Normanne um 1180von Karsten Böcker (90 mm, Pegaso)
Ich bestellte die Figur bei einem Berliner Zinnfiguren-Onlinehandel, da man dort eine große und schöne Auswahl an den verschiedensten Herstellern und Figuren gibt. Bereits beim Öffnen zeigte sich die bekannte Qualität von Pegaso. Wenige, sauber gegossene Zinnteile, die eine gute Passgenauigkeit aufweisen. Lediglich die Schwerthülle ist für die Breite des Schwertes zu schmal. Eine Bauanleitung ist nicht wirklich notwendig, jedoch sollte man auf Grund der ungekennzeichneten Teile eine gewisse Erfahrung haben. Als Klebstoff verwendete ich hauptsächlich Zweikomponenten-Epoxidharzkleber, das verzögerte natürlich den flüssigen Zusammenbau. Allerdings hält dieser Kleber die Zinnteile hervorragend. Nach dem Zusammenbau der von mir gewählten Baugruppen grundierte ich die Baugruppen weiß.
Ich selbst habe diesen Weg der Baugruppen beim Zusammenbau gewählt: Die Basis, die Beine mit Sporen, der Oberkörper mit dem Rest. Die Basis ist durchaus schön, allerdings würde der Normanne dann über einen Erdhügel laufen. Die Beine passen gut zusammen, ebenso der Hüftbereich und die Arme am Rumpf. Der Oberkörper besteht bautechnisch aus dem Hüftbereich, dem Oberkörper mit Schwertarm, Schildarm, Schild und Kopf. Geschickterweise ist die Schwerthand mit Schwert separat, was beim Kleben gut ist, sie stört sonst nur beim Kleben und Bemalen. Das Schild ist ziemlich schwer und sollte erst nach langer Trockenzeit des angeklebten Schildarms angeklebt werden. Separat bleiben die Schwertscheide und der Nasenschutz. Beides wird zum Schluss hin angemalt und angeklebt. Der Nasenschutz sollte erst nach dem Bemalen des Gesichts montiert werden, da dieser sonst sehr im Weg ist.
Der Sockel, den kleinen Erdhügel, bemalte ich zunächst mit Humusbraun, die Steine mit Dunkelgrau, um zunächst die Vertiefungen hervorzuheben und eine Grundfarbe des Dioramas zu schaffen. Danach ging es schrittweise mit helleren Farbtönen voran, um dem Gelände oder der Figur ein plastisches Aussehen zu geben und die Verwitterung des Geländes, der Waffen und des Menschen aufzuzeigen. Erst nach Trocknung der Abdunklung wird die Aufhellung mit der Trockenmalmethode aufgetragen und die Kanten dann mit einem helleren Farbton hervorgehoben. Um die Kleidung mit ihrem Faltenwurf besser zur Geltung zu bringen, wählte ich Karminrot als Basisfarbe. Je weiter der Stoff aus dem Schattenbereich tritt, umso heller wird er. Das wattierte, gesteppte Wams (Gambeson) unter dem oberen Kettenhemd malte ich mattgrasgrün an, die Bordüre in einem Blauton. Beides wurde dann mehrfach schattiert und wieder mit aufgehellter Farbe hervorgehoben.
Das Kettenhemd ist ohne Zweifel aus Eisen und lässt somit farblich wenig Spielraum - allerdings kann das Kettenhemd in verschiedenen Zuständen sein. Auf der Innenseite, die an verschiedenen Stellen sichtbar wird, malte ich es mit Lederfarbe an, da ich mir es wie folgt vorstelle: Das Kettenhemd ist zusätzlich innen auf Leder aufgenäht, zum Schutz des Wamses und Trägers. Das Kettenhemd wurde zunächst eisenfarbig angemalt. Dann wurde das Ganze mit stark verdünnter schwarzer Farbe schattiert. Nach Abtrocknung der Schattierung habe ich nochmals das Kettenhemd mit Eisen übermalt, gefolgt von Silber und Weiß. Das ergab einen schönen zusätzlichen plastischen Effekt. Nachdem ich den Halsschutz aus hellem Leder gefertigt und angemalt hatte, dachte ich, dass als Kontrast ein dunkles Leder angebracht sei: also sorgfältig eine dunklere Tönung gewählt und zunächst grundiert. Im Anschluss daran wurde wie gehabt mit der Trockenmalmethode die Kanten und Erhabenheit hervorgehoben, um einen größeren plastischen Effekt zu erzielen.
Da die ganze Figur mattweiß grundiert war, konnte ich meine bereits selbst gemischte Gesichtsfarbe aufbringen. Vertiefungen blieben in der Farbe des ersten Auftrags, um die Plastizität hervorzuheben, dann ich hellte die Nase, Oberlippen, Kinn und Wangen etwas mit Weiß auf. Schild und Schwert waren problemlos. Die Schwertscheide ist zwar zu schmal für das vorhandene Schwert, es fällt aber nicht auf. Die Lederriemen des Schildes sind sehr filigran, das macht aber mit dem richtigen Kleber kein Problem. Das gibt es erst, wenn es ans Bemalen geht. Wie komme ich in den letzten Winkel, ohne die Farbe an die falsche Stelle zu bringen? Mit einem sehr feinen Pinsel und gut überlegter Reihenfolge schafft man das aber.
Die Basis wirkt wie ein Erdhügel. Ich wollte diesen aber begrünen, was mit Eisenbahngras geschah. Zuerst bemalte ich den Erdhügel. Nach der weißen Grundierung malte ich den Boden erdbraun/humusartig an. Dann folgten die vielen Steine mit einem dunklen Grau. Die Steine wurden dann mit stark verdünntem Dunkelbraun beträufelt, um die Vertiefungen zu schattieren. Danach wurde mit der Trockenmalmethode und hellgrauer und weißer Farbe die Erhebungen der einzelnen Steine hervorgehoben. Der stark verdünnte Weißleim wurde mit Pinsel auf den Humus aufgetragen und sofort der Rasen aufgeflockt. Das Ganze ließ ich dann zwei Tage trocken und saugte dann vorsichtig das überflüssige Gras ab. Zu guter Letzt pflanzte ich noch ein paar höhere Grasbüschel auf den Hügel.
Karsten Böcker Publiziert am 06. Januar 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |