleitungen der drei Auflagen der 1:72er Bausätze, da kann man noch ein paar Infos mehr bekommen.
Darstellbare Maschinen:
Stärken:
Schwächen:
Anwendung: Mehr etwas für erfahrene Modellbauer. Fazit:Ein gut gemachter Resinbausatz dieses wenig unbekannten Flugzeugtyps. Die Detaillierung ist gut, wenn auch nicht überragend. Bei den Decals hätte ich mir bei einem Preis von über 60 Euro etwas mehr Auswahl gewünscht, zumal es ja sicherlich keine weiteren Auflagen geben wird. Weitere Infos:Referenzen: Naval Fighters Number Seventy-Two, Temco TT-1 Pinto von Mark Frankel
Anmerkungen: Den Bausatz kann man direkt bei Special Hobby erwerben: Diese Besprechung stammt von Frank Richter - 02. Januar 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |