Messerschmitt Me 163 B KometWeiße 18, 1./JG400, Brandis 1944von Olaf Sprenger (1:48 Revell)
Die Komet gehört zu den historischen Flugzeugen des 2. Weltkriegs. Die Meinungen über sie gehen weit auseinander. Von revolutionär bis hin zu Fehlschlag und Todesfalle für den Piloten. In der Tat konnte man in kaum einem anderen Flugzeug auf unterschiedlichere Arten ums Leben kommen. Militärisch dürfte sie unter Kosten Nutzen Aspekten bei der Luftwaffe mehr Schaden als bei den Allierten verursacht haben. Anderseits waren ihre Flugleistungen damals spektakulär. Sie konnte von der Startbahn weg mit 70 Grad steigen und war in 3 Minuten auf 10.000 Meter Höhe.
Im Sturzflug bei laufendem Triebwerk kratzte sie an der Schallgeschwindigkeit. In der Frühzeit der bemannten Raumfahrt in den 60ern wurde sie durchaus als Pionierleistung gesehen: Das erste bemannte raketengetriebene Flugobjekt. Der Testpilot Rudi Opitz, der sie selbst flog, berichtet hier: https://www.youtube.com/watch?app=desktop&v=mnp1QWZv6OI
Mein Modell:
Der Bausatz stammt ursprünglich von Trimaster aus dem Jahr 1990 und wurde seitdem von verschiedenen Anbietern (z.B. Dragon und Hasegawa) aufgelegt. In dieser Form von Revell kommt er aus dem Jahr 1999. Versenkte Blechstösse, schöne Detaillierung, gutes Cockpit, da gibts nichts zu meckern. Außerdem gibt es eine schöne Pilotenfigur. Insgesamt gefällt mir der Bausatz sogar besser als die 1:32 Version von Hasegawa. Gut, es gibt kein Triebwerk aber das hätte ich eh nicht gebaut. Die Decals sind gut. Bei der Version mit der Nummer 54 ist zu beachten, dass es sich um eine US Beutemaschine handelt, nicht jedermanns Sache. Dargestellt ist die weiße 18 von Ofw. Wilhelm Josef "Jupp" Mühlstroh Ende 1944 bei der 1./JG400 in Brandis bei Leipzig.
Ergänzt habe ich die Gurte von Eduard. Die Fleckentarnung wurde übrigens mit der Karton-Schablone angebracht, was für mich ein durchaus zufriedenstellendes Ergebnis brachte. Von den Decals habe ich nur die nötigsten verwendet. Bei einem Modell dieser Größe hat man sonst schnell einen unansehnlichen Flickenteppich.
Ein paar Tipps: Nicht das verkleidete Heckrad verwenden, das gab es an den Einsatzmaschinen nicht. Die Leiter verbessert die Standfestigkeit des Modells, das auf dem zentralen Fahrwerk doch ein bisschen wackelig steht. Der Neigungswinkel der Balkenkreuze auf den Tragflächen ist korrekt. Es gibt unterschiedliche Darstellungen an Modellen im Netz, aber Aufnahmen von gun-cameras der Alliierten zeigen, dass es stimmt. Die Piloten der Komet trugen eine spezielle Asbest-Kombi, die gegen die feuergefährlichen Treibstoffe schützen sollten. Die Bemalung im Sand-Farbton erscheint nach Recherchen im Netz plausibel.
Fazit:Ein schöner Bausatz dieses radikalen aber dennoch höchst interessanten Flugzeugs. Olaf Sprenger Publiziert am 23. Juni 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |