Fairchild-Republic A-10C Thunderbolt II"Blacksnake" - Indiana Air National Guardvon Frank Barkhofen (1:48 Great Wall Hobby)
Das letzte Jahr war bei mir das Jahr der Jets, nicht ausschließlich, aber zwischen der XF-85 Goblin und der Gloster Pioneer hatte ich einen weiteren Jet auf meiner Werkbank, wie üblich in 1:48. Allerdings stand der Bericht dazu noch aus.
Der HintergrundMeine Doppeldecker entstehen oft aus älteren Bausätzen, oft Kleinserie. Daher hat es mich schon länger gereizt, einmal einen modernen, mit viel modernem Zubehör ergänzten Bausatz zu versuchen. Der relativ neue Bausatz der A-10 von Great Wall Hobby hat mir durch seine Ingenieurskunst und Optionen schon länger gefallen, erst recht die limitierte Edition der schwarzen Schlange - Entschuldigung: Blacksnake. Als ich dann noch ein günstiges Angebot bekam, habe ich zugeschlagen und den Bau dann relativ schnell begonnen.
Das VorbildVon der A-10 hat wohl jeder schon gehört, der sich für die Luftfahrt interessiert. Hier wurden ja auch schon einige Modelle verschiedener Bausatzhersteller gezeigt. Daher verweise ich für mehr Informationen zu Wikipedia.
Diese spezielle Sonderlackierung wurde 2021 zum hundertjährigen Jubiläum der Luftwaffe in der Indiana Air National Guard umgesetzt. Hier findet man dazu Informationen und Fotos des Originals.
Das ZubehörAls Zubehör kamen noch Masken von Art Scale Kit dazu, 3D-Decals für das Cockpit, ein Schleudersitz aus Resin, ein Fahrwerk von Detail&Wonder mit sehr schönen Details (man beachte die unglaublichen LED-Landescheinwerfer!), der passende Ätzteilsatz von Eduard, das Pitot aus Metall. Da diese Sonderlackierung kaum beladen geflogen ist, die Pylone des Kits aber wenig Details tragen, habe ich noch ein Set von Aires dafür genutzt. Sehr praktisch fand ich auch die Wheel bay plugs von Omask, die ich hier erstmals in die Fahrwerksschächte gestopft habe.
Der BauBeim Ätzteilsatz habe ich jedoch die grob geätzten Gitter durch sehr feines Edelstahlgewebe ersetzt, welches ich auf einer Ausstellung erwerben konnte. Leider hat Eduard auch das HUD versemmelt, es ist viel zu klein! Das ist völlig unverständlich, denn in den Sets für die A-10 anderer Hersteller im gleichen Maßstab (z.B. für Hobby Boss) konnten sie es doch auch korrekt?! Warum wurden die Daten nicht übernommen oder nicht wenigstens bei der Qualitätssicherung einmal gegengecheckt? Sehr ärgerlich! Ich habe mir dann mit einem solchen HUD beholfen. Da das HUD sehr prominent sichtbar ist, hat mir das Klarsichtspritzteil aus dem Kit auch nicht gefallen, da wirkt der filigrane Metallrahmen deutlich schöner.
Nach Hinweisen auf Unvollkommenheiten der Bausatzdecals kam noch ein weiterer Satz von Jeight Design aus Südkorea dazu, der wiederum ein kleines, aber wichtiges Korrektur-Blatt enthält. Wobei sich die Unvollkommenheit auf die Recherche bezieht - in Sachen Druck- und Verarbeitungsqualität sind die in China gedruckten Kit-Decals über jeden Zweifel erhaben! Es fehlen schlicht Elemente, wobei ich zugeben muss, dass es im Laufe der Zeit Veränderungen gegeben hat. Weil ich sehr gute Fotos gefunden hatte, habe ich auch die Schlange in der Tür der Einstiegsleiter mit einer Kombination aus Masken und selbstgedruckten Decals gestaltet. Das zeige ich mal etwas ausführlicher - diese Vorgehensweise kann bestimmt mal jemand gebrauchen!
Links selbstgedrucktes Decal, Mitte Maske, beides aus verschiedenen Ebenen in Inkscape.
ReferenzenReferenzliteratur ist ebenfalls hilfreich. Ich hatte hier die Bücher "Fairchild A-10A/C Thunderbolt II" aus der Reihe "Aircraft in Detail" von Duke Hawkins sowie "The Modern Hog Guide, 2nd Edition" von Jake Melampy zur Verfügung. Außerdem habe ich natürlich das Internet bemüht und viele Fotos dieser Sonderlackierung gefunden. Weiterhin hatte ich auf Scalemates wunderbare Hilfe von echten Experten im Hintergrund - vielen Dank dafür!
Die LackierungDie Lackierung erfolgte mit Acryl-Lacquers von Mr. Paint. Statt Schwarz habe ich NATO-Black genutzt und das Gunship-Gray hat diesen schönen Blaustich wie auf den Fotos des Originals. Einige Zeit habe ich auch mit der Behebung von Missgeschicken verbracht. Bei der Abtönung der Seitenscheiben erzeugte die Airbrush einen Spritzer. So habe ich die Farbe mit dem zugehörigen Verdünner entfernt, um neu zu lackieren - natürlich ohne vorher zu testen. Anfängerfehler, das Cockpitglas war danach stumpf! So durfte ich mit den abgestuften Schleifpasten von Tamiya, Wattestäbchen und viel Geduld den Glanz wieder herstellen. Nach einem Bad in Future habe ich es aber sehr lange aushärten lassen, bevor ich mich an die Maskierung und Neulackierung wagte, um erneute Probleme möglichst auszuschließen.
Die gesamte Scheibe war so stumpf wie der Rahmen unten rechts!
Selbst bei so einem HiTec-Kit und dem Zubehör habe ich noch kleine Ergänzungen zum Scratchen gefunden, z.B. die Bolzen zum Aufbocken zur Wartung. Für die Fensterdichtung der Frontscheibe hat es funktioniert, Decalfolie zu lackieren und mit dem Schneidplotter in feinste Streifen zu schneiden. Es waren auch nicht alle Lampen als Klarteile enthalten. Weitere Kleinteile wie die gelben Öffnungshebel entstanden aus Evergreen-Material. Da es auch innerhalb der C-Reihe Umbauten gab, müssen für die "Blacksnake" einige Antennen anders angeordnet werden, aber im Bausatz ist alles enthalten.
Die Aufbockbolzen wurden beim Original nicht entfernt Die Decals waren wirklich sehr gut zu verarbeiten, nur den Schlangenkopf an der Nase habe ich versaut. Ich empfehle, dieses Decal in kleinere Elemente zu teilen. In einem zweiten Versuch habe ich dann das erwähnte Zusatzdecal benutzt. Hier ist der Kopf bereits in mehrere Elemente aufgeteilt.
Die längste Zunge einer Schlange! Ärgerlich ist, dass nicht alle Gussäste des normalen Bausatzes in dieser Sonderedition enthalten sind. Es gibt zwar Außenlasten, sogar zwei Travel Pods für das Gepäck der Piloten, aber die doppelte Startschiene für die Sidewinder befindet sich an einem nicht enthaltenen Ast, obwohl die Beladung im Handbuch aufgeführt wird. Da hat jemand beim Design des Kits nicht aufgepasst. Eine Nachfrage per Email beim Hersteller blieb unbeantwortet.
Die FigurenPassend für die A-10 gibt es schöne Figuren, die aber eigentlich für den Bausatz von Academy gedacht sind. Sie kamen mir gelegen, um einen Größenvergleich dieser recht großen Maschine zu haben. Da sie aus Resin sind, konnte ich die Pilotin auf der Leiter mit heißem Wasser zur Anpassung biegen, den Rest erledigte eine leichte Modifikation der Leiter. Vor der Bemalung von Figuren habe ich großen Respekt und bewundere die Modellbauer, die das perfekt können! Angesichts meiner geringen Erfahrung (davor hatte ich erst eine Figur bemalt) bin ich mit dem Resultat aber zufrieden.
Das FazitWas für ein Biest, im Original wie im Modell! Solch ein Modell war eine ganz andere Herausforderung als die üblichen Doppeldecker. Den Bausatz kann man wirklich empfehlen, denn er ist zum Erhalt der Oberflächendetails clever strukturiert. Wer mehr Details sehen möchte, sei eingeladen, sich das Projekt auf Scalemates anzuschauen.
Frank Barkhofen Publiziert am 07. Februar 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |