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Flight Displays

Thomas Brückelt & Thomas F. Lutz

von Making of (ohne Eigenbau)

Flight Displays

Prolog

Im Online-Kurs für Anfänger Teil 1 war die Definition zum Plastikmodellbau wie folgend zu lesen – Plastikmodellbau wird definiert als ein Bereich des Modellbaus, in dem Modelle vorwiegend aus Kunststoff gebaut werden. In der Regel handelt es sich um antriebslose Standmodelle, bei denen der Fokus mehr auf einem hohen Detaillierungsgrad als auf einer Funktion liegt.

Der weitaus größte Teil aller Modelle, die z.B. in der Galerie von Modellversium präsentiert werden, folgt auch diesem Grundsatz. Was aber wenn der Modellbauer sein Modell einmal realitätsnäher in Bewegung darstellen möchte?  

Models in move ... sozusagen. Das ist möglich mit einem Display oder mit Photoshop. In diesem Making of werden wir einige Beispiele mit praktischen Anwendungen zeigen.

Background

Für Straßenfahrzeuge, die ja immer eine feste Verbindung zu einem Untergrund haben, läßt sich dieser Wunsch relativ einfach verwirklichen. Mit einer Software für Photobearbeitung lassen sich Fahrzeuge in Hintergründe einbinden und mit einem Tool für Bewegungsunschärfe oder anderen Optionen bearbeiten. Hier einige Beispiele:

Flight Displays

Das Motorrad wurde auf einem Teilstück Asphalt (graues Schleifpapier) fotografiert und dann in den Hintergrund eingebunden. Mit dem Tool „Airbrush“ wurde die Staubwolke erzeugt und das Vorderrad mit „Bewegungsunschärfe“ bearbeitet. 

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Beim Truck wurde das gleiche Verfahren wie beim Motorrad angewandt, nur anstatt einer Staubwolke wurde hier Rauch aus den Pipes immitiert. Die Räder wurden wieder mit „Bewegungsunschärfe“ in Drehung versetzt.

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Der Rennwagen (mit Fahrerfigur) wurde auf einem Rennstreckenteil mit Markierungsstreifen fotografiert und lediglich mit der „Bewegungsunschärfe“ die Räder „gewischt“. Der Eindruck sich drehender Räder ist schon recht realitätsnah.

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Die Schiffsmodellbauer zeigen ihre Exponate gerne schwimmend in Bewegung in einem Diorama. Zur Darstellung des Wassers und der Gischt gibt es diverse Techniken mit Silicon, Mittel für Wasser, Window Colors, Stopfwatte und ähnlichen Materialien. 

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Modelle von Raumschiffen erzeugen die Illusion der Bewegung alleine mit der Perspektive eines Planeten im Hintergrund bei dem der Betrachter im Unterbewußtsein automatisch an einen sich drehenden Planeten denkt. 

Nun aber zur Überleitung in das Making of Flight Displays.

Die Sparte in ein Wort widergegeben:

„Abgehoben“

Sicher möchte der Eine oder Andere das Modell eines Fluggeräts auch in seinem Element präsentieren, das macht den Bau von Displays nötig. Hier ist der Phantasie keine Grenze gesetzt: Von „schlicht“ bis „aufwendig“ kann man sich auch hier beliebig austoben.

Flight Displays

Wooden Display in exklusiver Ausführung aus Holz und Messingplatte

Airfix, Heller und Italeri (ggf. auch andere Hersteller) bieten vorgefertigte Ständer an, welche unter den Bezeichnungen „Aircraft Display Stands“, „Stand Bases“ und „Display Stands For Aircrafts“ zu finden sind. Bei älteren Bausätzen war es noch Gang und Gebe, dass Displays und Pilotenfiguren zur fliegenden Darstellung beilagen, das ging im Lauf der Zeit leider verloren. 

Wichtig dabei ist, dass man das Modell so aufsteckt, dass es kein Problem mit der Schwerpunktlage gibt, damit es nicht das ganze Gebilde am Schluss umhaut. Um den Schwerpunkt des Modells zu ermitteln, kann man sich an einem ähnlichen Modell orientieren, indem man es über eine Kante schiebt, bis es abkippt. Oder man fixiert die wesentlichen Teile des im Bau befindlichen Modells mit Klebeband und balanciert dieses dann aus. Natürlich kann man mit der Platzierung der Aufnahme umso mehr vom Schwerpunkt abweichen, je größer oder schwerer der Sockel des Displays ist. Wenn man den Schwerpunkt auf den Fuß des Displays herunter lotet, muss sich dieser sicher innerhalb seiner Auflagefläche befinden

Flight Displays

Kennzeichnung des Schwerpunktes am SA-43 Hammerhead 1:72

Im Bericht „Making of Gliders“ wurde das Segelflugzeug VSO-10B „Gradient“ fliegend gebaut dargestellt. Das Display besteht aus einer blauen, transluzenten Acrylglasplatte (4 mm stark) und einem Acrylglasstab mit 2 mm Durchmesser. Die Bohrung (wurde vor dem Lackieren gesetzt) im Rumpf liegt im Bereich des Massenschwerpunkts des Modells, damit sich der dünne Stab nicht biegt.

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Damit etwas Hemmung auftritt, und sich das Modell nicht ungewollt zu irgendeiner Seite dreht, habe ich mit einer kleinen Trennscheibe eine Aussparung oben in den Acrylglasstab eingearbeitet, in die ein Stück Hartgummi mit Sekundenkleber eingeklebt wurde. Dieses steht etwas über und drückt sich im Inneren an die Bohrung. 

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Mit dem aufgesteckten Modell sieht das dann so aus. 

VSO-10B von KP in 1:72
VSO-10B von KP in 1:72

Das Display erfüllt mehrere Optionen. Man kann beide VSO-10 Typen nah beieinander präsentieren ...

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... man spart u.U. Platz in der Vitrine mit einer zweiten Ebene, auf Modellbauausstellungen macht sich ein „fliegendes“ Modell ganz gut und das Display dient als Haltevorrichtung zum Erstellen von Photos der Modelle „im Flug“.  

Im Folgenden noch einige andere Beispiele für Displays bzw. Ständer für Flugzeuge.

In den Rumpf des TF-104 Starfighters „Black Beauty“ wurde ein Holzstück eingeklebt, in das ein Stück Silikonschlauch zur Hemmung eingearbeitet wurde. Es befindet sich weit hinter dem Schwerpunkt des Modells, was durch den großen Ständerfuß kompensiert wird. Der Stab ist ein 2 mm starker Stahldraht, welcher ausreichend biegesteif ist, sodass er die eher ungünstige Schwerpunktlage abfangen kann.  

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Bei der BAE Hawk landete ein Holzklotz mit integriertem Silikonschlauchstück im Inneren des Rumpfes. Zum Einkleben von Holz eignet sich 5-Minuten-Epoxidharz gut, da dieser spaltfüllend ist. Das Display wurde mit dem Logo des Kunstflugteams verziert.

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BAE Hawk von Revell in 1:72
BAE Hawk von Revell in 1:72

Bei einem Modell das viel Volumen im Innenraum bietet, wie hier beim „Goodyear“ Luftschiff, sollte eine Struktur geschaffen werden, die sich gut abstützt, damit diese nicht im Laufe der Zeit herausbricht. In diesem Fall wurden zwei Gummitüllen verwendet, in die ein Displaystab aus Acrylglas (Durchmesser: 6 mm) eingeschoben wird.

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Da das Modell recht ausladend ist, kam als Ständerfuß hier eine Aluminiumplatte zum Einsatz, welche den Schwerpunkt des gesamten Gebildes weit nach unten verlagert und somit für einen sicheren Stand sorgt.

GZ-20A Goodyear-Blimp in 1:260 von Faller
GZ-20A Goodyear-Blimp in 1:260 von Faller

Der 3D Druck eröffnet weitere Möglichkeiten. Bei dem Harkonnen Ornithopter aus dem Film „Dune“ dominiert somit definitiv das Display. Dabei handelt es sich um eine zweckentfremdete Buchstütze, die mit Hilfe eines Acrylglasstabes den kleinen Ornithopter empor hebt.

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Aus Acrylglasplatten besteht das Display für das Eigenbaumodell von Yves Rossy alias „Jetman“. Mit Hilfe eines Winkels aus zwei Platten kommt die Figur zum Fliegen. Mit zwei kurzen Stäben wurde die Figur an den Füßen verstiftet. Zum Verkleben von Acrylglas empfiehlt sich Sekundenkleber Gel. Es muss auf jeden Fall der Bereich um die Klebestellen herum abgeklebt werden, damit es durch das Ausgasen keine weißen Stellen gibt. Alternativ kann auch ein Winkel durch Erwärmen einer Platte gebogen werden. 

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Im Fall des kanadischen CF-104 Starfighter sollte das Flugzeug in einem steilen Steigflug dargestellt werden. Der Acrylglasstab (Durchmesser 6 mm) wurde über eine aus Holz gefertigte Biegehilfe gebogen. 

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Dabei muss man den Stab vorsichtig (mit etwas Distanz, langsam) mit dem Heißluftföhn erwärmen. Bekommt das Acrylglas zu viel Wärme ab, bilden sich Blasen und es wird milchig. Im Inneren des getigerten Starfighters wurde eine aus TPU gedruckte Aufnahme eingeklebt und entsprechend abgestützt.

Flight Displays

So konnte die Öffnung der Schubdüse dazu verwendet werden, den Displaystab einzuschieben. Möglich wird dann ein solch schönes Photo des Starfighters „im Flug“. 

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Zum Abschluß noch einige gelungene Beispiele mit der Acrylstab Methode und Maschinen „im Flug“ dargestellt. Damit man sehen kann was an „Realitätsnähe“ machbar ist.

Bombenabwurf Messerschmitt Bf 109
Bombenabwurf Messerschmitt Bf 109

F-104 Starfighter
F-104 Starfighter

Raumschiff Ranger vor einer Hologramm-Karte Black Hole
Raumschiff Ranger vor einer Hologramm-Karte Black Hole

IAI Lavi
IAI Lavi

Boeing 747
Boeing 747

Epilog

Modelle dynamisch in ihrem Element präsentieren - in Form von geschickter Bildbearbeitung oder durch das Verwenden von entsprechenden Displays, um Modelle von Fluggeräten in ihrer naturgemäßen Umgebung darzustellen. Das war das Ziel dieses Making of Berichtes. Der Phantasie sind hierbei keine Grenzen gesetzt. In Zukunft noch mit viel mehr Möglichkeiten mittels KI basierender Software. So entsteht mit Sicherheit das eine oder andere "Leckerli" für´s Auge. Realitätsnah, individuell und innovativ – wie Plastikmodellbau nun mal eben ist.

Also! Nachmachen erwünscht!

Flight Displays

Material

  • Ständerfuß aus Metall bei Schwerpunktverlagerung nach Unten
  • Transparente Acrylstäbe für fliegende / schwebende Modelle
  • Alurohre, Stahldraht oder CFK-Stäbe für höhere Belastungen
  • 3D-Druck Ständer: Downlaod oder individuell zu gestalten

 

PS: Im Handel gibt es mittlerweile mehrere dieser Aircraft Stands, meistens für den Maßstab 1:72, aber (mal ehrlich) so schön wie die selbstgefertigten Displays mit Acrylstäben sind die nicht.

Flight Displays

Coming soon ...

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Making of

Publiziert am 09. August 2026

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