Kampfpanzer 3 „What If“von Hajo Lippke (1:72 3D-Druck)
Diesen Panzer hat es in der Realität nie gegeben, aber macht sich trotzdem als "What if" ganz gut. Es handelt sich um einen "Kampfpanzer 3" (KPz 3), gut zu erkennen ist das Kasematt-Prinzip mit den zwei horizontal starren Bordkanonen. Tatsächlich "realisiert" wurden bei der Bundeswehr als Kasematt-Panzer die Testprototypen VT 1-1 und VT 1-2, und der schwedische Stridsvagn ist sogar zur Serienreife und Einführung gebracht worden. Der Vorteil dieser Designs war die sehr kleine Silhouette - der Nachteil natürlich die gefühlt nur durch viele Kompromisse bzw. technologische Neuerungen erreichbare Gefechtstauglichkeit, insbesondere natürlich die Zielbekämpfung. Hierfür musste die ganze Wanne bewegt werden (und nicht nur ein Turm), außerdem mussten entsprechende Feuerleitrechner den "Durchgang" des Ziels durch die Geschossbahn kalkulieren, damit der Schuß im richtigen Augenblick ausgelöst werden konnte.
Das Modell selbst stammt von einer Homepage, wo 3D-Druckdateien angeboten werden, und ein guter Freund von mir hat ihn gedruckt. Da besagter Kumpel sowohl den Kauf der Datei, den Druck als auch den Versand getragen hat, muss ein bisschen das Prinzip "einem gekauften Gaul schaut man nicht ins Maul" gelten. Sagen wir mal so viel: Mit den kommerziell gedruckten Modellen, die ich in den vergangenen Tagen hier vorgestellt habe, war der Druck in der Qualität und im Design nicht zu vergleichen.
So waren die Details relativ grob und die typischen "Druckstreifen" der verschiedenen Schichten sehr prominent. Dieses habe ich vor allem durch sehr großzügigen und damit quasi "verspachtelndem" Farbauftrag zum Glück weitestgehend vermindern können.
Ein anderes Problem war die Gestaltung der Stützkonstruktionen beim Druck, wo ziemlich massive "Äste" zum Einsatz kamen. Insbesondere das Fahrwerk aus diesem Material heraus zu trennen war eine ziemlich aufwändige Arbeit... Das bedeutet aber letztendlich auch: Mit entsprechendem Drucker und Design kann man da noch viel mehr herausholen!
Ich habe dem KPz 3 eine Lackierung in den typischen drei Farben des Heeres spendiert, um ihn als alternative Realität in eine Einsatzperiode der späten 80er zu setzen. Ich muss auch sagen, dass mir die zahlreichen Nebelwurfbecher sehr gefallen haben - das sieht sehr cool aus!
Wo ich ein wenig scratchen musste war die MG-Waffenstation - die war aus den Druckstützen einfach nicht wirklich bruchfrei heraus zu lösen, so dass ich da eine eigene Konstruktion gebaut habe.
Zum Abschluss noch einmal die Gegenüberstellung zum aktuellsten Leo, dem Leopard 2A7A1. Man erkennt sehr gut, dass in der Silhouette der KPz 3 deutlich "unauffälliger" ist.
Insgesamt ein sehr interessantes Panzerkonzept, und wer weiß, vielleicht - wie bei der Mode - kommt dieses Design irgendwann doch wieder. Hajo Lippke Publiziert am 20. August 2026 © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |