Modellbaumesse Ried im Innkreis 201615. und 16. Oktober 2016, Teil 1
Die Bestätigung vieler Hinweise im VorfeldMehrere Modellbaufreunde haben uns schon auf diese Ausstellung hingewiesen. Das war für uns Grund genug, dieses Event in Augenschein zu nehmen. Wir hatten zwar eine gewisse Skepsis, da bei Messen manchmal der klassische Modellbau vom RC-Modellbau verdrängt wird (Wir haben nichts gegen RC, denn wir sind auch von der Technik begeistert, das ist aber nur am Rande unser Thema für den Bericht). Die Skepsis wich aber zugunsten der Begeisterung, so dass wir sehr schnell bereut haben, nur einen Tag für die Ausstellung eingeplant zu haben. Und das aus mehreren Gründen: Der klassische Modellbau war in Halle 17 und 18 vertreten. Und das sind keine kleinen Hallen! Hier stehen 3500 qm zur Verfügung! Durch eine stattliche Anzahl von Besuchern und liebevoll gestalteten Ständen entstand sofort eine tolle Atmosphäre. Kostenlose Parklätze waren reichlich vorhanden. Beim Einlass um 9.00 Uhr war kein Gedränge, obwohl sich schon abzeichnete, dass sich der Tagesumsatz an der Kasse positiv entwickeln würde. Es waren viele namhafte Vereine und Modellbaufreunde vor Ort, mit denen man sich prächtig austauschen konnte (für uns immer das Salz in der Suppe). Das Angebot war reichlich und mit sehr guter Qualität bestückt. Die Beleuchtung in den Hallen ließ für den Fotografen keine Wünsche offen. Die Küche der Messe sorgte vorbildlich dafür, dass keiner verhungern oder verdursten musste.
Film ab!Für den klassischen Modellbaubereich haben sich die Modellbaufreunde Ried im Innkreis etwas Besonderes einfallen lassen: Eine Sonderausstellung unter dem Motto Film. Hier werden, liebevoll zusammengestellt, die Modelle aus Film und Fernsehen präsentiert.
Rekordverdächtiges in 1:87Am Eingang der Halle 17 steht ein Wimmelbild in Form der größten Kirmesanlage auf Rädern mit über tausend Figuren komplett ausgeleuchtet mit LEDs. Würde mich interessieren, wie lange der Bau gedauert und wieviel er gekostet hat!
ModellbaufreundetreffenEs ist immer wieder ein besonderes Vergnügen, gleichgesinnte Modellbaufreaks zu treffen. Und mit jedem Ausstellungsbesuch werden sie mehr. So treffen wir in Halle 17 als erstes den Armin und den Reiner, mit denen wir schon in Stammheim zwei schöne Tage verbringen durften. Armin ist Spezialist für WW II-Dioramen, Reiner hat Stammheim hervorragend organisiert (siehe Stammheim-Bericht im Modellversium und www.modelltage-stammheim.de). Wer die Ausstellung dieses Jahr versäumt hat, dem bietet sich in 2017 wieder die Gelegenheit eines Besuchs. Sehr zu empfehlen! Wir freuen uns auch schon wieder darauf. Wer nicht selber Dioramen baut oder Figuren bemalt, dem kann geholfen werden. Armin bietet Figurenbemalung, Dioramenbau nach Wunsch, Dioramenzubehör (1:72, 1:35, 1:16), Sonderanfertigung von Figuren, Fahrzeuglackierung sowie Fahrzeugalterung. Bei Interesse einfach anrufen unter: 09871/1844 (ab 18.00 Uhr) Oder mobil unter: 0171/3400372 Bei den nachfolgenden Bildern müsste man eigentlich auf den Geschmack kommen!
