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Panzerhaubitze Wespe Sd.Kfz. 124

von Matthias Garbrecht (1:35 Tamiya)

Blick auf die linke Seite, dabei fällt die oliv-grüne Zeltbahn und das Divisionszeichen ins Auge.
Blick auf die linke Seite, dabei fällt die oliv-grüne Zeltbahn und das Divisionszeichen ins Auge.

Manchmal reicht die Zeit neben Beruf oder Studium einfach nicht aus, um sich den aufwendigen Modellprojekten zu widmen, in solchen Phasen schafft ein kleines Modell für etwas Ausgleich am Ende des Tages. Ein solches Modell möchte ich euch präsentieren und kurz über die Historie, den Bau und die darauffolgende Lackierung berichten. Es handelt sich um das Modell des Sd.Kfz 124 Wespe im Maßstab 1:35, eine Artillerie-Selbstfahrlafette der Wehrmacht.

Panzerhaubitze Wespe Sd.Kfz. 124

Panzerhaubitze Wespe Sd.Kfz. 124

Historisches zum Vorbild

Bei dieser Selbstfahrlafette wurde eine 10,5 cm leichte Feldhaubitze 18 auf den Geschützwagen II montiert, dafür wurden obsolete Panzer II. Ausf. F verwendet. Bei diesen wurde die Wanne verlängert um genug Platz für den Kampfraum zu schaffen. Weitere Veränderungen waren die Verlegung des Motors, die Neukonstruktion des Aufbaues und das Wegfallen eines Laufrades. Die Serienproduktion begann im Februar 1943 und endete im Juni 1944, bis dahin wurden 676 Fahrzeuge und zusätzliche 159 Munitionswagen produziert. Die Motivation zur Entwicklung war der Bedarf an mobiler Artillerie, um schneller Artillerieunterstützung bieten zu können, als es bei gezogener Artillerie möglich war. Der Ersteinsatz fang im Sommer 1943 im Kursker Bogen statt und die Wespe war an allen Fronten im Einsatz: Russland, Frankreich und Italien.

Mit dem Blick von rechts auf das Fahrzeug fallen die Ausrüstungsgegenstände der Besatzung auf, sowie auf der Kettenabdeckung die Werkzeuge und die Munitionskiste.
Mit dem Blick von rechts auf das Fahrzeug fallen die Ausrüstungsgegenstände der Besatzung auf, sowie auf der Kettenabdeckung die Werkzeuge und die Munitionskiste.

Zum Bausatz und dem Bau

Der Bausatz ist von Tamyia und eine Wiederauflage aus dem Jahre 2018, wobei vier neue Figuren, sowie ein neuer Decalbogen hinzukamen. Dieser enthält Decals für zwei Versionen für die Wespe an der italienischen Front. Ich habe das Modell out-of-Box gebaut und lediglich kleine Ergänzungen vorgenommen.

Aus meiner Sicht war der Bau der Wespe nicht von Herausforderungen geprägt, trotzdem sei erwähnt, dass der Aufbau und das Geschütz selber etwas Erfahrung benötigen. Das Kanonenrohr war zweiteilig und hätte durch ein Aluminiumrohr getauscht werden können. Die Kette bestand aus Einzelgliedern und ist daher immer mit viel Arbeit verbunden. Aufgrund des Alters des Bausatzes sind leider die modernen Kettenglieder mit Steckverbindern noch nicht enthalten. Meine Vorgehensweise bei Einzelgliederketten ist der partielle Zusammenbau in zwei große Segmente, wobei sich die Verbindungsstellen meistens am Führungs- und Antriebsrad befinden.

Die Frontansicht zeigt nochmal die gesamten Zurüstteile und das Abschleppseil über der Ersatzkette.
Die Frontansicht zeigt nochmal die gesamten Zurüstteile und das Abschleppseil über der Ersatzkette.

Als kleine Ergänzungen nutzte ich das Ersatzlaufrad und fügte einen Kunststoffstift als Halterung auf die Frontplatte hinzu. Als weitere Details ergänzte ich aus der Zurüstkiste ein paar Kisten und einzelne Ausrüstungsgegenstände der Artilleristen, wie einen Helm, Trinkflaschen, Rucksäcke oder Zeltbahnen. Als größere Modifikation baute ich aus Kunststoffstreifen eine Halterung für zwei Kanister an der Seite des Aufbaus – Eine mögliche Feldmodifikation, welche die glatte Optik des Aufbaus durchbricht.

Bei der Seitenansicht fällt die eckige Tarnung und die Kanisterhalterung auf.
Bei der Seitenansicht fällt die eckige Tarnung und die Kanisterhalterung auf.

Mit den beiliegenden Figuren stellte ich den Innenraum in einer Gefechtssituation dar, dafür öffnete ich die Klappen der Munitionskästen und setze nur eine gewisse Anzahl an Granaten ein. Die anderen verteile ich auf der hinteren Aufbauklappe, sowie die Treibladungshülsen. Neben dem beiliegenden Zubehör ergänzte ich noch einen Feuerlöscher, einen Karabiner und platzierte neben dem Kommandanten eine Karte. Die Antenne bildete ich aus einem Gustast nach. Auf dem Bild ist ein leichtes Abknicken dieser zu erkennen, dies macht deutlich wie beengt der Kampftraum in Realität war. Diese Enge führt zu einer sehr kuschligen Anordnung der Figuren, welche leider den Blick auf die linke Innenseite verdecken. Dort befinden sich weitere Staukästen und die Funkanlage, welche durch Kabel ergänzt wurden. Auch das Kopfhörer des Kommandanten wurde verkabelt und ein Fernglas um seinen Hals platziert.

Der Blick von oben in den Kampfraum zeigt die Details, wie den roten Feuerlöscher, den Karabiner und die Landkarte.
Der Blick von oben in den Kampfraum zeigt die Details, wie den roten Feuerlöscher, den Karabiner und die Landkarte.

Bei dieser Ansicht fallen neben den Granaten und Hülsen, der rostige Auspufftopf auf.
Bei dieser Ansicht fallen neben den Granaten und Hülsen, der rostige Auspufftopf auf.

Bemalung und Figuren

Das Fahrzeug wurde in Dunkelgelb mit einer anthrazitfarbenen Tarnung aus eckigen Formen lackiert. Die Tarnung ging ich mit kreativer Freiheit an und ließ mich aus einem Computerspiel inspiriert, diese Freiheit zeigt sich auch am Erkennungsabzeichen der schwere Panzer-Abteilung 505. Bewusst des geschichtlichen Fehlers, dass das Sd. Kfz 124 Wespe nie dieser Abteilung unterstellt war, bekam das Fahrzeug trotzdem dessen Abzeichen. Der großflächige Aufbau bot genug Platz dafür und stellt einen farblichen Akzent dar. Nach der Lackierung der Tarnung bekam das Fahrzeug noch ein paar Gebrauchsspuren an der Lackierung und einen Wash aus brauner Farbe. Um den Eindruck des Einsatzes weiter zu verstärken, wurde die Wanne mit Erd- und Schlammspuren versehen.

Auf diesem Bild ist das Laufwerkt ohne Erd- und Schlammspuren zu sehen. Die Erkennungszeichen und die Zeltbahn fallen als farblicher Akzent in Auge.
Auf diesem Bild ist das Laufwerkt ohne Erd- und Schlammspuren zu sehen. Die Erkennungszeichen und die Zeltbahn fallen als farblicher Akzent in Auge.

Um die Uniformität der Figuren etwas aufzubrechen, wurden sie in unterschiedlichen Uniformen dargestellt. –Eine Neugruppierung vor Kurzem oder unzureichende Versorgung könnte dieser Nonkonformität zu Grunde liegen.– Während der Kommandant eine Hose mit Splittertarnung trägt, tragen die anderen Besatzungsmitglieder schwarze bis feldgraue Uniformen. Auch die Kopfbedeckungen variieren vom Helm bis zum Schiffchen.

Panzerhaubitze Wespe Sd.Kfz. 124

Panzerhaubitze Wespe Sd.Kfz. 124

Fazit

Der Bau und die Lackierung des Modelles gingen mir leicht von der Hand und erforderte kaum Aufwand, daher hat das Modell aufjedenfall seinen Zweck erfüllt nach einem anstrengenden Tag für Ausgleich zu sorgen. Trotz dieses Nebenher-Charakters des Modelles bin ich sehr zufrieden mit dem Resultat und es stellt einen netten Blickfang in meiner Vitrine dar. Den Bausatz kann ich jedem empfehlen, der sich für Selbstfahrlafetten interessiert und etwas Erfahrung im Bau von Panzern und Geschütze hat. Die Figuren passen sowohl von den Posen also auch von Niveau gut in den Bausatz und könnten ein guter Einstieg für all diejenigen bieten, die noch wenig Erfahrung im Bemalen von Figuren haben.

Matthias Garbrecht

Publiziert am 20. Oktober 2026

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