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SMS Zrinyi

von Martin Deuretsbacher (1:700 WSW Modellbau)

SMS Zrinyi

Zum Vorbild

SMS Zrinyi war ein österreichisch-ungarisches Schlachtschiff der Radetzky-Klasse. Schwesterschiffe waren SMS Radetzky und SMS Erzherzog Franz Ferdinand. 1904 entschloss sich die Marinesektion des k.u.k. Reichskriegsministeriums Planungsarbeiten an einem neuen Schlachtschifftyp zu beauftragen. Nach den Erfahrungen der Seeschlacht bei Tsushima bevorzugte Schiffbauingenieur Siegfried Popper zur Bewaffnung ein einheitliches Kaliber ausschließlich mit 30,5 cm Geschützen, ohne Zwischenkaliber.

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Techniker und Artilleristen unterstützten die Forderung Poppers nach einem „all-big-gun-calibre“-Schlachtschiff mit einem Deplacement von 16.000 t, konnten sich aber in der k.u.k. Marinesektion nicht durchsetzen. Der Bau eines entsprechend großen neuen Schwimmdocks hätte die Kostengrenze überschritten. So wurde 1905 der Bau von drei Schlachtschiffen mit einem Deplacement von 14.500 t, einer Hauptbewaffnung mit vier 30,5 cm in zwei Doppeltürmen und acht 24 cm in vier Doppeltürmen sowie zwanzig 10 cm Schnellfeuerkanonen in Auftrag gegeben. Alle Geschütze stammen aus heimischer Produktion von Skoda in Pilsen.

SMS Zrinyi

Im Frühjahr 1914 unternahm SMS Zrinyi gemeinsam mit den neuen österreichisch-ungarischen Dreadnoughts SMS Viribus Unitis und SMS Tegetthoff ausgedehnte Reisen in die Levante. Am 22. Juli 1914 verlegten die Schlachtschiffe der Radetzky-Klasse vom Hauptkriegshafen in Pola nach Bocche di Cattaro (Bucht von Kotor). Von dort aus beschoss SMS Radetzky Ende Oktober 1914 mit seinen 30,5 cm Geschützen erfolgreich gut eingebaute französische Artilleriestellungen auf dem Kuk-Sattel und dem Krstac, worauf die Franzosen die Offensive abbrechen mussten und das Gebiet vollständig räumten.

SMS Zrinyi

Nach der Kriegserklärung Italiens an Österreich-Ungarn am 23. Mai 1915 lief SMS Zrinyi mit der k.u.k. Flotte zu einer groß angelegten Beschießung der italienischen Ostküste aus. Am Heimweg griff das italienische Luftschiff Citta di Ferrarra mit fünf Bombenabwürfen, die alle daneben gingen, SMS Zrinyi an. Weitere Kriegseinsätze haben nicht stattgefunden.

SMS Zrinyi

Nach dem Krieg wurden SMS Radetzky und SMS Zrinyi zunächst den USA zugesprochen und vom italienisch besetzten Pola nach Split überführt, wo sie der US Navy übergeben wurden. Die USA übergab die Schiffe sodann nach dem Friedensvertrag von Saint Germain an Italien. Weil die italienischen Überführungs-Besatzungen in Split ihres Lebens nicht sicher waren, ersuchte Italien die USA um Überführung der Schiffe nach Italien, womit die US Navy nicht einverstanden war. Als Kompromiss schleppten US-Einheiten am 7. November 1920 die beiden Schlachtschiffe bis vor die 3 sm Grenze vor Split und übergaben sie auf freier See an Italien.

SMS Zrinyi

Mein Modell...

...zeigt SMS Zrinyi im hellblaugrauen Anstrich, wie er 1914 für (fast) alle Einheiten der k.u.k. Marine eingeführt wurde, im Ausrüstungszustand 1917. Der achtere Fleckerstand ist durch zwei Scheinwerferpodeste ersetzt worden. Auf der Decke des achteren Kommandoturms befindet sich ein Zeiss Fünf Meter-E-Meß-Gerät, 7 cm Fla-Geschütze auf allen Turmdecken. 

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Rund um die Geschütztürme befindet sich unter den Kartuschenauswurföffnungen ein ins Deck eingelassener Ring aus Riffelblech. Das sollte eine Beschädigung des Holzdecks durch die ausgeworfenen schweren Messingkartuschen verhindern. Bei den Kränen seitlich sind die beiden Batteriekommandostände mit je einem Barr & Stroud E-Meß-Gerät von 2.730 mm Basislänge in gepanzerter Drehhaube zu sehen. Ein weiteres E-Meß-Gerät ist auf der Decke des vorderen Kommandoturmes.

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Relings und Davits sind von BJ-Modellbau in Berlin. Die Geschützrohre und die Kräne sind von NTT, die Kranhaken von Starling Models. SMS Zrinyi ist mein erstes Schiff, dessen Takelage zur Gänze mit Nylonfäden (Superfine Size 0,01 mm Uschi van der Rosten) gemacht wurde. Dazu habe ich den Sekundenkleber dünnflüssig (weiße Verschlusskappe) von AERO BOND verwendet. Zum Bau des Resinmodells und für die Ätzteile verwende ich Sekundenkleber von Insta-Cure.

SMS Zrinyi

SMS Zrinyi habe ich mit verdünntem Zaponlack grundiert, dann Tamiya Acrylfarben mit Airbrush aufgetragen. Die Alterung erfolgte nach Versiegelung mit verdünnten Ölfarben. Feinheiten habe ich mit AK und Alclad II gemacht. Die Fenster sind aus Humbrol Clear-Fix. Acryl Soft-Gel von Schmincke habe ich wie immer für die Wasserfläche verwendet. Die Bugwelle ist aus Filterwatte, die ich in das noch feuchte Soft-Gel gesetzt habe. Die Struktur der Bugwelle habe ich durch vorsichtiges Hochziehen von Acryl-Gel mit einem Pinsel erreicht.

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Literatur: Die „Radetzky“-Klasse Österreich-Ungarns letzte Vor-Dreadnoughts von Erwin Sieche, Lothar Baumgartner, Georg Pawlik; erschienen im H. Weishaupt Verlag Graz 1984

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Martin Deuretsbacher

Publiziert am 24. September 2022

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