Bugatti 100 „Racer“F-ABUG, ein „What if“ mit eigener Lackierungvon Thomas Brückelt (1:72 Special Hobby)
Das bis heute futuristisch wirkende Design des Bugatti 100 Racers (1937 entworfen) fasziniert und bringt Abwechslung in die Modellsammlung. So war klar, dass der recht neue Bausatz von Special Hobby in 1:72 (auch in 1:48 erhältlich) nicht allzu viel Zeit im Bausatzlager verbringen würde. Der Entwurf hatte einige innovative, technische Neuheiten: Die beiden schräg hintereinander liegenden Motoren, die die gegenläufigen Propeller über Fernwellen antrieben, die Kühlung, das Leitwerk, Landeklappen, bei deren Ausfahren automatisch das Fahrwerk mit ausgefahren wurde... Viel fehlte nicht mehr zur Fertigstellung, aber durch die Deutsche Besetzung Frankreichs wurde das Flugzeug nie vollendet und steht nun im EAA-Museum in Oshkosh. Ein Nachbau - „The Blue Dream“ genannt - flog 2015. Allerdings nahm der dritte Testflug am 6. August 2016 kurz nach dem Start ein schnelles, tragisches Ende, bei dem der Pilot Scotty Wilson tödlich verunglückte. Hier zur Seite des Teams: https://bugatti100p.aero/
Zum Bau: In der Schachtel finden sich präzise detaillierte Spritzguss- und Resinteile, sowie die glasklar gespritzte Cockpithaube. Die ausführliche Bauanleitung lässt keine Fragen offen. Ich erinnerte mich gelesen zu haben, dass der Rumpf zu schmal für die Haube ist; und tatsächlich: Im vorderen Bereich fehlt es fast 1 mm an Breite. So klebte ich Evergreen Profile (1x1 mm) im vorderen Bereich auf die Klebestellen der rechten Rumpfhälfte, um diese Ungenauigkeit zu beheben. Nach hinten hin schliff ich das obere Profil bis zum oberen Kühler auf dem Rumpfrücken spitz zu. So passte dann alles gut zusammen. Zu meiner Überraschung gab es so gut wie keine Anpassungsarbeiten an den innen liegenden Teilen. Auch die Tragfläche, die mit einem durchgängigen Unterteil an den Rumpf geklebt wird, passte ohne den Einsatz von Spachtelmasse.
Ich empfinde das ausgefahrene Fahrwerk als optisch störend, so war klar, dass der Racer fliegend gezeigt werden sollte. Eine Pilotenfigur aus abgeformten Resinteilen passte ich dem aus recht vielen, kleinen Teilen bestehenden Cockpit an. Im hinteren Teil des Rumpfs klebte ich einen angepassten Kunststoffklotz ein, mit einer Bohrung. Um den CFK-Stab des Displays zu hemmen schlitzte ich diesen im oberen Bereich und klebte ein kleines Stück Hartgummi mit Sekundenkleber ein, welches sich innen gegen die Bohrung drückt. Obwohl die fliegende Präsentation bausatzseitig nicht vorgesehen ist, passten die Fahrwerksklappen ganz gut in die Aussparungen. Das Rest ging recht schnell zusammen. Ich ergänzte noch ein Staurohr an der linken Tragfläche, welches ich aus gezogenen Gießäste baute.
Das einfarbige Blau war mir für diesen heißen Flitzer dann doch zu langweilig. So entwarf ich ein eigenes Design. Ich entschied mich für die eher Britische Farbkombination Dunkelgrün mit Gold. Vielleicht ist es ja ein Demonstrator, der britische Kunden begeistern sollte, oder das Flugzeug eines Französischen Privatbesitzers, der einfach gefallen an der Farbkombination fand... Die Kennung F- ABUG im Bereich des Leitwerks blieb Französisch. Nachdem ich den Designentwurf mit einem Grafikprogramm in eine Drei-Seiten-Ansicht gezeichnet hatte, schickte ich die Grafik-Datei an Daniel Brenter (https://www.brent-air-decals.at/) welcher mir diese in gewohnt guter Qualität druckte. So wurde das Flugzeug komplett mit glänzendem Dunkelgrün (Revell 62) angepinselt. Nachdem der Grundanstrich getrocknet war, brachte ich die Decals, welche sich sehr gut verarbeiten ließen und mit ihrem sehr dünnen Trägerfilm gut den Oberflächenstrukturen anschmiegen, an und versiegelte mit seidenmattem Klarlack von Mr. Hobby.
Thomas Brückelt, Publiziert am 29. August 2025 © 2001-2025 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links |