Heinkel He 176 V1Ein Meilenstein in der Geschichte der Luftfahrtvon Bernd Heller (1:72 Jach)Juni 1939Über die Entwicklung der He 176 gibt es leicht widersprüchliche Angaben. Selbst die sehr wenigen Fotos der Maschine sind erst etwa 50 Jahre später aufgetaucht. Die Entwicklung der He 176 begann im Dezember 1936 und der Bau der Maschinen fand in einem abgeschirmten Bereich der Heinkel-Werke in Marienehe statt. Erst als die He 176 erste Hopser auf der Grasbahn mit den revolutionären Flüssigkeits-Raketentriebwerk durchführte ahnten die Mitarbeiter und Einwohner vielleicht das die ungewöhnlichen Motorengeräusche ein neues Zeitalter der Luftfahrtgeschichte einläuteten. Das provisorische Bugfahrwerk wurde wahrscheinlich nur für die Rollversuche und die Luftsprünge benutzt und beim Erstflug und den weiteren Flügen wieder entfernt. Die erste richtige Platzrunde führte Heinkel-Testpilot Erich Warsitz im Juni 1939 durch. Der Flug dauerte nur eine knappe Minuten bis der Treibstoff aufgebraucht war. Nach seinen Aussage erreichte die Maschine 750 km/h. Und das zu einer Zeit wo die Messerschmitt Bf 109 D gerade einmal etwa 500 km/h erreichte. Aber man kann ein kleines Experimentalflugzeug nicht mit einem Kampfflugzeug vergleichen. Die Maschine war etwa 5,20 bis 6,20 Meter lang, hatte eine Spannweite von 5 Metern und eine Höhe von 1,44 Metern. Bei einem Leergewicht von 900 kg lag die Startmasse bei etwa 1600 kg. Es folgten weitere Testflüge bis im September 1939, kurz nach Kriegsausbruch, befohlen wurde alle Arbeiten an der He 176 einzustellen. Die verbesserte He 176 V2 befand sich bereits im Bau und die V3 war in Vorbereitung. Die V1 soll in einer Kiste verpackt in die Deutsche Luftfahrsammlung in Berlin gebracht worden sein. Dort soll sie dann vermutlich bei dem verheerenden Bombenangriff zerstört worden sein dem auch z.B. die Dornier Do X zum Opfer fiel. Die Heinkel He 176 war das erste Flugzeug was mit einem Flüssigkeits-Raketentrieb flog und war damit Wegbereiter für alle folgenden Muster wie z.B. die DFS 194, die Messerschmitt Me 163, die Bachem Ba 349 Natter bis hin zur North American X-15 und anderen. Damit gebührt ihr dieser Meilenstein in der Geschichte der Luftfahrt.
Der BausatzZu Beginn der 2000er Jahre brachte die tschechische Firma Jach einen Kleinserienbausatz der He 176 auf den Markt. Bis heute ist es der beste Bausatz zum Original in Polystyrol-Kunststoff in 1:72. So etwa vor 20 Jahren hatte ich das Modell gebaut, zusammen mit einem kleinen Diorama. Soweit ich mich erinnere habe ich den Pilotensitz etwas mehr detailliert wobei er wahrscheinlich so gar nichts mit den Original zu tun hat. Die Literatur spricht von einem halb liegenden Piloten. So hätte er bestimmt mit dem Kopf oben herausgeragt. Nun ja .... heute würde ich den Sitz anders bauen. Der restliche Bau war relativ problemlos. Die Verarbeitung der kleinen und dünnen Ätzteile war hingegen etwas kniffelig für mich. Für die Metallfarbe hatte ich zum ersten Mal die Produkte von Aclad verwendet. Die restlichen Farben stammten von Revell.
Das DioramaHier verwendet ich ein rundes Frühstücksbrettchen. Die viereckigen Betonplatten schnitt ich aus einer Depafit-Platte. Ich entfernte die obere, feste, Schicht und drückte mit einem Borstenpinsel kleine Unregelmässigkeiten in den weichen Schaumstoff. Die Platten klebte ich mit wasserfestem Holzleim auf das Holz. Der Untergrund für das Gras besteht aus grünem Pfanzensteckschaum der sich hervorragend bearbeiten lässt. Für die Grasfasern benutzte ich ein Wasser-/Holzleimgemisch welches ich auch auf Spritze aufzog und es in die Fugen zwischen den Platten zu spritzen. Als Füllung verwendete ich hellen Sand mit dem ich auch die Grasflächen etwas aufhellte. Die Werkbank im Hintergrund stammte von einem Clubkollegen der damals eine kleine Resin-Manufaktur für solches Zubehör hatte. Als zusätzliche Deko platzierte ich noch einen Topf Farbe mit Pinsel und einige Werkzeuge und ein „Bauteil" der He 176 darauf.
Die FotosDie Fotos des fertigen Diorama wurden damals von meinem ehemaligen ModellFan-Chefredakteur Helge Schling gemacht. Ich war damals als freier Fachredakteur für diese Zeitschrift tätig. QuellenZum Thema sind zu empfehlen: Das Buch „Flugkapitän Erich Warsitz / Der erste Düsenflugzeugpilot der Welt". ISB 3-8334-5378-6 oder ISBN-13 978-3-8334-5378-6 Die Veröffentlichung von Volker Koos zur He 176 auf der Webseite der Arbeitsgemeinschaft Deutsche Luftfahrthistorik (ADL). Die Webseite ist hier verlinkt.
Bernd Heller Publiziert am 02. Juni 2026 Die Bilder stammen von Bernd Heller / Helge Schling. © 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |