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Simca 5

Wo wird das nur enden?

von Kevin Tweer (1:35 Tamiya)

Simca 5

Ich stöbere ständig im Netz nach Bildern, Vorlagen und Informationen, um Modelle die ich bauen möchte, möglichst nah ans zeitgenössische Original zu bringen. Bei einer solchen Suche stolperte ich über ein Foto, das eigentlich nichts mit meiner Suche zu tun hatte, mich aber packte und fesselte.

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Ich blieb einfach dran hängen und überlegte die ganze Zeit, woran der Unteroffizier (ich denke mal, der Fahrer eines Offiziers, der gerade auf seinen Fahrgast wartet) wohl denken mag… vielleicht an zu Hause, seine Eltern, seine Geschwister oder sogar an seine Freundin, seine Frau oder Kinder, wie es denen in der Heimat wohl geht, wann bzw. ob er sie wieder sehen wird, wo der ganze Wahnsinn, den er durchlebt und gesehen hat noch hin führt, an seine gefallenen Kameraden, …wer weiß denn schon, was ihm da durch den Kopf ging...?

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Das Foto ließ mich einfach nicht los und ich versuchte, mehr darüber zu erfahren. Die Kennung am Fahrzeug half mir dabei. Die 3. Infanteriedivision war es und ich sah nach, wann und wo sie im Einsatz war. Dabei entschied ich mich, doch dieses Foto ins Modell zu bringen. All diese Gedanken über das Foto ließen mich diesen Titel für mein Modell wählen, noch bevor der Bau oder Einkauf begann: „Wo wird das nur enden? - Die 3. Infanteriedivision im Süden Russlands, Juli 1942“

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Der geschichtliche Hintergrund

Am 1. August 1939 wurde die 3. Infanteriedivision mobil gemacht. Im Rahmen der Heeresgruppe Nord nahm die Division ab dem 1. September 1939 am Polenfeldzug teil. Bei Deutsch-Krone überschritt die Division die polnische Grenze und marschierte durch den Korridor nach Ostpreußen. Bei Kulm überquerte die Einheit die Weichsel und stieß direkt auf Warschau vor. Nach dem Polenfeldzug wurde sie im Oktober 1939 nach Westen in die Eifel verlegt. Später übernahm die Division die Grenzsicherung im Raum Ouren-Dasburg an der luxemburgischen Grenze.

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Ab dem 10. Mai 1940 nahm die 3. Infanteriedivision am Westfeldzug teil. Sie durchquerte Luxemburg und bei Nouzonville die Maas. Westlich von Brunehamel drehte sie nach Süden ab, erreichte die Aisne und verblieb dort als südlicher Flankenschutz der deutschen Streitkräfte. Am 10. Juni 1940 überschritt die Einheit dann im Zuge der zweiten Phase des Westfeldzuges die Aisne und den dahinter liegenden Kanal, kämpfte bei Epoye und Masmes und ging am 12. Juni zur Verfolgung des weichenden Gegners nach Süden über. Bei Feldzugende stand die Division im Raum Creuzot. Anschließend wurde sie zur Sicherung der Demarkationslinie eingesetzt. Ende September 1940 wurde sie in ihre Friedensgarnisonen verlegt. Am 27. Oktober 1940 erfolgte die Umgliederung zur 3. Infanterie-Division (motorisiert). Dabei gab die Division das Infanterie-Regiment 50 (ohne II. Bataillon) zur 111. Infanteriedivision ab. Dazu wurden die III. Abteilung vom Artillerie-Regiment 3, der I. Abteilung vom Artillerie-Regiment 39 und sämtliche bespannten Teile zur 123. Infanteriedivision abgegeben.

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Ab dem 22. Juni 1941 wurde die 3. Infanteriedivision in Rußland eingesetzt und stieß im Rahmen der Heeresgruppe Nord über Dünaburg - Ludza - Opotschka - Ostrow auf Porchow vor. Nach Kämpfen im Raum Mjedwed-Wereteni stieß die Division auf Luga und in den Raum südlich von Staraja Russa vor. Nach einem weiteren Vorstoß auf Pola wurde die Division im Oktober 1941 zur Heeresgruppe Mitte in den Raum Roslawl verlegt. Von hier aus nahm sie am Angriff auf Moskau teil. Sie stieß über Iswerja - Schanja - Medyn auf die Moskau-Schutzstellung vor und wurde dann im Nara-Brückenkopf eingesetzt. Nach Beginn der russischen Gegenoffensive wurde die Division auf die Nara und dann an die Rusa zurück gedrängt.

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1942 wurde die 3. Infanteriedivision im Raum Kaluga - Gshatsk - Wjasma zu Abwehrkämpfen eingesetzt. Im Juni 1942 ist die Division der Heeresgruppe Süd zugeführt und bei den Kämpfen um Woronesh eingesetzt worden, anschließend stieß sie in Richtung Don und aus dem großen Donbogen bis Kalatsch vor. Von hier aus griff die Division in Richtung Stalingrad an. Hier wurde die 3. Infanteriedivision mit der 6. Armee eingekesselt und im Januar 1943 vernichtet. Darum auch der oben schon erwähnte Titel.

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Nun konnte es konnte also los gehen!

Mein Glück war es, dass Tamiya genau dieses Auto im Sortiment hatte, einen Simca 5 in 1:35. Nach kurzer Suche im Netz fand ich bei ebay einen Bausatz und bestellte ihn mir direkt. Der Bausatz war/ist doch recht klein und überschaubar , hat nicht viele Teile und ging somit sehr schnell und einfach von der Hand. Das Leder der Türverkleidung und der Sitze imitierte ich mit einfachem Bonbonpapier, dann etwas Farbe und „wash“ drüber. Fertig war der „Kleine“.

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Simca 5

 

Dann überlegte ich, wie und woraus ich den Fahrer bauen sollte, um ihn etwas an die Pose vom Foto anzugleichen.… Ich hatte wieder Glück, denn auf der Jagd nach Figuren, die ich hätte umbauen können, half mir dieses Mal „Royal Model“ mit einer passenden Figur aus.

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Da Figuren bemalen nicht meine Stärke ist, hatte ich mir hierfür selbst versprochen, langsam und vorsichtig ran zu gehen. Ich kann sagen, für mich bin ich doch zufrieden mit dem, was ich da zusammen geschustert und bemalt habe (mehr und besser als sein Auto, hehehe).

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Als Base für das „Dio“ nahm ich einen tiefen Bilderrahmen, füllte ihn mit einer Styrodurplatte aus und legte oben eine Schicht Gips drüber, um etwas Geländestruktur zu schaffen. Nach dem Trocknen wurde alles erdbraun besprüht. Die Straße wurde dann Tags darauf mit Holzleim bestrichen um dann zwei mal gesiebte Erde aus dem Garten darüber zu streuen.

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Als diese mit dem Leim durchgetrocknet war, brachte ich das Gras mit Hilfe eines „Static Grass Beflockung Applikator“ auf.Das Auto wurde dann auch nochmal mit etwas Erde beworfen und eingestaubt, die Base mit dem „Dio-Titel“ versehen und das war es dann auch schon.

Simca 5

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Kleines Modell, kurze Bauphase und unspektakulärer Auftritt, aber mir gefällt es sehr gut und erzählt mit der nachdenklichen Pose des Fahrers auch ohne große Action doch eine Geschichte des Krieges, wie ich finde.

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Spielereien mit den Modellbildern

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Kevin Tweer

Publiziert am 31. Oktober 2020

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