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Folgore

(Eduard Bausätze - Nr. 1132)

Eduard Bausätze - Folgore

Produktinfo:

Hersteller:Eduard Bausätze
Sparte:Flugzeuge Militär WK2
Katalog Nummer:1132 - Folgore
Maßstab:1:48
Kategorie:Bausätze (Plastik)
Erschienen:September 2016
Preis:ca. 40 €
Inhalt:
  • 4 Gießrahmen aus grauem Kunststoff
  • 1 Rahmen mit Klarsichtteilen
  • 2 Platinen mit Ätzteilen, eine davon farbig
  • 7 Resinteile
  • 1 Decalbogen
  • 1 Bogen mit Maskierfolie
  • farbige Anleitung

Besprechung:

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Folgore

 

Die Macchi C.202 Folgore wurde von Mario Castoldi entworfen und von Macchi Aeronautica gebaut. Die Regia Aeronautica war der Hauptnutzer dieses Typs. Ihre Entwicklung war die Folge einer Entscheidung der militärischen Führung Italiens, sich beim Bau von Flugzeugen auf die Verwendung von Sternmotoren zu beschränken. Dies führte dazu, dass praktisch keinerlei Entwicklung auf dem Gebiet der wassergekühlten Reihenmotoren, wie z.B bei Daimler-Benz in Deutschland, stattfand. Daher waren bereits 1941 alle vorhandenen Muster veraltet, darunter auch die Macchi C.200.

Die C.202 sollte deshalb von vorneherein um einen Reihenmotor herum entwickelt werden. Als Antrieb sollte ein von Alfa Romeo in Lizenz gebauter DB601Aa zum Einsatz kommen. Als Basis sollte die C.200 dienen, von ihr stammen die Flügel und das Fahrwerk. Castoldi entwarf auf dieser Grundlage einen neuen Rumpf. Anfang 1940 begannen die ersten Arbeiten und bereits weniger als sieben Monate später flog der erste (und einzige) Prototyp.  

Eduard Bausätze - Folgore

Die Piloten waren von den Flugleistungen begeistert, die Maschine erreicht knapp über 600 km/h und stieg innerhalb von sechs Minuten auf 18.000 Fuss. Die gute Manövrierbarkeit der C.200 konnte nahezu vollständig erhalten werden. So ist es kein Wunder, dass die Serienproduktion unmittelbar eingeleitet wurde. Neben Macchi wurden auch Breda in Mailand und SAI-Ambrosini mit der Fertigung beauftragt.

Die ersten Einheiten, die mit der C.202 ausgerüstet wurden, waren ab Mai/Juni 1941 die 17° und 6° Gruppi der 1°Stormo in Campoformido. Die ersten Kampfeinsätze wurden schon im September 1941 über Malta geflogen. Die C.202 wurde in der Folge an allen Kriegsschauplätzen, in die Italien involviert war, eingesetzt, nicht nur als Jäger, sondern auch als Jagdbomber und Aufklärer. Es wurden sogar einige wenige Einsätze an der Ostfront geflogen, jedoch machte das extrem kalte Klima den Macchis schwer zu schaffen.

Insgesamt wurden etwa 1.150 C.202 gebaut, es gab auch Interesse aus dem Ausland (Schweiz), jedoch hatte man schlichtweg nicht die Kapazitäten, um Exportaufträge zu bedienen. Einige Maschinen wurden nach Kroatien geliefert, dabei handelte es sich um Maschinen, die zuvor bei der deutschen Luftwaffe flogen. Einige C.202 wurden zu C.205 umgebaut, andere wiederum erhielten nur den Motor der Veltro (C.202/C.205).

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Folgore

 

Eduard hat erneut in Asien bei Hasegawa eingekauft und einen derer Bausätze mit eigenem Zubehör zu dieser Limited Edition der Macchi C.202 Folgore geschnürt. Die Kunststoffteile wurden unverändert übernommen, enthalten sind die Teile für frühe und späte Serien der C.202. Das Eduard Zubehör setzt sich aus den üblichen Komponenten zusammen, ein Satz Masken, zwei Platinen mit Ätzteilen (eine davon farbig) sowie einige Resinteile. Letztere beinhalten einen Satz abgeflachte Räder, beide Ausführungen des Spornrades sowie den Luftansaugstutzen, mit und ohne den Sandfilter. Zu den Kunststoffteilen braucht man, denke ich, nicht mehr allzu viel zu sagen. Die Form der C.202 wurde sehr gut getroffen, die Oberflächendetails bestehen aus den gewohnt feinen versenkten Gravuren. Der Bausatz war bzw. ist modular aufgebaut und bildet gleichzeitig die Grundlage für die C.205 Veltro. Da es von der C.202 wie oben schon erwähnt viele Baulose gab, muss man ggf. einige kleine Veränderungen am Rumpf und an den Flügeln vornehmen, je nach Bewaffnung und Radio- bzw. Antennenausstattung. In den beiden Heften von Maurizio Di Terlizzi ist das recht detailliert beschrieben (siehe "Referenzen").

Eduard Bausätze - Folgore

Der Zusammenbau beginnt wie üblich mit dem Cockpit. Hier fährt Eduard seine schwersten Geschütze auf was die Ausstattung der Kunststoffteile mit Ätzteilen angeht. Zu den neun Kunststoffteilen gesellen sich noch einmal fast 60 Ätzteile! Einige der erhabenen Details an den Bausatzteilen müssen zuvor entfernt werden. Ganz schön viel Aufwand, angesichts der später nur beschränkten Sicht ins Cockpit. Wer die Instrumente lieber mit Decals darstellt kann dies ebenfalls tun.

Im Fahrwerksbereich kommen neben den Kunststoffteilen nur wenige zusätzliche Ätzteile zum Einsatz, wer hier die Detaillierung etwas verbessern möchte kann dies mit dem separat erhältlichen wheel bays set 648278 aus der Brassin Reihe tun (siehe unten). Als Alternative zu den Kunststoffrädern liegen zwei sehr schön gemachte Resinräder mit abgeflachtem Profil bei. Für das Spornrad liegt ebenfalls ein passendes Austauschteil aus Resin bei, sowohl in der frühen wie auch späten Ausführung  (nach Mai 1942 gebaute Maschinen). Ein Metallfahrwerk ist von SAC erhältlich, bei diesem sind die Radgabeln der Hauptfahrwerke bereits zusammengefügt.

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Für die beiden Unterrumpfkühler gibt es wieder jede Menge Ätzteile wie z.B. die feinen Metallgitter. Überhaupt hat man im Außenbereich gut zu tun. Vor allem muss man die Bauanleitung gut studieren, um alle erforderlichen Teile für die gewünschte Decaloption richtig auszuwählen. Das ist aber schon die einzige Herausforderung, ist der Rumpf erst einmal zu und die Flügel angebaut verbleiben nur noch wenige Kunststoffteile übrig, die man anbauen muss. Sämtliche Steuerflächen sind (wie beinahe üblich bei Hasegawa) nicht separat ausgeführt. Der Decalbogen ist bei dieser Limited Edition recht klein ausgefallen, das liegt aber daran, dass außer den individuellen Markierungen sonst kaum Decals in Form von Wartungshinweisen benötigt werden. Eduard hat sich insgesamt sechs Maschinen herausgesucht, die wohl alle Geschmäcker, was die Farbgebung betrifft, abdecken dürften. Beinahe alle Maschinen werden auch in dem Ali e Colori Heft über die C.202 gezeigt (siehe unten). 

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Option A: Eine C.202 der VII. Serie, geflogen von Maresciallo Ennio Tarantola bei der 151a Squadriglia, 51°Stormo in Gela 1942. Die Maschine trägt einen erdfarbenen Tarnanstrich mit olivrgünen „Rauchringen“. Die Unterseite war in Hellgrau lackiert. Am Bug trägt sie die Aufschrift „Die Banana“, was wohl so viel heißen soll wie „Auf geht’s Banane“, einer Anspielung auf den früheren Job von Tarantola – er war Bananenverkäufer! Seine fliegerische Karriere begann im spanischen Bürgerkrieg, wo er eine Fiat CR.32 flog. Nach dem Ende dieses Konfliktes pilotierte er eine Junkers Ju-87B, wo er einen Erfolg gegen einen britischen Zerstörer für sich verbuchen konnte. Später ging er zur 20°Gruppo, wo er wieder zum Jägerpiloten wurde, erst auf der Fiat G.50 und dann auf der Macchi MC.202. Nach dem Waffenstillstand schloss er sich der Aeronatica Nazionale Repubblicana an, in diese Zeit gehört auch die dargestellte MM9066.

Option B: Die C.202 mit unbekannter Seriennummer stammt aus der bei Breda gebauten XII.Serie und war der 70a Squadriglia / 3°Stormo zugeteilt. Sie trägt einen Tarnanstrich aus erdbrauner Grundfarbe mit olivgrünen Flecken. Sie zeigt den für Breda typischen Farbverlauf zwischen Oberseitentarnung und der hellgrauen Unterseite. Außerdem wurden hier die Regia Aeronatica Zeichen auf und unter den Flügeln mit der jeweiligen Tarnfarbe übermalt, nur die schwarzen Ringe waren noch zu erkennen. Auch das kleine Wappen innerhalb des weißen Kreuzes musste ein paar Federn lassen. 

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Option C: Die MM8122 stammt aus der VI.Serie und wurde bei Breda gebaut. Im Oktober 1942 nahm sie bei der 386a Squadriglia / 21°Gruppo Autonomo C.T. (Caccia Terrestre) an den Operationen an der Ostfront im Raum Kantemirowka teil. Die Maschine ist im typischen Stil von Breda lackiert gewesen, olivgrünes Tarnmuster (Verde Oliva Scuro 2) auf haselnussfarbenem Grundton (Nocciola Chiaro). Außerdem tragt sie die für die Ostfront typischen gelben Bänder am Rumpf und an den Flügelspitzen sowie zwei kleine weiße Dreiecke an den Flügelvorderkanten. Am Ruder sind die Abzeichen der 21°Gruppo Autonomo C.T. erkennbar.

Option D: Dies ist eine frühe Version der C.202 aus der Serie II, eine von zehn Maschinen, die zwischen Mai und Juni 1941 bei Macchi gebaut wurden. Sie ist noch nicht mit dem Sandfilter ausgerüstet und hat zudem eine andere Antennenanordnung als die späteren Maschinen. Obwohl die Fotovorlage für diese Option auf August 1942 datiert ist trägt MM7711 noch immer den ursprünglichen Anstrich aus Olivgrün (Verde Mimetico 2) mit zweifarbigen braunen Flecken. An einigen Stellen wurde mit Verde Mimetico 3 ausgebessert. Die Motorhaube stammt augenscheinlich von einer anderen Maschine. Eingesetzt war diese C.202 im Jahre 1942 bei der 378a Squadriglia / 155°Gruppo Stormo C.T. in Gela.

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Option E: Diese späte C.202 aus der XI.Serie wurde im Juni 1943 unter anderem über dem Mittelmeer zum Schutz von Konvois eingesetzt. Gebaut wurde sie bei Breda, entsprechend sind die Farbtöne des Tarnschemas. Bevor sie zur 24°Gruppo Autonomo C.T. kam war sie bei der 1°Gruppo Stormo C.T., erkennbar an der weißen Nase.

Option F: Auch die letzte Decaloption ist eine von Breda gebaute Maschine, es handelt sich um die MM7860 aus der I.Serie. Sie trägt den für die Zeit (Oktober 1941) gültigen Anstrich aus Verde Oliva Scuro 2 auf der Oberseite und Grigio Azzuro Chiaro 1 auf der Unterseite. Auch hier ist noch kein Sandfilter eingebaut und es fehlt der Antennenmast auf dem Rumpfrücken. MM7860 war der 71a Squadriglia / 17°Gruppo zugeteilt, die wiederum zur 1°Stormo C.T. gehörte. Die Einheit bereitete sich in Udine-Campoformido auf die Einsätze gegen die Briten in Nordafrika vor.

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648278 - MC.202 undercarriage bay

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Das Brassin Set für den Fahrwerksschacht ist schon ein kleiner Bausatz für sich. Nicht weniger als neun Resinteile und noch einige Ätzteile werden zum Verfeinern dieses Bereiches benötigt. Die Detaillierung ist deutlich besser als das, was Hasegawa im Bausatz anbietet. Der Schacht wird als Ganzes vormontiert und braucht dann nur noch auf die Innenseite der unteren Tragflächenseite aufgesetzt zu werden. Die Rückwand aus dem Bausatz wird weiterhin benötigt, allerdings nur als Träger für ein Ätzteil. Als vorbereitende Arbeit ist nur der kleine Steg in der Mitte des Schachtes abzutrennen (sitzt auf der Innenseite der Tragfläche), auch dieser wird durch ein Ätzteil ersetzt. In 14 Bauabschnitten ist der Einsatz fertig gestellt.

648 281 - MC.202 exhaust stacks

Eduard Bausätze - Folgore

Das Set mit den Abgasstutzen besteht lediglich aus zwei einzelnen Teilen, die als direkter Ersatz für die Bausatzteile dienen. Im Vergleich zu diesen kann man sehr schön die hervorragende Ausführung der Resinteile erkennen. Nicht nur, dass die Stutzen hohl sind, sie weisen auch feine Schweißnähte auf.

Eduard Bausätze - Folgore

Eduard Bausätze - Folgore

Darstellbare Maschinen:
  1. Macchi C.202 VII. Serie, M.M.9066, Maresciallo Ennio Tarantola, 151a Squadriglia, 51o Stormo C.T., Gela, September 1942
  2. Macchi C.202 XII. Serie, M.M. Unknown, 70a Squadriglia, 3o Stormo C.T., Cerveteri, August 1943
  3. Macchi C.202 VI. Serie, M.M.8122, 386a Squadriglia, 21o Gruppo Autonomo C.T., Kantemirowka, October 1942
  4. Macchi C.202 II. Serie, M.M.7711, 378a Squadriglia, 155o Gruppo, 51o Stormo C.T., Gela, August 1942
  5. Macchi C.202 XI. Serie, M.M. Unknown, 24o Gruppo Autonomo C.T., Olbia-Venafiorita, June 1943
  6. Macchi C.202 I. Serie, M.M.7860, 71a Squadriglia, 17o Gruppo, 1o Stormo C.T., Udine-Campoformido, October 1941
Stärken:
  • Sehr gute Detaillierung
  • Sinnvolle Zugaben
  • 6 Markierungsoptionen
Schwächen:
  • Keine

Fazit:

Eduard hat wieder einmal ein sehr interessantes Paket geschnürt. Der Grundbausatz von Hasegawa ist schon sehr gut gemacht, mit dem Zubehör von Eduard wird daraus bestimmt ein Schmuckstück! Das separat erhältliche Zubehör kann man ebenfalls guten Gewissens empfehlen.

Weitere Infos:

Referenzen:
  • Aviolibri Special Band 1 und 3
  • Ali e Colori Band 4
  • Ali d'Italia Band 22
Anmerkungen:

Den Bausatz und die Detailsets auf der Homepage von Eduard sowie die zugehörigen Anleitungen erreicht ihr über folgende Links: 

Diese Besprechung stammt von Frank Richter - 25. August 2017

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