Modell und TrödelSo außergewöhnlich wie der Name der Modellbauvereinigung "Münchner Tafelrunde" sind auch deren Modelle. Die Tafelrunde wird verkörpert von Ann und Johnny Winter. Zwei Schwabinger Urgesteine, die bei ihren Kreationen Trödel und Modell auf wunderbare Weise in Vignettenform vereinigen. Wobei Trödel als Bezeichnung den Unikaten nicht gerecht wird, sondern vielmehr auf deren Herkunft verweisen soll, denn die Raritäten dürften wohl auf Flohmärkten ergattert worden sein. Es sind eigentlich Teile, die für einen Sammler durchaus wertvoll sind und genauso als Antiquität bezeichnet werden könnten. Was jetzt: Trödel, Raritäten oder Antiquitäten?? Der geneigte Leser wird aufgefordert, sich beim Betrachten der tollen Kreationen anhand der Bilder sein eigenes Urteil zu bilden. Ann und Johnny haben sich übrigens beide dem Modellbau verschrieben, was ja nicht unbedingt die Regel ist. Ich möchte nicht wissen, wieviel verzweifelte Ehefrauen schon ihre Extremmodellbauer verlassen haben. Im Zuge der Gleichberechtigung will ich auch gelten lassen, dass natürlich auch Ehemänner ihre Extremmodellbauerinnen verlassen haben können, wette aber, dass diese Fälle wohl eher die Minderheit darstellen. Es dürfte auch nicht an der Tagesordnung sein, dass Frauen solch schöne Häuser/Häuserfronten scratch bauen, wie das Ann tut. Als Macho hege ich die Vorstellung, dass die Frauen eher mehr in der Küche basteln, als an Modellen. (Hoffentlich habe ich da jetzt keinen "Shitstorm" losgetreten, denn ich meinte das als Kompliment für die Frauen). Ann wird dieser These am allerwenigsten widersprechen, denn sie betreibt einen erfolgreichen Fingerfood-Service in München! Wer die Originale sehen will (Personen und Modelle): Ann und Johnny sind jährlich regelmäßig auf drei Veranstaltungen zu treffen. Die nächsten Termine sind: Auf der Mosonmagyarovar / Ungarn 22.-23.4.2017 Auf der Pilsen Kit / Tschechien 02.09.2017 Auf der Modellbaumesse Ried im Innkreis / Österreich wieder Mitte Oktober 2017 Genaueres und weitere Modelle gibt es auf www.dioramix-worx.com Abtauchen mit MBS PassauHier war eine imposante U-Boot-Flotte zu sehen. Was fällt einem da spontan ein? Richtig: Wolfgang Petersen Film "Das Boot" mit dem Sound von Klaus Doldinger! Kettenfahrzeuge auf KettengliedernBei diesem Stand werden Modelle von Panzerkraftfahrzeugen auf Original-Kettengliedern gezeigt. Eine außergewöhnliche Art der Präsentation, die einem verdeutlicht, welche Größe, Stabilität und Wucht diese Giganten haben. Meine erste Begegnung mit einem dieser Ungeheuer hatte ich als Jugendlicher in dem unvergesslichen Streifen von Bernhard Wicki "Die Brücke". Die Szene, als da ein Panzer der US-Army bedrohlich um die Häuserecke bog, hat sich unvergesslich eingeprägt. So wie das ganze Meisterwerk, das bis heute für mich eine der eindringlichsten Darstellungen der Grauen des WW II ist. Muss ich mir bei der Gelegenheit gleich wieder aus der Sammlung herausholen und anschauen.
Spitzendioramen mit einer Prise HumorLubomir und seine liebe Frau Libuse haben wir in Wien bei der GoMo kennen und schätzen gelernt. Lubomir baut herrlich detaillierte WW II-Dioramen. Neben perfekter Gebäudegestalung und Figuren-Malerei hat er auch ein besonderes Händchen für die Darstellung der Jahreszeiten. Wenn man von ihm z.B. ein Winterdiorama betrachtet, dann spürt man förmlich die Kälte. Auch die gealterten Fahrzeuge sind ein Augenschmaus. Die besondere Kunst und gleichzeitig das Vergnügen im Dioramenbau ist halt die vielseitige Möglichkeit der Verwirklichung von Träumen. Die meisten Szenen bringt Lubomir auf Modulen an, die er dann beliebig im Anschluss erweitern kann. Den Besuchern kann man wärmstens empfehlen, sich durch seine Dioramen führen zu lassen. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen in Wien!
Die Konsequenz von 3500 qmDer intelligente Leser ahnt es schon: bei der Größe muss noch was kommen! Die nächsten Teile werden das bestätigen! Es folgen Quantität, Qualität und viel Abwechslung! Wolfgang Hartung Publiziert am 24. Oktober 2016 Die Bilder stammen von Gertrud und Wolfgang Hartung. © 2001-2024 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |