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Bell AH-1W SuperCobra

Der HueyCobra der Marines

von Alexander Jost (1:48 Revell)

Bell AH-1W SuperCobra

Huey Cobras auch bei den Marines

Im Jahre 1966 fertigte Bell zwei Prototypen des Hubschraubers AH-1G Huey Cobra für die US-Army an, die Bestellung für 110 Exemplare folgte umgehend. Der Bedarf der Army nach einem schlagkräftigen Angriffshubschrauber für ihren Einsatz im Vietnam-Konflikt diktierte die Konstruktion. Die progressive Entwicklung dieses Typs rief das US Marine Corps auf den Plan, dessen Streitkräfte ein ähnliches Fluggerät für den Einsatz von Schiffen aus benötigten. Wegen langer Überwasserflüge zum Erreichen von Zielgebieten wurde für das USMC eine neue Doppeltriebwerkskonstruktion gebaut, die AH-1J SeaCobra. Sie verfügte zudem über eine neue dreiläufige 20 mm Revolverkanone unter dem Bug und ging 1969 in Produktion. Während man auf die Lieferung des neuen Typs wartete, erhielt das USMC leihweise 38 AH-1Gs und zwischen 1970 und 1977 insgesamt 100 AH-1Js, die 1971 an Kriegsschauplätzen in Vietnam zum Einsatz kamen.

Bell AH-1W SuperCobra

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Es folgten Verbesserungen unter anderem in Form von neuen Flügel-Pylonen zur Mitführung einer größeren Vielfalt an Waffen, einschließlich der AIM-9 Sidewinder zur Selbstverteidigung. Schon kurz darauf verlangte das USMC eine weitere Waffenmodernisierung, die zum Typ AH-1T führte. Ausgerüstet mit noch stärkeren Triebwerken und der Fähigkeit, TOW-Panzerabwehrraketen mitzuführen, hatte diese Ausführung ihren Erstflug im Jahre 1976. Sie war 1,10 m länger als ihre Vorgängerversionen. Die letzte dieser 55 Maschinen war eine AH-1T+. Dabei handelte es sich um einen Prototypen der späteren Hauptproduktionsserie AH-1W SuperCobra, die 1983 ihren Jungfernflug hatte. Diese hier im Modell vorgestellte Ausführung wird von zwei General Electric T700-GE-401 Turbo-Triebwerken angetrieben, von denen jedes 1.690 Wellen-PS liefert und bei guten Wetterbedingungen eine Höchstgeschwindigkeit von 282 km/h über dem Meeresspiegel ermöglicht.

Bell AH-1W SuperCobra

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Die Waffenausrüstung ist verstärkt worden durch AGM-114 Hellfire- und AGM-122 Sidearm-Missiles. Frühere J- und T-Modelle wurden zu AH-1Ws umgerüstet und erhielten ein Nachtzielgerät mit vorwärts weisendem Infrarot-Radarsystem (NTS/FLIR), welches eine Laser-Reichweitensuche, Zielerfassung und Auffassung mittels Kamerasystemen ermöglicht. Die AH-1W kann als Hubschrauber-Eskorte, zur Feuerunterstützung und zur Koordination von amphibischen Landungsoperationen eingesetzt werden und ist bestens geeignet für den Einsatz von Bodenstationen, aber auch von improvisierten Landestellen aus.

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Dieser Hubschraubertyp steht im operativen Einsatz bei acht gemischten HMLA-Staffeln, ist jedoch hauptsächlich stationiert in Camp Pendleton, Kalifornien, und am New River, NC. Jedes Geschwader besteht aus 18 AH-1W und neun UH-1. Vier dieser Einheiten befanden sich im Golfkrieg 1991 im Fronteinsatz, weitere waren in jüngerer Zeit in den Krisengebieten im Golfkonflikt 1993 und in vielen anderen Regionen eingesetzt. Der AH-1W ist bei dem USMC fest etabliert als kampferprobtes und zuverlässiges Waffensystem und wird auch noch viele Jahre im Einsatz sein.

Quelle: Revell, 2015

Bell AH-1W SuperCobra

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Das Modell – aus Italeri wird Revell

Revell packte im Jahre 2015 Italeris AH-1W in einen neuen Karton und legte einen Decalbogen bei für drei optisch sehr attraktive, weil mit gänzlich unterschiedlichen Tarnschemen versehene Varianten. Da findet sich das klassische Dreifarb-Schema der Marines aus den 1980er Jahren in Anthrazit, Grau und Grün, außerdem eine Wüstenvariante in Ocker und Beige. Ich habe die dritte Variane gewählt, eine USMC-Maschine der VX-5 "Vampires", No. 162537 aus China Lake, 1988. Hier treffen drei unterschiedliche Grautöne aufeinander, die ein dezentes Äußeres ergeben, das gefiel mir gut. Und so baute ich diesen Helikopter praktisch aus der Schachtel und setze die Besatzung des Monogram-Modells ins recht grob detaillierte Cockpit.

Bell AH-1W SuperCobra

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Ziel nicht ohne Umwege...

Leider ist die Montage des Rotors dieses Revell-/Italeri-Bausatzes verkehrt herum vorgesehen, so dass sie falsch herum "drehen" würden(!). Eine Korrektur ist nur durch Abtrennen, Umdrehen und Neumontage der Rotorblätter und des Pitch-Gestänges möglich, was ich unter Zuhilfenahme von Stahldraht zur Stabilisierung der Rotorblätter und -stange in Angriff nahm.

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Noch ein paar Infos

Als Diorama-Basis schnitt ich wie immer eine Styrodurplatte zurecht, trug eine Schicht Trockenspachtel auf, ritzte die Teerfugen mit einem Messer ein und behandelte diese Oberfläche mit verschiedenen Acrylfarben von dunkel nach hell. Nach dem Anbringen der Markierungen/Leitstreifen beendete ein Airbrushing und Washing mit Ölfarben und ein dezenter Auftrag von Pastellkreiden die Konturierung und Alterung der Oberfläche.

Die Besprechung dieses Revell-Bausatzes ist hier bei MV zu finden.

Bell AH-1W SuperCobra

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Fazit

Damit ist meine HueyCobra-Serie zunächst einmal abgeschlossen, allerdings wäre der Bau eines AH-1G im Maßstab 1:48 eine willkommene Ergänzung. Aber es gibt ja auch noch zahlreiche andere Fluggeräte, die in den Kartons meines Modellbaukellers eingesperrt sind und auf die Befreiung warten. Also, ran an die Projekte!

September 2021

Alexander Jost

Publiziert am 23. September 2021

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