Macchi MC.202 Folgore4° Stormo “F. Baracca”von Moreno Baruffini (1:72 Hasegawa)
Zum VorbildDie Macchi MC.202 Folgore gehört seit langem zu meinen absoluten Lieblingsflugzeugen. Deshalb war es eigentlich nur eine Frage der Zeit, bis ich eine Folgore im Maßstab 1:72 bauen würde. Diesmal wollte ich allerdings kein gewöhnliches Einsatzflugzeug aus Nordafrika, Sizilien oder von der Ostfront darstellen. Meine Wahl fiel auf die MC.202, die im Museo Storico dell’Aeronautica Militare in Vigna di Valle ausgestellt ist und die markanten Kennzeichen des 4° Stormo „F. Baracca“ trägt.
Die MC.202 Folgore war die Weiterentwicklung der MC.200 Saetta und stellte einen bedeutenden Fortschritt für die italienische Jagdfliegerei dar. Der wichtigste Unterschied war der Motor: Die Folgore wurde vom Alfa Romeo RA.1000 RC.41-I angetrieben, der italienischen Lizenzversion des deutschen Daimler-Benz DB 601. Mit ihrem flüssigkeitsgekühlten V12-Motor bot die MC.202 gegenüber den früheren italienischen Jagdflugzeugen eine deutlich bessere Leistung. Das Flugzeug wurde zu einem der wichtigsten Jagdflugzeuge der Regia Aeronautica und kam in verschiedenen Einsatzgebieten zum Einsatz, darunter im Mittelmeerraum, in Nordafrika und an der Ostfront.
Für mich liegt der Reiz der MC.202 allerdings nicht nur in ihrer technischen Geschichte. Die eleganten Linien des Flugzeugs und vor allem die große Vielfalt der italienischen Tarnanstriche machen die Folgore zu einem besonders attraktiven Modellbau-Thema.
Das Vorbild als ReferenzAls wichtigste Referenz für mein Modell diente die in Vigna di Valle ausgestellte MC.202, insbesondere Fotografien des Flugzeugs aus dem Jahr 2008. Besonders interessant fand ich den auffälligen Anstrich mit der sandfarbenen Grundfarbe und den unregelmäßigen dunkelgrünen Tarnflecken. Dazu kommen die italienischen Trikolore-Kokarden sowie die Aufschrift „4° F. Baracca“ auf der Motorhaube. Die Bezeichnung erinnert an Francesco Baracca, den berühmten italienischen Jagdflieger des Ersten Weltkriegs, dessen Name und Wappen eng mit dem 4° Stormo verbunden sind.
Die genaue Identifizierung des ausgestellten Flugzeugs erwies sich allerdings als überraschend schwierig. Verschiedene fotografische und Online-Quellen nennen unterschiedliche Werknummern, darunter MM7841 und MM9667. Deshalb habe ich mich beim Bau darauf konzentriert, das Flugzeug so darzustellen, wie es in Vigna di Valle auf den Referenzfotos erscheint, anstatt eine eindeutige Identifizierung als bestimmtes Einsatzflugzeug zu behaupten. Außerdem muss berücksichtigt werden, dass es sich bei dem Flugzeug im Museum um ein restauriertes Ausstellungsstück handelt. Sein heutiges Erscheinungsbild sollte daher nicht einfach als exakte Darstellung eines bestimmten MC.202 zu einem bestimmten Zeitpunkt während des Krieges verstanden werden. Für meinen Bau diente das Museumsflugzeug deshalb in erster Linie als optische Referenz.
Das ModellAls Basis verwendete ich den Hasegawa-Bausatz der MC.202 im Maßstab 1:72. Um einige der vereinfachten Bereiche des Bausatzes aufzuwerten, verwendete ich außerdem das Detailset „Macchi C.202 Folgore“ von Mister Kit (PMK 72-03). Damit konnten insbesondere einige Details des Cockpits und weiterer Bereiche des Modells verbessert werden. Für die charakteristischen grünen Tarnflecken verwendete ich Decals von Tauro Model. Diese Lösung war für mich besonders interessant, da sich damit das unregelmäßige italienische Tarnmuster im Maßstab 1:72 relativ kontrolliert darstellen lässt. Ich wollte aus diesem Projekt allerdings keinen großen Korrektur- oder Superdetailbau machen. Das Ziel war vielmehr, ein schönes und möglichst überzeugendes Modell der Folgore zu bauen und dabei vor allem Spaß am Projekt zu haben.
Lackierung und AlterungDie Lackierung orientiert sich an der in Vigna di Valle ausgestellten Maschine und insbesondere an den Fotografien aus dem Jahr 2008. Das charakteristische Tarnmuster mit den grünen Flecken auf dem sandfarbenen Grundton war dabei eine der größten Herausforderungen. Für die grünen Tarnflecken kamen Tauro-Decals zum Einsatz. Im Maßstab 1:72 muss man bei solchen Mustern zwangsläufig einige Kompromisse eingehen. Die Verwendung der Decals ermöglichte es mir jedoch, die charakteristische Form und Dichte der Flecken relativ gut an die fotografische Vorlage anzupassen. Bei der Alterung habe ich versucht, einen gebrauchten und leicht verwitterten Eindruck zu erzielen, ohne das Modell zu stark zu verschmutzen. Besonders wichtig waren für mich die italienischen Trikolore-Kokarden, die nach 1943 wieder eingeführt wurden. Zusammen mit der Aufschrift „4° F. Baracca“ verleihen sie dem Modell seinen ganz eigenen Charakter und unterscheiden es deutlich von den bekannteren Einsatzdarstellungen der MC.202.
FazitNatürlich gibt es an meinem Modell einige Dinge, die ich beim nächsten Mal besser machen würde. Einige Details könnten sauberer ausgeführt werden und auch bei der Lackierung gibt es Stellen, mit denen ich nicht ganz zufrieden bin. Trotzdem bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Und vielleicht ist genau das für mich das Wichtigste an diesem Projekt: die Recherche, der Versuch herauszufinden, was man auf alten Fotos tatsächlich sieht, die Entscheidungen während des Baus und schließlich das fertige Flugzeug in der Vitrine.
Die MC.202 ist ohne Zweifel mein persönliches Lieblingsflugzeug aus Italien. Eigentlich hat der Bau sogar schon einen neuen Wunsch ausgelöst: Ich möchte unbedingt noch eine weitere Macchi bauen. Diesmal wahrscheinlich eine MC.205 Veltro.
Vielen Dank fürs Anschauen und viel Spaß beim Modellbau! Moreno Baruffini Publiziert am 03. Oktober 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |