Du bist hier: Home > Galerie > Hubschrauber > Sikorsky CH-53G

Sikorsky CH-53G

84+71, m Hflg Trsp Rgt 15

von Hans-Joachim Hockl (1:48 Revell)

Da ich meinen Wehrdienst von 1977-1978 beim m Hflg Trsp Rgt 15 in Rheine Bentlage verbracht habe, wollte ich mir schon immer einmal eine CH-53G bauen. Als Anfang der Achtzigerjahre dann der Revell Bausatz in 1:48 heraus kam, habe ich ihn mir sofort zugelegt. Leider mußte ich beim Öffnen des Kartons feststellen, dass für die deutschen CH-53G nicht die richtigen Triebwerkseinläufe dabei waren, was für mich ein großes Problem darstellte. Also legte ich den Bausatz erst einmal zur Seite und nach einigen Jahren landete er dann in der Tonne. Ende der Achtzigerjahre fügte Revell dann dem Bausatz neue Bauteile hinzu und dieses Jahr fand ich unter „Gesucht und Gefunden“ in einem anderen Forum einen dieser neueren Bausätze, welcher auch die richtigen Einläufe besaß.

Sikorsky CH-53G

Dass der Bausatz einige Macken besitzt, wurde ja schon in einigen Zeitschriften besprochen. Das auffälligste Manko sind die Seitenfenster, wobei das zweite Fenster von vorn eigentlich schmaler ausfällt wie die übrigen, auch das Fenster in der Heckklappe ist nicht korrekt wiedergegeben, genauso wie das vordere Fenster auf der Backbordseite hinter dem Cockpit zu groß ist. Da diese Fehler sehr schwer zu beheben sind, wenn man nicht die schönen erhabenen Nietenreihen zerstören will, habe ich es dabei belassen, da es den meisten vielleicht eh erst beim zweiten Blick auffallen wird, wenn überhaupt. Lediglich das Fenster hinter dem Cockpit habe ich verkleinert, indem ich es kleiner maskiert habe.

Sikorsky CH-53G

Damit ich das Modell auch zu Ende bringe, habe ich auf die Nachbildung des Laderaumes verzichtet und die Ladeluke im geschlossenen Zustand dargestellt. Während des Baues ist mir dann noch aufgefallen, dass die Stützstrebe der Triebwerksgondel nicht korrekt wiedergegeben ist, da der Ölkühler in die Stütze intrigiert ist. Beim Sichten einiger Bilder im F-40 Buch der CH-53, konnte man dann sehen, das der Ölkühler ein eigenes rechteckiges kastenförmiges Bauteil ist. Also sägte ich den Ölkühler mit der Ausbuchtung zur Stützstrebe hin ab und verfüllte das dadurch entstandene Loch mit einem 3 mm Rundprofil von Evergreen. Anschließend wurde alles verspachtelt und verschliffen. Die Ausbuchtung, welche sich nun am Ölkühler befand wurde entfernt und die Öffnung mit 1mm Plastik verschlossen.

Sikorsky CH-53G

Im oberen hinteren Bereich des Triebwerksaufbaues, fiel mir auf, dass die Griffmulden nicht eingearbeitet waren, was ich daraufhin erledigte.

Sikorsky CH-53G

Einige Änderungen habe ich vorgenommen, die da wären:

  • Das kürzen der Fahrwerke um 2mm.

  • Änderung am Heckrotor - sprich Verstellmechanismus.

  • Scheibenwischer neu gestaltet.

  • An der Cockpitverglasung die Beule von der Tanksonde Plan geschliffen.

  • Hydraulikleitungen der Rotorblätter angebracht

  • Löcher in die Rotorkopfabdeckung gebohrt.

  • Den Rotor tiefer gelegt, indem der Zapfen auf den der Rotor gesteckt wird bis zur Kerbe eingekürzt wurde.

  • Flatterdämpfer am rechten Bugrad anbringen.

  • Das Static Discharge System oberhalb der Ladeluke anbringen welches hier (Link zu Flugzeugforum) im Bild dargestellt wird. Ich habe es erst einmal vereinfacht dargestellt, da mir die Formgebung in der Umsetzung Probleme bereitet.

  • Die Bugfahrwerksklappe habe ich auf 7 mm gekürzt und eine schmale Regenleiste angebracht

  • Die drei Lufthutzen am oberen Aufbau hinter dem Cockpit wurden von innen mit Milliput aufgefüllt und anschließend aufgebohrt.

 

Zu den beigefügten Abziehbildern kann ich nur sagen, dass sie sich gut verarbeiten ließen, allerdings fand ich das insbesondere die roten Warntafeln etwas zu groß ausgefallen sind. Die Bauanleitung könnte, was die Anbringung der Abziehbilder anbelangt, etwas übersichtlicher sein. Die Passgenauigkeit dieses betagten Bausatzes, würde ich als altersentsprechend gut bezeichnen. Wenn man die erhabenen Nietenreihen nicht zerstören will, bleibt es nicht aus, dass man beim zusammenkleben der Rumpfhälften einen kleinen Versatz erhält. Deshalb habe ich mich bemüht, die Oberseite möglichst versatzfrei zusammen zu bringen und an der Unterseite zwischen den Nietenreihen zu verspachteln. Trotz vorsichtigem verschleifen gingen dabei jedoch einige Nieten verloren. Womit ich aber leben kann, da es nur die Unterseite betrifft.

Bei der Wahl meiner Maschine war mir sofort klar, dass es die 84+71 werden musste, da wir mit ihr ca. Ende Mai oder Anfang Juni 1978 unseren Reservistenflug machen durften, so ganz genau weiß ich das leider nicht mehr, denn es sind ja auch schon ein paar Jährchen seit damals vergangen. Die Geschichte dazu könnt ihr am Ende des Beitrags lesen. Nun ein paar weitere Bilder.

Sikorsky CH-53G

Hier habe ich die Bohrungen in der Rotorkopfabdeckung angebracht, sowie die Hydraulikleitungen der einzelnen Rotorblätter und selbige farblich markiert.

Sikorsky CH-53G

Zu meiner Zeit hatte die CH-53 noch die alten Pilotensitze ohne diese seitliche Verkleidung und die frühen Rotorblätter, sowie das Static discharge system oberhalb der Ladeluke. Selbiges bereitet mir in der Umsetzung große Probleme, da ich noch nicht weiß, wie ich diese Rippen in diesem Maßstab darstellen soll. Deshalb habe ich am Modell erst einmal eine glatte Version angebracht, bis mich die Muse geküßt hat und ich dann die Lösung parat habe.

Sikorsky CH-53G

Hier ein Blick auf die eingekürzte Bugklappe des Bugfahrwerks. Lackiert habe ich diesmal mit dem Gelbolive RAL 6014 von Hataka.

Sikorsky CH-53G

Der Verstellmechanismus wurde ebenfalls geändert.

Sikorsky CH-53G

In dieser Draufsicht erkennt man die Position (gelbe Streifen) für die Hebezeugmarkierungen.

Sikorsky CH-53G

Hier erkennt man noch einmal die Änderungen an der Stützstrebe der Triebwerksgondel mit dem davor liegenden Ölkühler.

Sikorsky CH-53G

Sikorsky CH-53G

Und nun wie Versprochen die Geschichte zu dem Reservistenflug. Bitte alle einsteigen!

Sikorsky CH-53G

Dieser führte uns von Rheine Bentlage nach Rheine Hopsten zum damals noch JaboG 36.

Beim besteigen der Maschine wurden wir von der Crew gleich gebrieft. Sollte sich während des Fluges jemand übergeben müssen, so bekommt die Putzkraft sowie jedes Crewmitglied eine Kiste Bier. Der Flug nach Hopsten verlief sehr ruhig und wir durften auch während des Fluges aufstehen um besser aus dem Fenster schauen zu können. Als wir in Hopsten gelandet sind, wartete schon eine Besuchergruppe, welche wir mit unserer Maschine zu einen Rundflug über Rheine aufnahmen.

Zur gleichen Zeit landete gerade eine F-4F im damals üblichen Norm 72 mit blauen Luftkampfmarkierungen, welche ich bis dato so noch nicht gesehen hatte - also die Luftkampfmarkierungen.

Der Rundflug verlief auch recht unspektakulär, bis auf die Tatsache, dass wir ein Seitenfenster verloren hatten. Nach der Landung stieg die Besuchergruppe wieder aus und wir bereiteten uns auf unseren Rückflug vor. Nun wurden wir aufgefordert uns hinzusetzen und wir erst wieder nach Aufforderung der Besatzung aufstehen dürften. Vorsichtshalber setzte ich mich hinten an die Laderampe, falls wir nicht mehr aufstehen dürften, konnte man hier wenigstens aus dem Fenster der Laderampe schauen.

Der Start verlief schon einmal sehr rasant, als ich von meinem hinteren Platz nach vorn zum Cockpit schaute, konnte man durch die Cockpitscheibe nur grüne Wiese erkennen. Als wir wohl unsere Flughöhe erreicht hatten, kam dann auch die Aufforderung zum aufstehen. Wir suchten uns natürlich alle einen Platz am Fenster und als wir uns auf die Pritschen knien wollten um besser aus dem Fenster schauen zu können, ließ der Pilot die Maschine durchsacken. Was einem zuerst ein mulmiges Gefühl in der Magengegend besorgte, dies jedoch kurz danach nachließ und man sich für kurze Zeit Schwerelos fühlte. Die abrupte anschließende Landung mit den Knien auf der Pritsche nach dem Abfangen, war alles andere als schwerelos. Anschließend wurde der Flug normal weitergeführt und wir landeten wieder (leider) in Bentlage.

Es hatte sich übrigens niemand übergeben müssen. Ein Kamerad saß zwar mit seinem Schiffchen in der Hand auf der Pritsche, aber es kam nicht zum Äußersten. Diesen Flug werde ich mein Leben lang nie vergessen.

Hans-Joachim Hockl

Publiziert am 13. August 2026

Du bist hier: Home > Galerie > Hubschrauber > Sikorsky CH-53G

© 2001-2026 Modellversium Modellbau Magazin | Impressum | Links