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Phönix D.IIa

Jagdfliegerkompanie 41 (Flik 14J), k.u.k. Luftfahrtruppen, Italien 1918

von Andy Hartung (1:48 Special Hobby)

Phönix D.IIa

Es wurde mal wieder Zeit, einen Flieger aus den Anfangstagen der Fliegerei zu bauen, und so kam es, dass mein erstes Projekt für 2025 der österreichisch-ungarische Doppeldecker Phönix D.II sein sollte. Dabei ist auch der Bausatz – wie man schon am Verpackungsdesign erkennt – aus den Anfangstagen von Special Hobby.

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Der Bausatz lag bei mir schon gut zwei Jahre im Lager. Etwas gehemmt war ich dabei immer von der augenscheinlich aufwändigen Bemalung und der Verspannung. Außerdem weiß ich, dass ältere Bausätze von Special Hobby oft undankbar sind und einiges an zusätzlicher Arbeit erfordern.

Phönix D.IIa

Zum Bau

Zunächst verschaffte ich mir einen Überblick darüber, was der Bausatz mir bietet und was man daraus herausholen kann. Schnell stellte ich fest, dass der Motor ausbaufähig und der Innenraum nur spärlich ausgestattet ist, zudem wenig mit dem eigentlichen Vorbild zu tun hat.

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Ich beschloss also, beide Bereiche aufzuwerten, und fand dazu passende Renderingbilder von Lukgraph, die ihren eigenen 1:32-Bausatz auf dem Markt haben. So verwendete ich beispielsweise Munitionstaschen aus einem Figurenset in 1:35, um neue Zylinderköpfe darzustellen. Auch im Cockpit griff ich auf Teile aus meinem Fundus zurück, um diesen Bereich aufzuwerten.

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Als ich dann soweit zufrieden war, lackierte ich Motor und Cockpit und bemalte die Details mit dem Pinsel. Zum Schluss erhielt der Pilotensitz noch Gurte.

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Beim Zusammensetzen des Rumpfs gab es ein paar kleinere Probleme mit der Passung. So musste ich den Motor noch einmal anpassen und für die Abgasrohre neue Löcher bohren, damit diese in den Rumpf passen. Ansonsten war die Passung jedoch überraschend gut. Vor dem Lackieren setzte ich den unteren Flügel noch ein.

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Dann ging es an die Lackierung. Ich schaute mir dazu erneut Bilder von Lukgraph an und verstand schließlich die Tarnung: Das Flugzeug wurde in seinen Naturfarben belassen, und die dunkelgrünen Flecken waren nur aufgetupft. Daher lackierte ich die Flügel in einem Leinenfarbton und versah den Rumpf mit einer Holzstruktur. Der Bereich um den Motor wurde mit Metallfarben lackiert.

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Die Tarnung tupfte ich mit den Farben von Hataka und einem Schwamm auf. Das erforderte zunächst ein wenig Übung, da die Farbe recht flüssig ist.

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Damit war das Flugzeug also schon weit fortgeschritten. Es folgten noch das Anbringen der PE-Teile, ein Klarteil als Windschutzscheibe und natürlich die Abziehbilder. Diese waren alles andere als gut – sie waren sehr brüchig, obwohl der Bausatz wirklich nicht alt war. Irgendwie habe ich es dann aber doch geschafft, sie anzubringen, und konnte noch eine leichte Alterung vornehmen.

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Zuletzt brachte ich die Verspannung an. Da sie recht einfach gehalten wurde, war das auch schnell erledigt.

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Zum Vorbild

Flugzeuge im Ersten Weltkrieg sind oft eng mit ihren Piloten verbunden, da diese sehr individuell gestaltet wurden und häufig von einem Heldenmythos umgeben waren. Karl Teichmann gehört jedoch zu den weniger bekannten Piloten. Er wurde 1897 in Rabersdorf in Schlesien geboren und absolvierte eine Ausbildung zum Automechaniker. 1915 trat er in das Infanterieregiment Nr. 1 ein. Im Februar 1916 kam er zur Flik 5 an die Ostfront, wo er zunächst als Mechaniker arbeitete. Ende 1916 begann er seine Ausbildung zum Piloten und schloss diese erfolgreich im Mai 1917 ab.

Bei der Flik 42J erfolgte sein erster Einsatz an der Alpenfront gegen Italien. Hier konnte er im September 1917 eine italienische SPAD abschießen und wurde dafür mit der Tapferkeitsmedaille III. Klasse ausgezeichnet. Insgesamt erzielte er fünf Luftsiege. Zum Jahresbeginn 1918 wurde er zur Flik 60J versetzt, wo ihm die Tapferkeitsmedaille in Gold verliehen wurde. Im August desselben Jahres kam er dann zur Flik 14J, wo er auch diese Phönix D.IIa flog. Mit diesem Flugzeug erlebte er auch das Kriegsende. Teichmann starb 1927 im Alter von nur 30 Jahren in Graz.

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Phönix D.IIa

 

Fazit

Mit viel Respekt und eher mäßigen Erwartungen ging ich an den Flieger heran, ganz nach dem Motto: Wer nichts erwartet, wird nicht enttäuscht. Am Ende stellte sich das Ganze jedoch als halb so schlimm heraus, und nun habe ich auch Freude am Anblick des Modells.

Phönix D.IIa

Andy Hartung

Publiziert am 05. April 2025

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