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Messerschmitt Me 262A-1a

Adolf Galland, JV 44, April 1945

von Olaf Sprenger (1:48 Monogram)

Messerschmitt Me 262A-1a

Über die Me 262 ist unendlich viel geschrieben worden, daher nur einige persönliche Anmerkungen von mir: Mich haben immer die wirklichen Fähigkeiten dieses Flugzeugs hinter dem Mythos interessiert und da sieht das Bild durchaus durchwachsen aus. Vgl. dazu Mike Spick, Taktik und Technik im Luftkampf, 1984, S. 144-146.

War sie erstmal auf Einsatzhöhe und auf Touren, war sie praktisch nicht abzufangen.

Wegen der hohen Tragflächenbelastung war sie jedoch für den Kurvenkampf ungeeignet und beim Start beschleunigte sie nur sehr langsam. Die Leistungshebel musste man mit Samthandschuhen anfassen, ansonsten gingen die Triebwerke aus oder es passierte noch Schlimmeres. Vor der Landung musste erstmal die hohe Geschwindigkeit durch Kurven in Flugplatznähe abgebaut werden (es gab noch keine Luftbremsen!) was sie dort zur leichten Beute der alliierten Begleitjäger machte. Auch beim Angriff auf die Bomber  aus der Überhöhung von hinten musste sie  langsamer werden, was durch ein spezielles Manöver (Roller Coaster Attack) erreicht wurde. Für die Schussabgabe blieben wegen der immer noch hohen Annäherungsgeschwindigkeit nur wenige Sekunden.

Messerschmitt Me 262A-1a

Einzelschicksale veranschaulichen die Dramatik der damaligen Ereignisse am besten:

Leutnant Schulte, der im März 1945 bei Kaltenkirchen beim Start von einer P-51 abgeschossen wurde. Ich finde besonders die Aufnahmen aus der Bordkamera der Mustang beeindruckend.

https://www.jagdgeschwader5und7.de/lt-erich-schulte-abschuss/

Dennoch: Die Me 262 war im Flugzeugbau vielleicht die hervorragendste technische Revolution ihrer Zeit und würde man sich auf den Standpunkt stellen, sie wäre leistungstechnisch das beste Jagdflugzeug des 2. Weltkriegs gewesen, man läge sicher nicht falsch.

Messerschmitt Me 262A-1a

Mein Modell:

Bei der Wahl des Bausatzes bin ich einmal mehr bei einem alten Monogram Bausatz gelandet. Trotz seines Alters -Erstauflage 1978- hat er einiges zu bieten: Gutes Cockpit und Kanonen und Triebwerk können sichtbar dargestellt werden.

Erhabene Panel-Lines natürlich, aber damit kann ich gut leben.

Man erlebt beim Bau keinerlei böse Überraschungen - typische Monogram Qualität.

Besonders gut gefallen mir die Figuren, die das Modell beleben können.

Messerschmitt Me 262A-1a

Messerschmitt Me 262A-1a

Dargestellt ist die Maschine von Generalleutnant Adolf Galland, dem Kommandeur des JV 44, einer Expertenstaffel, die mit ihren Maschinen bis in die letzten Kriegstage Einsätze flog. 

Die Decals sind von Peddinghaus und funktionieren gut, hauchdünn, sie haften gut und Versiegelung mit Tamiya Mattlack ist auch kein Problem. Ich habe allerdings nur Markierungen verwendet, die ich an Bildern aus dem Jahr 1945 eindeutig identifizieren konnte.

Es ist teilweise nicht zu klären, ob da nicht auch Markierungen restaurierter Maschinen dazwischen geraten sind.

Die Sitzgurte sind von Eduard. Bei geöffneter Cockpithaube sind sie gut zu sehen.

Messerschmitt Me 262A-1a

Messerschmitt Me 262A-1a

Ein Wort zum Sichtschutz:

Es gibt zahlreiche Modelle im Netz, die Gallands Maschine zeigen, allerdings mit sehr unterschiedlichen Anstrichen.

In diesem Blog scheint Gallands „Weiße Drei“ auf einem Foto im Hintergrund zu sehen zu sein. Das helle RLM 76 (?) grenzt sich relativ deutlich ab. Der Anstrich sieht nach dem typischen dreifarbigen Schema aus. Hasegawa hat in einer Sonderedition in 1:32 Gallands Maschine ebenfalls so dargestellt. Daran habe ich mich orientiert.

Messerschmitt Me 262A-1a

Eine 1945 in der Schweiz „notgelandete“ Me lieferte ebenfalls wertvolle Anhaltspunkte:

https://falkeeins.blogspot.com/2020/09/notes-on-me-262s-of-jv-44-at-innsbruck.html?m=1 

Für den verwaschenen faserigen Eindruck habe ich zunächst mit Drybrush grundiert und anschließend mit Airbrush überarbeitet.

Ansonsten habe ich mich von Fotos im Internet inspirieren lassen ohne den Anspruch zu haben, jeden RLM Farbton exakt zu treffen. Es kam mir eher auf den Gesamteindruck an. 

Auf Witterungseffekte habe ich verzichtet, das Flugzeug dürfte damals brandneu gewesen sein.

Messerschmitt Me 262A-1a

Messerschmitt Me 262A-1a

Fazit:

Ein hübscher, wenn auch betagter Bausatz aus dem man ein kleines Diorama mit historischem Bezug basteln kann.

Olaf Sprenger

Publiziert am 11. Juni 2026

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