Quick Builds 3.0aThomas F. Lutzvon Making of (ohne Airfix)
PrologDie unterschiedlichen Bausatzarten wurden bereits im Online-Kurs Plastikmodellbau für Anfänger Teil 53 „Glue Kits“ vorgestellt. Die Produktreihe Quick Builds von Airfix ist eine Abkehr von den klassischen Bausätzen hin zu einer Metamorphose zu Modellen in Steckbauweise nach dem Prinzip von Lego Systems. Mit der Altersangabe ab 6 Jahren sind diese „Bausätze“ für die Zielgruppe Kinder und Jugendliche gedacht. Für ambitionierte Modellbauer bieten diese Kits wohl kaum Anreize, könnten aber als Einstiegsdroge in die Kleber- und Plastiksucht des Plastikmodellbaus dienen und so für nachkommende Modellbauergenerationen sorgen. DefinitonQuick Builds sind einfache Steckbausätze, die farblich vorgefertigt wie Legosteine zusammen zu setzen sind. Spontane Beschreibung der Sparte in einem Wort "Lego-Style" HinweiseIn diesem Making of „Quick Build 3.0a“ werden anhand von drei Bausätzen solche einfachen Modelle der Produktserie Quick Build von Airfix vorgestellt, die mit ihrer Steckbauweise an Lego Systems erinnern. Wir stellen vor den Sherman M4A3 Firefly in 1:35, den Volkswagen Camper Bus im Maßstab 1:24 und die P-51D Mustang. Kommentare und Kritiken werden von drei Experten abgegeben und nach dem „normalen“ Zusammenbau wird mit „Supering“ versucht aus diesen einfachen Modellen das Optimum an Realitätsnähe heraus zu holen. Dazu erscheint später ein Making of „Quick Builds Supering“.
J6042 Sherman FireflyDie Bauanleitung ist ein Faltblatt und zeigt in insgesamt 14 Bauschritten den Zusammenbau des Modells mit 150 Bauteilen. Die Menge hört sich zunächst viel an, allerdings sind schon alleine 96 Teile davon einzelne Kettenglieder.
Alle Bauteile des Sherman sind in einer Folientüte sicher verpackt. Die größeren Bauteile sind lose, die Kettenglieder und einige kleinere Bauteile noch an den Gießästen.
Ausgepackt werden die Bauteile zunächst auf Vollständigkeit überprüft wie wir das im Online-Kurs für Anfänger Teil 3 „Vorbereitung und Grundausstattung“ gelernt haben.
Die Bodengruppe wird mit den beiden Seitenteilen montiert. Dabei sollte schon mit ein bisschen Druck gearbeiet werden damit Alles fest sitzt (Abb.1).
Beide Seitenteile montiert (Abb.2) und auch die Antriebseinheit vorne.
Im nächsten Schritt wird die große graue Steckplatte eingesetzt zusammen mit dem Heckteil.
Es geht weiter mit den beiden Triebräderabdeckungen und dem Bugteil. Die Abdeckungen sind verwechslungsfrei innen mit „R“ für Rechts und „L“ für Links gekennzeichnet.
Die Grundeinheit ist montiert.
Da für das Modell ja kein Kleber benötigt wird geht es ohne Pause weiter mit dem Unterteil des Turms, den Seitenteilen, dem Heckabschlußteil und einem Staukasten.
Der Unterbau unseres Modells ist schon mal ready.
Die nächsten Teile zur Montage werden bereitgelegt. Die Unterseite des Turms, der Turm selbst und die Rohraufnahme sowie die Kommandantenluke, die einrastet und aufklappbar bleibt.
Der Turm ist komplett und bleibt drehbar.
Entgegen der Bauanleitung montieren wir das Kanonenrohr als Vorsichtsmaßnahme (Bruchgefahr) zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Für den folgenden Bauabschnitt müssen zunächst die Laufrollen und Rollenträger von den Gießästen, mit einem Seitenschneider, getrennt und danach die Angussreste verputzt werden. Laufrollen auf die Achsen aufstecken und danach die Rollenträger für beide Seiten montieren.
Den Abschluß machen die dreiteilgen Triebräder vorne und die Umlenkrollen hinten.
Accessoires wie eine Schaufel (die einen recht klobigen Einruck macht), die Tragleiste vorne mit einem Ersatzkanister und zwei Munitionskisten und zwei Ersatzkettenglieder werden noch montiert.
Jetzt beginnt erst der wirkliche Spaß – die Kettenglieder sind zu montieren. Die einzelnen Gliederteile sind von den Gießästen zu trennen und dann abgezählt je 47 Stück pro Seite zurecht zu legen.
Laut Bauanleitung soll man die Ketten von Vorne nach Hinten aufziehen. Einfacher ist es aber genau umgekehrt, da Vorne die Zahnräder der Triebräder das Einfädeln etwas erschweren.
Sind die Ketten erstmal aufgezogen und das Kanonenrohr eingesteckt ist der Sherman fast fertig. Apropos Kanonenrohr! Dem Bausatz lagen zwei Rohrhälften bei – leider zwei Gleiche. Das Gegenstück dafür fehlte leider.
An dieser Stelle wäre das für Kinder ab 6 Jahren, die ja die Zielgruppe für die Quick Build Bausätze von Airfix bilden, sicher eine Enttäuschung. Die beiden Rohrhälften passen nicht aufeinander wegen den überstehenden Verbindungen. Für den Modellbauer ist das freilich kein Problem. Die Überstände werden abgefräst und die Rohrhälften anstatt gesteckt einfach verklebt. An Reklamieren beim Händler oder bei airfix dachte ich zu diesem Zeitpunkt, dem ersten der drei Quick Build Kits, noch nicht – aber es sollte noch schlimmer kommen!
Im Vergleich mit einem M4A3 Sherman von Tamiya als Referenz wird ersichtlich, dass der Maßstab 1:35 gut getroffen ist.
Der letzte Arbeitsschritt ist das Anbringen der Klebedecals, die nicht wirklich überzeugen können, da die Trägerfolie sichtbar bleibt.
Expertise des AutorsDer Sherman Firefly von Airfix in Quick Build Bauweise wurde aus der Box gebaut und ist eher ein Spielzeugmodell als ein ernst zu nehmender Modellbausatz, selbst für Anfänger im Hobby. Hat das Modell auch kein Innenleben, was beim Referenzmodell von Tamiya im Übrigen auch nicht der Fall ist, kann der Airfix Sherman von Außen gesehen doch relativ gut mithalten. Airfix gibt an „Pre-Coloured” für die Farbe, aber ich glaube, dass keine der vier bekannten Olive Drab Farben getroffen wurde. Die Farbe dürfte eher etwas zu Dunkel sein, zudem ist das Finish „glänzend“ also unrealistisch. Expertise vom ExpertenWenn schon Steckbausatz, dann auch richtig. So dachte man vermutlich bei Airfix. Angesichts des Spielzeugcharakters sind die Formen des Vorbilds erstaunlich schön widergegeben, und wer sich am teils groben Detailgrad stört, der möge bedenken, wie herkömmliche Platikmodellbausätze vor 40 Jahren aussahen. Da hat Airfix definitiv alles richtig gemacht! Insofern schreit der Sherman und seine "Kameraden" geradezu danach, sich mit Sohnemann an den Tisch zu setzen und ein paar davon zu bauen. Spaß ist jedenfalls garantiert, vor allem gehen sie beim anschließenden Spielen nicht gleich kaputt. Preislich dazu in einem noch vernünftigen Rahmen. Man darf gespannt sein, auf welches Niveau ein solches Spielzeug mit ein klein wenig Aufwand zu heben ist. Unser Jüngster hat die Bilder gesehen und sofort die volle Punktzahl verteilt. Die Dinger sind geschaffen für Jungs wie ihn. (Markus Meurer & Sohn) Was man mit zusätzlichen Arbeiten, einer Lackierung, Alterung und ein paar weiteren Anbauteilen trotzdem noch erreichen kann, werden wir in einem nachfolgenden Making of „Quick Builds Supering“ zeigen. J6017 Volkswagen Camper VanDer sprichwörtlich in Klammern „Bausatz“ (wenn man ihn denn so nennen will) kommt in einer stabilen Box daher. Die Klappschachtel geöffnet bringt zwei PE-Beutel mit den Bauteilen, die Bauanleitung und die Aufkleber hervor.
Die Bauanleitung ist ein farbiges Faltblatt und zeigt in 28 Abschnitten den (bis dahin gedacht) unkomplizierten Zusammenbau des Modells.
Auf der Rückseite ist die nette Kaufempfehlung von Airfix mit "Collect them all!". In der Abbildung sind neun weitere Quick Build Modelle zu sehen. Im Angebot von Airfix gibt es aber noch weitaus mehr Modelle.
Von der Leichtigkeit der Übung beim Zusammenbau des Sherman beflügelt, ging es frisch ans Werk um den VW Camper in kurzer Zeit montieren zu wollen. Wie in Schritt 1 der Bauanleitung vorgegeben beginnt das mit dem Chassis und dem Aufstecken des "Motorblocks",
dem Aufkleben des Decals für den Riemenantrieb und der hinteren Stoßstange.
Für den nächsten Bauabschnitt legen wir uns die roten Seitenteile für die rechte Fahrzeugseite bereit. Damit Niemand die Seiten verwechselt sind alle Bauteile innen mit einem "R" gekennzeichnet.
Passend dazu folgen dann die drei Seitenteile und die entsprechenden Fenstereinsätze.
Zur freudigen Überraschung folgte jetzt das Highlight dieses Bausatzes – der Frontrahmen Rechts fehlt im Bauteilebeutel, aber dafür lagen zwei linke Rahmen bei. Das macht Spaß! – hat aber einen gewissen Gewöhnungseffekt, da ja bereits beim Sherman Firefly der ähnliche Fehler auftrat mit dem Kanonenrohr. Beide Fälle wurden dem Support Team, direkt bei Airfix in England, mit nettem Anschreiben, Photos der falschen Teile und dem Produktions Chargencode vom Karton gemeldet. Nach etwa vier Wochen Wartezeit wurden die Ersatzteile geliefert, der Fensterrahmen allerdings in der falschen Farbe Weiß. Den VW Camper Bausatz gibt es in Hellbau-Weiß und in Rot-Cremeweiß.
Keine Panik – mit der alten Marabu Enamelfarbe 021 bemalt ist die Farbe Cremeweiß annähernd brauchbar. Es konnte also nach Bauanleitung weitergehen. Bis zur Baustufe 8 ging das Alles problemlos. Beim Einsetzen der Abdeckung und der Rücksitzbank, die sehr stramm an den Seiten sitzt, platzten sämtliche Seitenteile weg. Ärgerlich – die Steckverbindungen der Bauteile a la Lego-System ist vom Original sehr weit entfernt in Punkto Festsitzend. Ständig springen Teile wieder ab wenn man an der Gegenseite hantiert und das nicht nur Einmal. Selbst mit viel Geduld – reißt irgendwann der berühmte Geduldsfaden. Die Airfix-Entwickler wählten hier den falschen Weg für den Zusammenbau von Außen nach Innen – ein alter Modellbauer kehrt den Irrweg um und baut wie gewohnt von Innen nach Außen und – entgegen der Ideologie des Quick Builds – und verklebt die Bauteile. Das Heck bildet jetzt die stabile Basis
und es wird von Hinten nach Vorne aufgebaut.
Mit der Entscheidung die Teile zu Verkleben fiel, für den VW Camper, die Option zum Supering in einem späteren Making of Beitrag weg. Erstes Supering gab es jetzt an den Fenstereinsätzen. Alle Einsätze wieder ausgebaut und um die Rahmen herum mit einem Edding Lackmalstift die Fenstergummirahmen nachgeahmt.
Für die Strebe an den vorderen Seitenfenstern liegt im Bausatz ein Streifen-Klebedecal bei – das sah schrecklch aus. Die Strebe wurde mit Marabu Enamel 021 bemalt.
Während der Entwicklung des Bausatzes, wahrscheinlich an einem Montag, wurde ein undefiniertes Bauteil zur Darstellung eines Lenkrades konzipiert. Bei allem Verständnis – aber das Geht gar nicht!
In der Grabbelkiste fand sich ein schönes Lenkrad. Die komische Platte wurde abgefräst, ein Loch gebohrt, das Lenkrad eingesetzt und mit Seidenmatt Schwarz bemalt. Die Frontscheinwerfer und Blinker des VW Campers sind ein transparentes Steckteil, würden aber zu dunkel wirken.
Abhilfe schafft gelbe Glasmalfarbe für die Blinkereinsätze (damit wird der Camper zu einem 68´er Modell) und Alufolie, die innen eingeklebt wird. Damit wirken die Scheinwerfer wirklich realitätsnah.
Der Decalbogen enthält, neben den bereits genannten Klebedecals für die Fensterstreben und das merkwürdige Dingsda für das Lenkrad, auch Aufkleber für die Rücklichter. Wurde bei Airfix wohl wieder an einem Montag kreiert.
Adäquater Ersatz fand sich mit zwei roten Rücklichtern in der Grabbelkiste.
Die weiteren Bauschritte und die Endmontage des VW Camper Bus werden im folgenden Making of "Quick Builds 3.0 b" gezeigt. Happy Modeling!
Galerie von Thomas F. Lutz auf Modellversium siehe:https://www.modellversium.de/galerie/modellbauer.php?id=484
Werkzeuge & Hilfsmittel:
Making of Publiziert am 13. September 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |