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Pz.Kpfw. VI Tiger I "frühe Version"

von Christian Kütemeyer (1:35 Academy)

Pz.Kpfw. VI Tiger I "frühe Version"

Ein paar Bemerkungen vorab:

Wenn jetzt jemand stöhnt: „Nicht schon wieder ein Tiger I“ kann ich das gut nachvollziehen. Trotzdem möchte ich gerne dieses Modell vorstellen, da es bisher nur wenige Berichte zu solchen Bausätzen mit Innenleben gibt. Ich habe das Modell nach keinem bestimmten Vorbild gebaut und mir hier und da ein paar Freiheiten erlaubt. Grundsätzlich habe ich den Tiger out of the box gebaut. Allerdings habe ich das Zimmerit-Set von Tamiya verwendet, obwohl das historisch nicht ganz korrekt ist.

Pz.Kpfw. VI Tiger I "frühe Version"

Das Fahrwerk:

Die Schwingarme, die Räder und überhaupt das Laufwerk sind schön detailliert. Leider sieht man davon nichts mehr, sobald das Laufwerk fertig montiert ist. Die Räder sind drehbar, aber nur solange bis die Kette montiert ist.

Pz.Kpfw. VI Tiger I "frühe Version"

Die einzelnen Glieder der Kette, je Seite 94 Stück, hatte ich zunächst mit der Lauffläche auf ein Stück breites Maskierband geklebt. Anschließend habe ich auf die Innenseite zwischen den beiden Führungszähnen ein schmales Stück Maskierband geklebt und die Außenseiten vom breiten Maskierband abgenommen. Somit hatte ich funktionsfähige Ketten erhalten, die sich wie in echt aufziehen lassen. Zum Abschluss wurden die einzelnen Kettenglieder mit einander verklebt. Von dem schmalen, innenliegenden Band sieht man fast gar nichts mehr.

Pz.Kpfw. VI Tiger I "frühe Version"

Die Wanne:

Der Motor ist fast schon ein Modell für sich. Leider ist er später nicht mehr ohne weiteres herausnehmbar, so dass viele Details nicht mehr sichtbar sind.

Pz.Kpfw. VI Tiger I "frühe Version"

Das Lenkgetriebe sieht auch sehr schön aus, allerding sind mir hier zwei Fehler in der Anleitung bzw. am Modell aufgefallen. Zum einen sollte das Lenkrad flach, mit einer fast waagerechten Lenksäule verbaut werden, andernfalls stößt die Lenksäule später gegen die Platte der Wannenfront. Des Weiteren ist die Baugruppe des Lenkgetriebes zu breit, um in die Wanne zu passen. Ich hatte an den Bauteilen H23 und H24 jeweils einen Millimeter abgeschnitten, danach hat es gepasst. Die Anordnung und genaue Position der Lenkhebel, Sitze und Stoßdämpfer ist aus der Anleitung nicht ganz klar ersichtlich.

Pz.Kpfw. VI Tiger I "frühe Version"

Die beiden großen Munitionskästen, G1 und G2, an der Seite in den Sponsen, passen leider nicht. Wenn man sie genau nach der Markierung einklebt, sind sie hinten ca. 1,5 mm, nach vorne ca. 1 mm zu kurz. Besser wäre es, sie genau auf an das hintere Brandschott anzusetzen, um dann den Querträger G12 weiter nach hinten montieren zu können. Da der Querträger G12 zu weit vorne ist, passen in den Munitionskasten G26 neben dem Platz des Fahrers keine vollständigen Patronen. Die Patronen müssen ca. 3-4 mm gekürzt werden. Darüber hinaus finde ich es schade, dass in den Kästen G1 und G2  nur die oberste Lage der Patronen dargestellt wird, darunter ist gähnende Leere. Das Dach der Wanne hat bis auf die Luken keine Details.

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Der Turm

Der Turm ließ sich auch recht problemlos montieren. Lediglich die Positionen von J49 und dem Seitenrichtantrieb J18 sind wieder nicht eindeutig gekennzeichnet. Hier muss unbedingt eine Trockeneinbauprobe gemacht werden, sonst passt später die Hauptwaffe nicht rein.

Im Gegensatz zu dem Original ist der Hülsensack J9 ein festes Bauteil. Da sich unter dem Sack im Modell die Wasserkanister J37/J38/J39 befinden, kann die Hauptwaffe nur ein wenig im Höhenbereich gerichtet werden.

Pz.Kpfw. VI Tiger I "frühe Version"

Bei der Hauptwaffe gibt es im Bereich des Patronenlagers ein kleines Manko: Das Bauteil J34 hat der Länge nach einen durchgehenden Schlitz. Im Nachhinein hätte ich den zuspachteln müssen, bin aber irgendwie drüber weggekommen.

Pz.Kpfw. VI Tiger I "frühe Version"

Das Äußere:

Wenn man das Wannendach abnehmbar haben möchte, dürfen die Leitungen der Luftfilter zum Triebwerk nicht fest verklebt werden. Außerdem sind die beiden inneren Leitungen zu lang und müssen gekürzt werden.

Pz.Kpfw. VI Tiger I "frühe Version"

Das Zimmerit von Tamiya ließ sich recht gut verarbeiten. Mit einer Schere und einem scharfen Skalpell lassen sich die Teile gut ausschneiden. Hinterher kann man die Teile wie einen normalen Aufkleber auf das Modell kleben. Der verwendete Kleber ist ziemlich stark. Daher muss sehr aufpassen, wenn man die Teile angeklebt, sonst saugen sie sich irgendwo fest und man bekommt sie nur schwer wieder ab. Der Vorteil ist, wenn sie einmal aufgetragen sind, halten sie bombenfest. Sie lassen sich auch sehr gut überlackieren und nehmen die Farbe gut an.

Pz.Kpfw. VI Tiger I "frühe Version"

Die Lackierung:

Die Tarnlackierung habe ich mit Tamiyas XF-60 Dunkelgelb, XF-64 Rot-Braun und XF-61 Dunkelgrün gemacht. Die Hülsen der Munition hatte ich mit Revells AquaColor Messing 92 lackiert. Interessanterweise sieht dieselbe Farbe aus wie Gelb, wenn man sie mit der Airbrush versprüht. Beim Pinseln erzielt man wieder den richtigen Farbton. Die übrigen Farben im Innenraum habe ich nach Augenmaß aus Revell AquaColor gemischt, da die Farbangaben in der Anleitung nicht brauchbar waren. Die Farbtabelle am Ende der Anleitung ist ein schlechter Witz, es gibt keinerlei Verweise auf ein bekanntes Farbsystem.

Pz.Kpfw. VI Tiger I "frühe Version"

Fazit:

Ein schöner Bausatz. Leider sind durch die fehlenden Angaben zur Position und Farbe von verschiedenen Bauteilen zusätzliche Recherchearbeiten notwendig.

Pz.Kpfw. VI Tiger I "frühe Version"

Christian Kütemeyer

Publiziert am 14. December 2020

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