Trabant 601 Svon Max Hauswald (1:35 AK Interactive)
Vorwort
Der legendäre „Trabi“ wurde aus dem P-50 entwickelt und war von 1964 bis 1990 in Produktion. Die Veränderungen und Modernisierung in diesem langen Produktionszeitraum waren zwar regelmäßig, aber tatsächlich sehr geringen Umfangs. Auch wenn das Fahrzeug in den 1960er Jahren im Vergleich mit anderen Autos nicht so schlecht war, so wurde mangels wirklicher Innovation der Abstand auf „moderne“ Pkw immer größer und spätestens in den 1980er Jahren war das Fahrzeug nicht einmal mehr in den Staaten des Ostblocks wettbewerbsfähig – dennoch wurden insgesamt knapp 3 Millionen Fahrzeuge ausgeliefert.
Am Ende lieferte der stinkende Zweitakt-Motor brutale 26 Pferdestärken, die Ausstattung war minimalistisch und die Wartezeit auf ein bestelltes Fahrzeug legendär.
Der Trabant ist noch heute das Wahrzeichen der deutschen Wiedervereinigung und vor allem auch der persönlichen Mobilität des DDR-Bürgers. Etwa die Hälfte der Pkw in der DDR waren Trabant 601 – ein Marktanteil, der im westlichen Wirtschaftssystem undenkbar wäre.
Das ModellAK Interactive ist ein Hersteller aus Spanien und wurde vielen Modellbauern als Farbhersteller oder auch im Bereich von Alterungsprodukten bekannt. Seit einiger Zeit werden jedoch auch sehr hochwertige Modellbausätze angeboten – und mich überraschte im Herbst 2025 das Neuerscheinen eines Trabi-Bausatzes.
Der Bausatz macht richtig Spaß. Alles passt, super detailliert… sogar die Sitzgurte sind als eigene Bauteile vorhanden. Die Spritzgussqualität ist hervorragend – die Teile und auch Angüsse alle sehr sauber. Einzig gefällt mir nicht, dass die Blinker keine Klarsichtteile sind – hier hätte man noch etwas verändern können. Ansonsten ein völlig problemloser, schneller und sehr spaßiger Bau!
Lackierung und Alterung
Am ikonischsten für mich ist der babyblaue Trabi – so wurde ein entsprechendes Blau gemischt und nach der ersten Lackierung folgte ein leichtes post-shading mit aufgehellter Farbe. Im Anschluss wurden Lackschäden und „Dreck“ aufgetupft. Die Gravuren habe ich durch den Kapillareffekt mit einem dunklem Washing geflutet. Die Felgen und Kennzeichen waren wohl tatsächlich aus rostendem Material – hier konnte man leichte Rostspuren anbringen.
Den am Straßenrand vergessenen Trabi wollte ich noch etwas mehr zusetzen, so wurde ein Scheibenwischer abgebrochen, die Spiegel verbogen und am Ende eine Staubablagerung vorsichtig aufgesprüht und an ein paar wenigen Stellen wieder abgerieben. Der vergessene, kleine Trabant mit den DDR-Kennzeichen wird sicherlich in den meisten Betrachtern Emotionen erwecken – gut so!
Max Hauswald Publiziert am 15. Januar 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |