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McDonnell Douglas/General Dynamics A-12 Avenger IIdas Projekt des fliegenden Doritosvon Max Hauswald (1:48 Modelcollect)
Die A-12 Avenger II „Flying Dorito“Im Jahr 1983 rief die US Navy das Advanced Tactical Aircraft-Programm (ATA) ins Leben. Es sollte dabei ein Nachfolger der A-6 Intruder bis 1994 gefunden werden. Da die US Air Force bereits einiges an Erfahrung mit Stealth-Flugzeugen gesammelt hatte, wollte die US Navy endlich aufholen. Als Hommage an die Grumman TBF Avenger des 2. Weltkriegs wurde die ausgewählte Maschine des Vergleichs als „Avenger II“ bezeichnet, während die Typenbezeichnung A-12 deutlich zeigt, dass es sich um ein Angriffsflugzeug (A für attack) handeln würde.
Geplant waren 620 Stück für die US Navy, 238 für die US Marines und im Zuge der Planung weiterer Versionen war sogar die US Air Force interessiert an dem Projekt. Für das Vereinigte Königreich war sogar angedacht, die gesamte Tornado-Flotte mit der Avenger II zu ersetzen. Ausgelegt von der Form als simples „Dreieck“, wurde der Entwurf schnell mit dem Spitznamen „Flying Dorito“ versehen – einer bekannten Darreichungsform von Mais-Chips. Ausgestattet werden sollte die A-12 mit zwei nachbrennerlosen Turbofans. Sie verfügt über vier Waffenschächte, wobei zwei große für Abwurfwaffen zum Angriff und zwei kleinere Waffenschächte für die Luft/Luft-Bewaffnung dienen sollten – so dass es gewisse Möglichkeit der Selbstverteidigung erhalten bleibt.
Im Januar 1991 wurde das Projekt abgebrochen, nachdem bereits circa fünf Milliarden US-Dollar versenkt worden waren – und nur ein Präsentations-Modell entstanden war. Eine A-12 flog nie. Großer Profiteur des abgebrochenen Programms war anschließend die Firma Boeing. Dort wurde die Weiterentwicklung der Hornet zur Super Hornet vorangetrieben und anschließend, in Ermangelung an Konkurrenz, entsprechende Verkaufszahlen erreicht.
Das ModellEs handelt sich um das Modell der Firma ModelCollect, welcher 2025 erschien und mittlerweile in mehreren Versionen erhältlich ist. Was ich von dem Bausatz halte? Im Nachhinein am liebsten Abstand! Schlimme Passgenauigkeit, wenige und teils wirklich grausame Details. Die Sitze sehen aus wie Holzstühle eines schwedischen Möbelhauses, das Cockpit ist so riesig, als wäre es im falschen Maßstab designed worden. Die Piloten könnten im Flug um ihren Sitz herumlaufen. Man darf viel spachteln und schleifen. Und am Ende ist die Oberfläche unfassbar langweilig.
Ich habe die Flügel mit sehr viel Arbeit ausgeklappt montiert, es passt wirklich nichts. Es wurde eine tragende Struktur aus den Gussästen eingeklebt. Nach Fertigstellung der Grundstruktur habe ich aus sehr dünnem Evergreen-Material Strukturen auf die Oberfläche geklebt und kurz angeschliffen. Dies einfach nach Lust und Laune, da sonst keinerlei erhabene Strukturen vorhanden wären. So sieht das Modell deutlich ansprechender aus. Im Cockpit wurden Quickboost-Sitze der F-14D installiert (von der Zeitperiode um ca. 1990 herum glaubwürdig) – die Bausatzteile wurden umgehend entsorgt. Ansonsten alles schwarz lackiert, das reduziert die Sicht in die riesige, detaillose Badewanne.
Die Fahrwerks- sowie Waffenschächte sind einfach riesige, rechteckige und detailleere Boxen. Wer dies verstecken möchte: Viel Spaß, die dazugehörigen Klappen passen nämlich nicht. Ich habe ausschließlich die Waffenschächte der Luft/Luft-Bewaffnung verschlossen, hierbei musste ich in die riesigen Lücken Evergreen-Streifen einkleben bevor die Spalte überhaupt spachtelbar wurden. Einerseits kann man bei einem niemals produzierten Fluggerät kreativ sein, andererseits widmen sich leider auch nur verzichtbare Hersteller diesen Bausätzen.
LackierungIch wollte eine fiktive Einsatzmaschine der mittleren 1990er Jahre darstellen. Dazu überlegte ich, welche Tarnung denn realistisch wäre, wenn die Navy in die Welt der „futuristischen Stealth-Angriffsflugzeuge“ eingestiegen wäre… und mir kam der Gedanke des älteren Ferris-Schemes, welches auf F-4 und F-14 getestet wurde. Das „false Canopy“ auf der Unterseite halte ich für unrealistisch für hochfliegende Angriffsflugzeuge, da es für den Luftkampf entwickelt wurde. Die asymmetrische Splittertarnung gefiel mir sehr gut, also wurde es umgesetzt. Die Sensorbereiche wurden in dunklem bzw. hellem Grau abgesetzt. Die Decals stammen (bis auf die „no step“-Markierungen) aus der Restekiste. Modex 5xx als Nachfolger der A-6 ist realistisch. Als Trägerschiff die USS Roosevelt auf den Bugfahrwerksklappen. Ansonsten wurde frei Hand markiert, wie es mir glaubwürdig vorkam. Die vorgeschlagene Markierung mit den zugehörigen Decals ergibt einfach keinen Sinn.
Dem Bausatz liegt eine Reihe an Waffen (schlechter Qualität) bei. Für realistisch zu dieser Epoche hätte ich jedoch Laser-GBU zur Zerstörung von Hochwertzielen erwartet, welche natürlich nicht beiliegen. An stattdessen gibt es jedoch dumme Mk. 117 aus dem Koreakrieg – danke dafür. Aber auch AGM-88 HARM und AGM-154 JASSM, welche ab 1998 produziert wurden und als stealthy Abstandswaffe vermutlich tatsächlich denkbar wären.
Zum Schluss bin ich froh, dass das Projekt fertig wurde. Bei dieser Art von Bausätzen kann man unendlich Zeit investieren, man hätte diverse Veränderungen angehen können: Beispielsweise eine Struktur auf die einsehbaren Innenseiten der Schachtabdeckungen oder realistisches Innenleben der Waffenschächte. Die aufgebrachten Strukturen aus Evergreen-Profilen helfen beim Kaschieren von Problemstellen und geben dem Modell eine lebhaftere Oberfläche – insoweit hat sich der Mehraufwand vielleicht doch gelohnt.
Max Hauswald Publiziert am 07. November 2026 Du bist hier: Home > Galerie > Flugzeuge Militär Modern > McDonnell Douglas/General Dynamics A-12 Avenger II © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |